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Eine tonnenschwere EuropareiseVom Rohling zum Großwälzlager

Vom massiven Stück Stahl zum voll funktionsfähigen Großwälzlager ist es ein langer Weg. Denn die Reise der Produktion beginnt mit einem zylindrischen Stahlstrang und endet schließlich bei thyssenkrupp rothe erde als einsatzbereites Herzstück diverser Anwendungen.
Drei männlich gelesene Personen vor einem Großwälzer

Die ersten Schritte: Vom Lager zur Säge

In den Ringwalzwerken von thyssenkrupp rothe erde beginnt die Reise der gigantischen Stahlringe. Doch zu Beginn ist von ihrem späteren Durchmesser noch nichts zusehen. Zu diesem Zeitpunkt haben die zylindrischen Stahlstränge lediglich einen Durchmesser von 180 mm bis 1500 mm und wiegen im Durchschnitt circa 21 Tonnen. Der Transport zur Sägeeinrichtung erfolgt daher mit Hilfe eines Starkstrommagneten.

Gestapelte zylindrische Stahlrohlinge als Ausgangsmaterial für die Produktion von Großwälzlagern.

Einer dieser Stahlstränge wiegt im Durchschnitt 21 Tonnen und ist der Ausgangspunkt für die Fertigung von hochperfomativen und qualitativen Großwälzlagern, die auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen.

Vom Zylinder zum „glühenden Donut“

 In der Trennerei schneidet sich eine Hochleistungssäge durch den Stahlstrang. Die Größe des abgetrennten Stahlzylinders hängt von der Geometrie ab, die das Großwälzlager am Ende haben soll und kann daher, je nach Auftrag, unterschiedlich ausfallen. Damit sich der Stahlzylinder nach dem Sägen zu einem Ring modellieren lässt, muss er zunächst erhitzt werden. In Spezialöfen wird der Stahlzylinder auf bis zu 1.200 Grad aufgeheizt.

Erhitzter Stahlrohling im Industrieofen als Vorbereitung für die Fertigung eines Großwälzlagers.

Ein glühender Stahlzylinder auf seinem Weg vom Ofen zur Presse, wo er zu einem Ring geformt werden soll.

Glühend heißer Stahlring wird in der Schmiedepresse zu einem Rohling für ein Großwälzlager geformt.

Mit einer Presskraft von 6.000 Tonnen wird der glühende Stahl zunächst zu einer Scheibe und anschließend zu einem nahtlos gewalzten Ring geformt.

Damit aus dem glühenden Stahlzylinder erst eine Scheibe und dann ein Ring entsteht, wird er mit einer leistungsstarken Presse gestaucht.  6.000 Tonnen Presskraft verformen den Stahl zu einer Scheibe. Mithilfe eines sogenannten „Lochers“ wird im Anschluss aus der Scheibe ein Ring gefertigt – ein Donut aus Stahl. Um ein Verkleben des Werkzeugs im Stahl zu vermeiden, wird eine Graphitschicht aufgetragen. Die Temperatur neben der Anlage beträgt rund 70 Grad Celsius.

Ein groß dimensionierter Zahnkranz wird in einer industriellen Bearbeitungsanlage von thyssenkrupp rothe erde gefertigt.

Im CNC-gesteuerten Walzprozess erhält der Stahlring seine endgültige Form. Anschließend sorgen definierte Wärmebehandlungen für die gewünschten mechanischen Eigenschaften.

Walzen und Wärmebehandeln

Die Vollendung des zunächst eher Donut-förmigen Stahlrings geschieht in einem CNC-gesteuerten und -überwachten Walzvorgang.  Danach folgt eine definierte Wärmebehandlung, in der der Ring seine mechanisch technologischen Eigenschaften erhält. Diese werden in verschiedenen zerstörenden und zerstörungsfreien Prüfverfahren überprüft.

Zwei Fachkräfte von thyssenkrupp rothe erde prüfen anhand technischer Unterlagen ein groß dimensioniertes Großwälzlager in einer Produktionshalle.

Der fertige Großwälzlager-Ring nach der Bearbeitung: Präzisionsfertigung und umfassende Qualitätsprüfungen stellen sicher, dass er höchsten Anforderungen gerecht wird.

Der Ring wird bearbeitet und das Großwälzlager montiert

 Bei thyssenkrupp rothe erde erhalten die Ringe durch verschiedene zerspanende Fertigungsschritte  ihre Konturen, wie Laufbahn, Bohrungen und ggf. Verzahnung,die sie für die Funktionen, wie die Drehbewegung und die Anbindung an die Anschlusskonstruktion benötigen. Um die Lebensdauer und verschleißfestigkeit der  Lager zu erhöhen,  werden die Laufbahnen und Verschleißflächen gehärtet. Dies geschieht durch unser induktives Härteverfahren.

Je nach Bauform und geforderten Toleranzen erfolgt die anschließende Endbearbeitung des Großwälzlagers entweder durch Hartdrehen oder durch Schleifen. Auch eine Kombination der beiden Verfahren ist möglich. Nach der Endbearbeitung werden die Ringe montiert.

Der große Moment: Alles muss passen

 Nichts geht mehr: Jetzt ist der Moment der Entscheidung gekommen. Ob alle Produktionsschritte gut in einander greifen, wird dann festgestellt, wenn Außen- und Innenring, bzw. Ober- und Unterring zusammenführt werden und als Großwälzlager gemeinsam funktionieren und problemlos die Drehbewegung bewältigen. In der Endabnahme prüfen interne als auch externe Spezialisten die Fertigung des rothe erde® Großwälzlagers: letzte Maßkontrollen werden durchgeführt, und die Erforderlichen Kräfte, die zur Drehbewegung des Lagers notwendig sind, werden abgeglichen.

Bauprojekte von großen Anlagen hängen vom Erfolg der Großwälzlagerfertigung ab. So würde eine fehlerhafte Fertigung nicht nur Zeitverlust bedeuten, sondern auch hohe Kosten – nicht zuletzt aufgrund des Erliegens des Anlagenbaus, wenn zum Beispiel eine Windkraftanlage nicht weitergebaut werden kann, weil sich die Anlieferung eines Großwälzlagers verzögert. Deswegen setzen unsere Experten bei thyssenkrupp rothe erde auf qualitative und präzise Arbeit, die sowohl auf über einem Jahrhundert Erfahrung als auch auf neuestem technologischem Know-how fußt.

Unsere Lösungen für die Dekarbonisierung der Industrie

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