Innovationen in der Praxis erleben
Erfahren Sie, wie unsere Innovationen in der Praxis zum Einsatz kommen
Unsere Hochschulpartnerschaften schaffen die Grundlage für Innovationen von morgen. Gemeinsam mit führenden Universitäten verbinden wir Grundlagenforschung mit industrieller Anwendung und fördern zugleich den wissenschaftlichen Nachwuchs. So entstehen langfristige Kooperationen, aus denen neue Technologien, Forschungsprojekte und Qualifizierungsangebote hervorgehen.
thyssenkrupp Steel pflegt seit vielen Jahren enge und kooperative Beziehungen zu verschiedenen Fakultäten der RWTH Aachen. Seit einigen Jahren beinhalten die Kooperationsprojekte Themen der Dekarbonisierung. Das Institut für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling (IME) ist ein neuer Kooperationspartner der thyssenkrupp Steel und verfügt über ausgewiesene Expertise im Bereich elektrischer Öfen sowie deren industrieller Anwendbarkeit. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Nachhaltigkeit im Bauen (INaB) im Themenfeld Life Cycle Assessment und Ökobilanzierung wird durch begleitende Promotionsvorhaben nachhaltig intensiviert.
Das thyssenkrupp Competence Center Logistics (tkCCL) ist eine seit 2011 bestehende Drei-Wege-Kooperation zwischen mehreren thyssenkrupp-Geschäftsbereichen, der TU Dortmund und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML). Im Mittelpunkt steht die anwendungsorientierte Logistikforschung entlang industrieller Wertschöpfungsketten. Über die Graduate School of Logistics (GSofLog) der TU Dortmund fördert thyssenkrupp zudem gezielt wissenschaftlichen Nachwuchs: Seit dem Start des Centers wurden zwölf Stipendien vergeben, die Promotionsvorhaben an der Schnittstelle von Logistik und Industriepraxis ermöglichen.
Mit der Universität Duisburg – Essen, z.B. mit dem Lehrstuhl für Metallurgie der Eisen- und Stahlerzeugung, ist thyssenkrupp Steel seit vielen Jahren eng räumlich und fachlich verbunden und führt viele Forschungsprojekte auf allen Gebieten der Stahlproduktion durch. Ergänzend fördert die thyssenkrupp Steel die Universität Duisburg Essen durch eine Stiftungsprofessur. Im Rahmen der Kooperationen begleitet thyssenkrupp Steel immer wieder auch Promotionen.
Neben Hochschulkooperationen arbeiten wir eng mit außeruniversitären Einrichtungen zusammen. Dabei steht die anwendungsnahe Forschung im Mittelpunkt – direkt auf die Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten.
Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) treibt thyssenkrupp nucera die Entwicklung der SOEC-Technologie zur Wasserstofferzeugung voran. Im Mai 2025 eröffneten die Partner in Arnstadt die erste Pilotfertigungsanlage für SOEC-Stacks (Solid Oxide Electrolyzer Cells). Die Hochtemperatur-Elektrolyse kann externe Wärmequellen nutzen und ermöglicht eine effiziente, hochautomatisierte Fertigung. Mit einer Kapazität von 8 Megawatt pro Jahr liefert die Pilotanlage wichtige Erkenntnisse für die künftige Serienproduktion.
Der Bereich Produkt- und Prozesstechnik der thyssenkrupp Steel arbeitet mit den Fraunhofer Instituten IWM, IWS, IGP im Bereich Entwicklung von Werkstoffkonzepten und In-situ-Legierungsmethoden zum Führen und Beschichten von Komponenten für die Verbrennung, Speicherung und den Transport von wasserstoffbasierten Energieträgern zusammen.
Gemeinsam mit dem VDEh-Betriebsforschungsinstitut (BFI) erforscht thyssenkrupp Steel neue Wege zur Dekarbonisierung der Stahlherstellung. In den Projekten „H2Stahl“ und „DRI-Einschmelzer“ entstehen am Standort Duisburg Pilotanlagen, um den Einsatz von Wasserstoff in der Direktreduktion sowie das anschließende elektrische Einschmelzen des Eisenschwamms (DRI) zu erproben. Ziel ist eine zunehmend CO2-reduzierte und langfristig hochofenfreie Stahlproduktion. Darüber hinaus arbeiten thyssenkrupp Steel und das BFI in weiteren Forschungsprojekten zusammen.
thyssenkrupp Steel ist seit 2016 Mitglied der Open Hybrid LabFactory (OHLF) in Wolfsburg. Auf dem Forschungscampus arbeiten Wissenschaft und Industrie gemeinsam an neuen Technologien für die Automobilindustrie, unter anderem zu Leichtbau, Kreislaufwirtschaft, Recycling und der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks. Aktuell beteiligt sich thyssenkrupp Steel am BMBF-Projekt SARESA zur Rückgewinnung von Ressourcen aus Altprodukten. Gleichzeitig bietet die OHLF ein wichtiges Netzwerk, um gemeinsam mit Partnern wie Volkswagen neue Forschungsthemen zu entwickeln.
thyssenkrupp Steel beteiligt sich am Galvanized Automotive Partnership (GAP), einem internationalen Forschungsprogramm der Stahl-, Zink- und Automobilindustrie. Gemeinsam arbeiten die Partner daran, verzinkte Automobilstähle weiterzuentwickeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Im Fokus stehen unter anderem das Verzinken und Schweißen hochfester Stähle sowie die Qualität und Verarbeitung verzinkter Stahlprodukte. Das Programm ermöglicht thyssenkrupp Steel den Zugang zu internationalen Forschungsergebnissen und den Austausch mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Einige unserer Forschungskooperationen gehen weit über bilaterale Partnerschaften hinaus. In Verbundprojekten verbinden wir Grundlagenforschung, angewandte Wissenschaft und industrielle Umsetzung in einem gemeinsamen Konsortium – koordiniert, öffentlich gefördert und auf maximale Wirkung ausgerichtet.
Das Verbundprojekt Carbon2Chem® steht exemplarisch für unsere Verbundforschung in der Industrie: Koordiniert von thyssenkrupp, arbeiten das Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion (MPI-CEC) und Fraunhofer UMSICHT sowie eine wachsende Zahl universitärer und industrieller Partner zusammen. Ziel ist die CO2-Verwertung aus der Stahlproduktion als Grundstoff für chemische Produkte – ein substanzieller Beitrag zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie. In der dritten Projektphase – gefördert mit 50 Mio. Euro öffentlicher Mittel – kamen neben BASF und EY Consulting GmbH die Universität Duisburg-Essen und die FernUniversität in Hagen als neue Konsortialpartner hinzu.
November 2025 unterzeichneten Uniper und thyssenkrupp Uhde eine Rahmenvereinbarung, die den Grundstein für den großindustriellen Einsatz der Ammoniak-Cracking-Technologie von thyssenkrupp Uhde legt. Uniper sicherte sich dabei Lizenzpakete für bis zu sechs kommerzielle Großanlagen mit einer Gesamtkapazität von 7.200 Tonnen Ammoniak pro Tag. Das gemeinsame Ziel: der Aufbau einer skalierbaren Wasserstoff-Import-Infrastruktur, die grünen Wasserstoff – transportiert in Form von Ammoniak – effizient wieder nutzbar macht. Die Vereinbarung baut auf einer bereits bestehenden strategischen Partnerschaft beider Unternehmen auf und unterstreicht die Schlüsselrolle von thyssenkrupp Uhde als Technologiegeber im globalen Wasserstoffmarkt.
Der Forschungscampus Open Hybrid LabFactory (OHLF), in dem Vertreter aus Wissenschaft und Industrie gemeinsam unter einem Dach forschen, zielt mit den Themen Leichtbau und Kreislaufwirtschaft auf einen zukunftsorientierten und nachhaltigen Automobilbau. Im zukunftsweisenden Verbundprojekt SARESA treibt thyssenkrupp Steel gemeinsam mit dem Forschungscampus OHLF zentrale Forschungsthemen wie die Rückgewinnung hochwertiger Ressourcen, geschlossene Kunststoffkreisläufe und die Optimierung öffentlich-privater Kooperationen im Sinne der Kreislaufwirtschaft voran. Damit werden Impulse weit über den Forschungscampus hinaus gegeben.

Die im Jahr 2021 und 2022 gestarteten geförderten Projekte werden in enger Zusammenarbeit mit dem VDEh‑Betriebsforschungsinstitut (BFI) umgesetzt. Das Projekt H2Stahl zielt auf die schrittweise Dekarbonisierung der Hochofen‑ und Roheisenproduktion durch den großtechnischen Einsatz von Wasserstoff ab. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Demonstration einer wasserstoffbasierten Direktreduktion (DR) als langfristiger Alternative zur klassischen Hochofen‑Route. Das Auftragsvolumen beträgt rund 10 Millionen Euro und wird gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium. Ergänzend hierzu adressiert das Projekt DRI‑Einschmelzer das nachgelagerte Einschmelzen des in der Direktreduktion erzeugten Eisenschwamms (DRI) in einem elektrisch betriebenen Einschmelzaggregat, um eine vollständige, hochofenfreie Prozessroute für die Roheisenerzeugung zu erproben.
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