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Die European Resilience Alliance (ERA) veröffentlicht „Clean Hydrogen Value Chain Bankability Playbook“ und fordert drei konkrete Instrumente, um Investitionsentscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auszulösen
Praxisrahmen für Investitionen:
Das Playbook zeigt, wie Europas umfangreiche Pipeline an Wasserstoffprojekten in finale Investitionsentscheidungen (FIDs) überführt werden kann.
Regulatorische Sicherheit als Grundlage:
Stabile, pragmatische Regeln sind die Voraussetzung dafür, dass privates Kapital fließt. Solange der Markt noch nicht liquide ist, braucht es zusätzlich gezielte Risikoteilung bei Nachfrage, Infrastruktur und Technologie.
Drei Instrumente mit Dringlichkeit:
beidseitige Auktionen für Wasserstoff, Differenzverträge (Contracts for Difference) für Wasserstoff-Midstreamer sowie eine zeitlich gestreckte Kostenverteilung für die Transportinfrastruktur.
Appell an die Politik:
Die ERA fordert EU und Mitgliedstaaten auf, jetzt die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit aus Projekten Infrastruktur und industrielle Kapazitäten werden.
Die European Resilience Alliance for Clean Hydrogen & Derivatives (ERA), ein von CEOs geführter Zusammenschluss führender europäischer Industrieunternehmen, hat heute ihr „Clean Hydrogen Value Chain Bankability Playbook“ veröffentlicht. Es zeigt praxisnah, wie Europas Ambitionen beim Wasserstoff in investitionsreife Projekte übersetzt werden können.
Wasserstoff ist ein zentraler Hebel für Europas Energiesicherheit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung. Er verringert die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen und bietet Sektoren, die sich nur schwer elektrifizieren lassen, eine klimafreundliche Alternative.
Seit dem ersten Positionspapier der ERA im April 2026 hat sich der Markt positiv entwickelt: Mehrere Mitgliedstaaten haben die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) weiter umgesetzt, und zusätzliche Projekte für Wasserstoff und Derivate haben die finale Investitionsentscheidung erreicht. Ziele, erste Marktdynamik und eine breite Projektpipeline sind vorhanden. Was fehlt, sind verlässliche Erlöse und Mechanismen zur Risikoteilung, damit aus dieser Pipeline Investitionen im großen Maßstab werden.
Das Kernproblem: fehlende Bankfähigkeit
Ein Wasserstoffmarkt entsteht nur, wenn entlang der gesamten Wertschöpfungskette gleichzeitig investiert wird. Produzenten, Abnehmer und Netzbetreiber sind voneinander abhängig und tragen Risiken, die weit über übliche Projektrisiken hinausgehen.
Das Playbook benennt vier zentrale Investitionshemmnisse: Unsicherheit bei Nachfrage und Erlösen, bei Infrastruktur und Systemintegration, bei Technologie und Umsetzung sowie, übergreifend, regulatorische Unsicherheit. Staatliche Eingriffe sollen sich gezielt auf jene Risiken konzentrieren, die kein einzelner Marktteilnehmer effizient tragen kann.
Grundlage bleibt eine pragmatische und stabile Regulierung. Wo verbindliche Quoten Nachfrage schaffen, sollen die verpflichteten Unternehmen das wirtschaftliche Risiko sowie die grünen Prämien tragen und entlang der Wertschöpfungskette weitergeben. Öffentliche Förderung ist daher als zielgerichtete, befristete Brücke für die Markthochlaufphase gedacht, nicht als dauerhafter Ersatz für privatwirtschaftliche Verantwortung.
Drei Instrumente, die jetzt politisches Handeln erfordern
Auf Basis von Beiträgen der Industriepartner und des Finanzbeirats der ERA bewertet das Playbook drei Instrumente danach, wie stark sie die Bankfähigkeit verbessern, kritische Risiken abdecken und privates Kapital mobilisieren:
Beidseitige Auktionen:
Wettbewerbliche Preisfindung auf Angebots- und Nachfrageseite mündet in langfristige, bankfähige Lieferverträge. Die öffentliche Förderung deckt nur die Lücke, die zum Abschluss jeder Transaktion mindestens nötig ist.
Differenzverträge für Wasserstoff-Midstreamer:
Zwischenhändler bündeln fragmentiertes Angebot und fragmentierte Nachfrage. Über einen wettbewerblich vergebenen Differenzvertrag wird die verbleibende Finanzierungslücke geschlossen.
Zeitlich gestreckte Kostenverteilung für die Transportinfrastruktur:
Netzentgelte bleiben in der Anlaufphase bezahlbar und planbar. Das ermöglicht vorausschauende Investitionen in regulierte Wasserstoffnetze. Die langfristige Refinanzierung sichern ein Amortisationskonto, ein Finanzierungsinstrument und eine staatliche oder europäische Restgarantie.
Zusammen würden diese Instrumente das Risiko entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich senken, den Markthochlauf beschleunigen und Investoren wie Kreditgebern ermöglichen, das bereitstehende private Kapital tatsächlich einzusetzen.
Vom Projekt zur Investition
Die ERA fordert die europäischen Institutionen und die nationalen Regierungen auf, die Wertschöpfungskette für sauberen Wasserstoff investitionsfähig zu machen. Regulatorische Sicherheit und Pragmatismus, kombiniert mit den Instrumenten des Playbooks, bieten dafür einen konkreten Ausgangspunkt. Schafft die Politik die richtigen Rahmenbedingungen, stehen Industrie und Finanzsektor bereit, die Projektpipeline in Investitionsentscheidungen, Infrastruktur und industrielle Kapazitäten umzusetzen.
Wasserstoff ist der Schlüssel für Europas Energieunabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Die Projekte, die Technologie und den Ehrgeiz haben wir bereits. Jetzt geht es darum, die Voraussetzungen zu schaffen, die dieses Potenzial in Investitionen verwandeln und einen sicheren, wettbewerbsfähigen Wasserstoffmarkt in Europa voranbringen.
Die jüngsten Investitionen zeigen: Der Markt kommt in Bewegung. Damit die Investitionspipeline nicht abreißt, müssen wir jetzt die Rahmenbedingungen richtig setzen. Am dringendsten brauchen wir regulatorische Kontinuität und politisches Engagement. Nur so setzen wir Investitionen frei und sichern Europas Führungsrolle. Die ERA ist bereit, gemeinsam mit Politik und allen relevanten Akteuren die Bankfähigkeit der europäischen Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu stärken.
Die vollständige Liste der an der European Resilience Alliance beteiligten CEOs umfasst:
Arturo Gonzalo Aizpiri, CEO von Enagás
Pascal De Buck, Vorstandsvorsitzender, Fluxys
Markus Rauramo, Vorstandsvorsitzender, Fortum
Olli Sipilä, Geschäftsführer, Gasgrid Finland
Willemien Terpstra, Geschäftsführerin, Gasunie
Pierre-Étienne Franc, Geschäftsführer, Hy24
Jorgo Chatzimarkakis, Geschäftsführer, Hydrogen Europe
Maarten Wetselaar, Geschäftsführer, Moeve
Hans Kreisel, Geschäftsführer, Nordion Energi
Thomas Huewener, Geschäftsführer, OGE
Nikolaus Valerius, Geschäftsführer, RWE Generation
Egbert Laege, Geschäftsführer, SEFE
Niklas Wass, Geschäftsführer, Stegra Boden
Miguel Ángel López Borrego, Geschäftsführer, thyssenkrupp & thyssenkrupp Decarbon Technologies
Über die European Resilience Alliance
Die European Resilience Alliance ist ein von CEOs geführter, wertschöpfungskettenübergreifender Zusammenschluss führender Industrieunternehmen aus ganz Europa, der sich dafür einsetzt, die Energieversorgungssicherheit und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und gleichzeitig die Dekarbonisierung voranzutreiben.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
ResilienceAlliancePMO@thyssenkrupp.com
Das vollständige Playbook finden Sie hier: https://www.eu-resilience-alliance.com/