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Faszination TiefseeAutonome U-Boote erforschen den Meeresboden

Seither übt die Tiefsee eine große Faszination auf Menschen aus. Vor allem Forschende, Marinen und Versorgungsunternehmen sind daran interessiert, die große Unbekannte zu erschließen. Das Ziel: eine umfassende Kartierung der Tiefsee.
Luftaufnahme eines grauen U-Boots, das an der Wasseroberfläche durch dunkelblaues Meer fährt und eine schäumende Heckwelle hinterlässt.
Man weiß noch sehr wenig über den Meeresboden. Für Menschen ist er ein feindliches Umfeld. Bemannte U-Boote zu bauen und loszuschicken, ist deswegen mit einem hohen Aufwand verbunden. Die autonome Welt wird das Ganze verändern. Mit dem Einsatz von autonomen Unterwasserfahrzeugen wie der Seacat lassen sich exakte Daten vom Meeresboden viel einfacher erheben.

Marian Marbach

Technical Manager, ATLAS ELEKTRONIK

Der Grund: Bemannte U-Boote müssen hohen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Bordbesatzung gerecht werden und benötigen zudem Versorgungskomponenten – zum Beispiel für die Sauerstoffversorgung. Das alles sind aufwendige Bauelemente, die Geld und Platz an Bord kosten.

Das autonome Unterwasserfahrzeug SeaCat wird für eine unbemannte Expedition zu Wasser gelassen. Es erfasst präzise Daten und unterstützt die Erforschung des Meeresbodens.

Das autonome Unterwasserfahrzeug SeaCat wird für eine unbemannte Expedition zu Wasser gelassen. Es erfasst präzise Daten und unterstützt die Erforschung des Meeresbodens.

Wie ein autonomes U-Boot die Erforschung des Meeresbodens revolutioniert

Um Forschenden diese begehrten Einblicke zu ermöglichen, haben die Expertinnen und Experten von ATLAS ELEKTRONIK, einem Unternehmen von TKMS, ein Unterwasserfahrzeug entwickelt, mit dem unbemannte Expeditionen in der Tiefsee möglich sind ­– das autonome U-Boot SeaCat.

Luftaufnahme eines Offshore-Windparks mit mehreren Windkraftanlagen im Meer – ein Einsatzgebiet für Meeresbodenvermessung durch die SeaCat.

Präzise Meeresbodendaten unterstützen die Planung von Offshore-Windparks und Stromleitungen. Die SeaCat liefert dafür wichtige Informationen zu Sedimenten und Umweltbedingungen.

Ein Meilenstein für die Unterwasserarchäologie

Die SeaCat kommt auf vielen interessanten Gebieten zum Einsatz. Eines davon ist die Unterwasserarchäologie, wie im Fall der Fundstätte im Arendsee in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2003 entdeckte ein Sporttaucher historische Boote und unbekannte Konstruktion im Arendsee.

Wie sich später herausstellte, Zeugnisse verschiedener historische Epochen des Arendsees und seiner Nutzung durch den Menschen. Unter anderem wurden mehrere spätmittelalterliche Boote und ein Fischzaun zur Fischzucht aus dem Neolithikum gefunden. Insbesondere Unterwasserfunde, die teilweise mit Sediment bedeckt sind, sind schwer zugänglich. Mit ihrer Fähigkeit Sedimentschichten zu analysieren, konnte die SeaCat hier maßgeblich dabei helfen, die Funde zu erschließen.

Eine ganze Menge Technik in einem kleinen U-Boot

Die Kartierung des Meeresbodens durch die SeaCat wird mit Sonardaten erstellt. Ein Hochfrequenz-Mehrstrahl-Echolot und eine auf einer Dreheinheit montierte Kamera ermöglichen zum Beispiel die detaillierte Kartierung von vertikalen Strukturen. Das autonome Boot verfügt über eine umfangreiche technische Ausstattung und maßgeschneiderte Anwendungen, um unterschiedlichsten Anforderungen gerecht zu werden.

Es bleibt spannend, welche weiteren Geheimnisse unter Wasser verborgen sind. Eines ist jedoch klar: Ob es sich unternehmerische, archäologische oder militärische Projekte handelt, die SeaCat revolutioniert die Arbeit des Menschen und wird uns auch in Zukunft immer exaktere Informationen über die Tiefsee liefern.