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3D-Druckin der Automobilbranche

Was vor wenigen Jahren mit einem einzigen 3D-Drucker begann, ist bei thyssenkrupp Springs & Stabilizers heute fester Bestandteil der Produktion. Mehr als 1.200 Projekte zeigen, wie additive Fertigung Entwicklungszeiten verkürzt, Kosten senkt und selbst komplexe Bauteile schnell verfügbar macht.
futuristisches Straßennetz, beleuchtet

Additive Manufacturing in der Praxis

Was für viele immer noch nach Zukunft klingt, ist für andere längst gängige Praxis: Immer mehr Unternehmen produzieren Ersatz- oder Spezialteile aus dem 3D-Drucker. Unter dem Begriff „Additive Manufacturing“ – zu Deutsch „additive Fertigung“ – erobern die neuen Verfahren nun auch die industrielle Produktion. Die Möglichkeit, Bauteile auf individuelle Anforderungen maßzuschneidern, ist dabei einer der größten Vorteile des 3D-Drucks. Auch bei thyssenkrupp Springs & Stabilizers wird auf die Versorgung verschiedener Fachbereiche mit 3-Druck gefertigten Teilen gesetzt.

Wie 3D-Druck die Produktion verändert

In der additiven Fertigung liegt der Fokus auf der Entwicklung und Produktion von Bauteilen, die sich entweder mit konventionellen Mitteln nicht herstellen lassen oder bei denen, der Herstellungsprozess erleichtert werden soll. Denn: Im Vergleich zur Produktion mittels herkömmlicher Fertigungsverfahren kann mit dem 3D-Druck Zeit gespart werden. Produkte, deren Herstellungsverfahren bislang viel Zeit in Anspruch genommen haben, können nun binnen weniger Stunden angefertigt werden. Dank der additiven Fertigung können nun interne und externe Kund:innen mit 3D-gedruckten Teilen versorgen, Wartezeiten auf Bauteile verkürzen und die Effizienz von Abteilungen steigern.

Zwei Kollegen sind bei der Entwicklung und Optimierung von 3D-gedruckten Werkzeugteilen für die Produktion von Federtellern zu sehen.

Vorteile von 3D-Bauteilen

Darüber hinaus besitzen die 3D-gedruckten Ersatzteile oft eine deutlich bessere Haltbarkeit als Originalteile. Das liegt unter anderem an der Materialwahl. So konnten zum Beispiel Automobilkund:innen überzeugt werden, Aufträge an das Werk in Hagen zu übertragen. Bestes Beispiel: die Fertigung von Federtellern für den Fisker Ocean (2022) und den Jaguar Landrover (2023). Diese ‚Federteller‘ machen den Verbau vieler neuer Automobilfedern erst möglich und sind häufig aus Gummi gefertigt. Mit der 3D-Druck Herstellung der Federteller aus Gummi können die Wartezeiten für solche Teile, gegenüber den Federtellern aus dem klassischen Spritzgießprozess, deutlich verkürzt werden. Hinzu kommt, dass diese für eine bessere Dämpfung als Metall- und Kunststoffvarianten sorgen und zudem oftmals deutlich günstiger in der Produktion sind.

Unkomplizierte Ersatzteilherstellung – 3D-Druck in der Anwendung

Blickt man auf die Produktion und Qualitätssicherung der Komponenten von thyssenkrupp Springs & Stabilizers, spart der 3D-Druck viel Zeit und Kosten. Durch externe Werkzeuglieferanten entstehen enorme Kosten und manchmal reicht auch ein einfaches Kunststoffteil, um beispielsweise eine Federprüfung zu realisieren. Hinzu kommt, dass Einzelanfertigungen oder Bauteile in geringer Stückzahl meist teuer sind. Damit sie entstehen können, muss unter Umständen extra ein Werkzeug angefertigt werden, was wiederum mit Zeit und Aufwand verbunden ist. Während der Konstruktions- und Entwicklungsphase verändert sich ein Federteller immer mal wieder. Es gibt viele Korrekturschleifen bis man am Ende einen perfekt sitzenden Federteller in der Hand hält. Bei einer "normalen" Produktion würde der Prozess Monate andauern. Mit der additiven Fertigung kann das in nur wenigen Tagen erreicht werden.

Vom einzelnen Drucker zur Serienanwendung

Angefangen hat alles im Jahr 2018: Mittlerweile gibt es acht 3D-Drucker. Die Liste der 3D-gedruckten Teile umfasst inzwischen mehr als 1.200 Projekte. Es ist anzunehmen, dass in der Zukunft immer mehr Teile in Serien-Fahrzeugen zu finden sein werden, die 3D-gedruckt sind, weil sich durch den geringer werdenden Individualverkehr und die damit einhergehenden geringeren Stückzahlen der Fahrzeuge eine aufwändigere Produktion nicht lohnen würde. Aktuell lassen sich die Projekte noch in vier Kategorien einteilen: das Anfertigen von Ersatzteilen für Produktions-, Fertigungs- und Prüfmaschinen, Prüfaufbauten für den Bereich Testing und die Qualitätssicherung, die Fertigung von Prototypen und zuletzt die Fertigung von Federtellern zum Verbau direkt ins Auto.

Drei gelbe und schwarze 3D-gedruckte Bauteile auf einem Schreibtisch.

Grenzenlose Möglichkeiten

Das Potenzial des 3D-Drucks ist riesig. Dank additiver Fertigung konnte thyssenkrupp Springs & Stabilizers seine Produktion und Prozesse ganz neu zu denken. Geringe Produktionskosten, verkürzte Lieferzeiten und eine kurze Reaktionszeit zwischen Druckauftragserteilung und Fertigstellung des Drucks könnten in Zukunft ausschlaggebend für die Anfertigung von Komponenten im Automobilbereich sein. Dabei spielt jedoch nicht nur die Zeiteinsparung eine wichtige Rolle, sondern auch die Erstellung von Ersatzteilen für ältere Maschinen oder Kraftfahrzeuge, bei der Erstellung von komplexen Bauteilen oder sogar dann, wenn es keine Original-Ersatzteile mehr gibt.

Auch die erhöhte Verfügbarkeit durch Serienproduktionen ist ein weiterer wichtiger Punkt, der für den 3D-Druck spricht. So kann die Ersatzteilverfügbarkeit enorm gesteigert werden, da die benötigten Ersatzteile auf Abruf gefertigt werden können und eine Bevorratung von Ersatzteilen somit nicht mehr notwendig wäre.

Mehrere 3D-Drucker in einem Werkstattregal, daneben zahlreiche Filamentrollen für den Druck.

Zwischen Termindruck und Komplexität

Dennoch gibt es auch bei dem 3D-Druck noch Verbesserungspotential. Die größten Herausforderungen stellen die hohe Arbeitsbelastung, der Termindruck und die komplexen Bauteile dar. Jedes Bauteil unterscheidet sich und es muss ein Programm erstellt werden, um den optimalen Druck und die Haltbarkeit des Teils gewährleisten zu können.

Die Zukunft des 3D-Drucks im Werkzeugbau und der Automobilbranche

Der Bereich des Werkzeugbau wird auch bei thyssenkrupp stets weiterentwickelt und ausgebaut, um mit der steigenden Nachfrage und den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten Schritt zu halten. Die Erkenntnisse aus dem Bereich der Werkzeugkonstruktion können später auch für andere industrielle Prozesse genutzt werden. Ein besonders interessanter Aspekt für die Zukunft ist die Möglichkeit, Kund:innen nicht nur fertige 3D-gedruckte Produkte anzubieten, sondern gleichzeitig auch als Dienstleister für andere Kund:innen in Erscheinung zu treten.

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