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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, Unternehmensmeldungen, 24.11.2016, 07:00

thyssenkrupp trotz Preisverfall im Werkstoffgeschäft stabil / Korrigierte Jahresziele für 2015/2016 erreicht / Mittelzufluss deutlich über Prognose

  • Bereinigtes EBIT: rund 1,5 Mrd €
  • Nettoergebnis: 261 Mio €
  • Einsparungen mit knapp 1 Mrd € deutlich über Ziel
  • Ergebnis und Mittelzufluss im vierten Quartal wieder über Vorjahreswerten

Der Industrie- und Technologiekonzern thyssenkrupp hat trotz schwieriger Marktbedingungen seine korrigierten Ziele für das Geschäftsjahr 2015/2016 erreicht und in Teilen übertroffen. Das Nettoergebnis blieb mit 261 Mio € stabil (Vorjahr 268 Mio €); auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallen 296 Mio € (Vorjahr 309 Mio €). Beim Mittelzufluss hat thyssenkrupp die Prognose deutlich übertroffen. Der Free Cashflow vor M&A lag bei 198 Mio € (Vorjahr 115 Mio €). Erwartet worden war ein negativer bis ausgeglichener Wert.

Insgesamt wurde das Geschäftsjahr stark durch den hohen Import- und Preisdruck in den Werkstoffgeschäften geprägt. Insbesondere in Europa hat die Erholung der Preise später eingesetzt und das von einem niedrigeren Niveau als ursprünglich erwartet. Diese Auswirkungen haben die Fortschritte in den Industriegüter-geschäften überlagert und waren auch der Grund für die Anpassung der Prognose zum Halbjahr. „Die großen Schwankungen auf den Werkstoffmärkten zeigen, dass wir die Transformation zu einem starken Industriekonzern fortsetzen müssen. Die Strategische Weiterentwicklung ist unser Plan für den Umbau und die passende Antwort auf die zunehmend volatile Welt“, sagte Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandschef von thyssenkrupp. „Wir wollen den Anteil der Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte ausbauen und profitabel wachsen. An unserem nachhaltigen Mindestanspruch von 2 Mrd € Bereinigtem EBIT halten wir unverändert fest.“

Hiesinger betonte, dass in allen Geschäftsbereichen Programme zur Steigerung der Ertragskraft laufen. „Wir gehen nicht in Wartestellung, sondern konzentrieren uns auf die Dinge, die wir selbst beeinflussen können“, so der CEO. Parallel dazu investiere thyssenkrupp weiter konsequent in Forschung und Entwicklung sowie in den Aufbau neuer Fertigungsanlagen. Hiesinger: „Innovationen sind der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. Deshalb haben wir unsere Ausgaben dafür nun schon im fünften Jahr in Folge gesteigert.“

Insgesamt sind seit dem Geschäftsjahr 2011/2012 mehr als 3,5 Mrd € in Forschung und Entwicklung geflossen. Allein im zurückliegenden Geschäftsjahr waren es 778 Mio €. Diese Investitionen zahlten sich immer stärker aus, zeigte sich Hiesinger überzeugt. Als Beispiel nannte er den Technologiewechsel bei Lenksystemen. Diese Technologie ist Basis für Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren. Nach Jahren intensiver Entwicklungsarbeit baut thyssenkrupp jetzt weltweit Fabriken für die Serienfertigung. Die Automobilindustrie hat bereits Aufträge im Volumen von mehr als 7 Mrd € erteilt.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr lagen Auftragseingang und Umsatz des Konzerns mit 9 bzw. 8 Prozent unter den Vorjahreswerten. Auch auf vergleichbarer Basis, das heißt währungs- und portfoliobereinigt, gingen die Werte um 8 bzw. 7 Prozent zurück. Hauptgrund dafür war der hohe Import- und Preisdruck bei den Werkstoffgeschäften insbesondere in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres. Alleine der Preisverfall wirkt mit minus 5 Prozent. Auch der Geschäftsbereich Industrial Solutions verzeichnete eine schwächere Marktentwicklung unter anderem bei Chemieanlagen und in der Bergbauindustrie sowie aufgrund fehlender Großaufträge im Schiffsbau. Stabilisierend wirkte die Entwicklung bei Components Technology und Elevator Technology, deren Auftragseingang und Umsatz auf oder über dem Vorjahresniveau lagen.

Trotz des schwierigen Marktumfelds konnte thyssenkrupp seine operative Ertragskraft im zurückliegenden Geschäftsjahr von Quartal zu Quartal steigern. Im Schlussquartal lagen Ergebnis und Mittelzufluss bereits wieder über den Vorjahreswerten. Dennoch blieb das Bereinigte EBIT im Gesamtjahr mit rund 1,5 Mrd € hinter dem Vergleichswert zurück (Vorjahr 1,7 Mrd €). Besonders positiv entwickelten sich einmal mehr das Aufzugsgeschäft und die Komponentenfertigung für die Automobilindustrie. Elevator Technology steigerte das Bereinigte EBIT um 8 Prozent auf 860 Mio € (Vorjahr 794 Mio €). Die Marge kletterte auf 11,5 Prozent (Vorjahr 11,0 Prozent). Bei Components Technology stieg das Bereinigte EBIT um 7 Prozent auf 335 Mio € (Vorjahr 313 Mio €). Die Marge verbesserte sich auf 4,9 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent). Auch Steel Americas konnte sich operativ deutlich steigern. Die Ergebnisbeiträge von Industrial Solutions, Materials Services und Steel Europe konnten das Niveau des Vorjahres hingegen nicht erreichen.

Das Effizienzsteigerungsprogramm „impact“ leistete auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen signifikanten Beitrag zur Stabilisierung des Unternehmens: Mit EBIT-Effekten von knapp 1 Mrd € lagen die Einsparungen erneut deutlich über dem selbstgesteckten Ziel von 850 Mio €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Beibehaltung der Dividende in Höhe von 0,15 € je Aktie vor. Der Dividendenvorschlag berücksichtigt das außergewöhnlich schwache Werkstoffumfeld im 1. Halbjahr, die deutliche Leistungssteigerung in der 2. Jahreshälfte, den Ausblick auf eine deutliche Ergebnisverbesserung im laufenden Geschäftsjahr sowie die bilanziellen Erfordernisse.

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns beliefen sich zum 30. September 2016 auf 3,5 Mrd € (Vorjahr 3,4 Mrd €). Unter Berücksichtigung der freien Liquidität von 8 Mrd € sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp solide finanziert.

Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahresstichtag von 3,3 Mrd € auf 2,6 Mrd € verringert. Hauptursache ist das anhaltend niedrige Zinsniveau. Es erforderte eine Neubewertung der Pensionsverpflichtungen. Dieser Effekt wirkt sich rein buchhalterisch aus, ein Mittelabfluss fand nicht statt. Entsprechend verschlechterte sich das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Eigenkapital. Das Gearing stieg um 31 Prozentpunkte auf 134 Prozent. Ohne den Zinseffekt hätte es zum Bilanzstichtag bei 100 Prozent gelegen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2016/2017 ist thyssenkrupp vorsichtig optimistisch. Der Vorstand erwartet weitere Fortschritte bei der Strategischen Weiterentwicklung. Das Bereinigte EBIT soll auf rund 1,7 Mrd € steigen. Beim Jahresüberschuss prognostiziert das Unternehmen eine deutliche Verbesserung. Der Free Cashflow vor M&A wird leicht positiv erwartet. Mit positiven EBIT-Effekten von 850 Mio € soll das Effizienzsteigerungsprogramm „impact“ erneut einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten.

Zum Geschäftsbericht.

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Twitter: @thyssenkrupp

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