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Interview mit Dr. Cetin Nazikkol

Das Team der Regional Platform APA hat mit einer Verlagerung des Fokus und einer schlankeren Aufstellung eine ziemliche Veränderung mitgemacht. Ein Interview mit Dr. Cetin Nazikkol zur aktuellen Situation und wie die Region mit den Segmenten zusammenarbeitet.

F: Die Regional Platform Naher Osten, Afrika, Indien und Asien-Pazifik (früher Regional Headquaters) haben sich kürzlich zur PR APA (Asien-Pazifik-Afrika) zusammengeschlossen. Welche Änderungen gehen mit der Zusammenschließung einher?

Dr. Cetin Nazikkol: Die Fusion war zunächst eine Konsequenz aus der Group of Companies, da eine Straffung der Ressourcen notwendig war. Angesichts der aktuellen Situation war dies der richtige Schritt. Die Teams in der Region arbeiten seither nicht mehr unabhängig voneinander, sondern arbeiten enger zusammen, was eine höhere Effizienz und Flexibilität ermöglicht. Ich schätze vor allem, dass unsere Teams jetzt leistungsstärker sind, da sich wir jetzt ein großes Team sind. Dies hat uns enorm bei Angelegenheiten wie dem Marktscreening geholfen, da wir nun mit Kollegen in anderen Ländern zusammenarbeiten, die möglicherweise über Fachwissen verfügen, statt separat zu arbeiten.

F: Mit diesen Veränderungen muss es einen neuen Fokus für die Region geben. Können Sie uns sagen, was das sein könnte?

Dr. Cetin Nazikkol: Die Region hat den Fokus auf Geschäftsentwicklung gelegt. Um genauer zu sein, auf die Erkennung neuer Märkte und die Entwicklung neuer Technologien und Services für potenzielle Geschäftspartnerschaften. Ergebnisse haben wir bereits gesehen, wie zum Beispiel mit den beiden TechCentern in Singapur und Indien.

Als Teil des Plans der Regierung von Singapur, ihr Image als regionale Innovationsdrehscheibe zu festigen, unterstützt sie zum Beispiel proaktiv Unternehmen in Singapur, indem sie sie ermutigt und mit den notwendigen Ressourcen ausstattet. Dies haben wir uns durch die Gründung von thyssenkrupp Innovations und die Zusammenarbeit mit Wilhelms Ship Services zunutze gemacht. Mit dieser Partnerschaft wollen wir der größte Anbieter von additiven Fertigungsteilen im maritimen Sektor werden.

Zusätzlich haben wir auch das TechCenter in Indien, bei dem wir uns darauf konzentrieren, der digitale Talent- und Service-Hub für thyssenkrupp Unternehmen zu sein. Das Zentrum kombiniert ein Nischen-Skillset in unter anderem den Bereichen Analytik, künstliche Intelligenz, mobile Apps und digitale Lösungen, mit niedrigen Kosten und einer hohen Verfügbarkeit von Talenten. Ich sehe hier ein riesiges Potenzial für unsere Gruppe, denn digitale Lösungen und Geschäftsmodelle werden zukünftig von großer Bedeutung sein.

Was sich jedoch mit der neuen Struktur nicht ändert, ist die Verantwortung der Region für das Krisenmanagement auf lokaler und regionaler Ebene. Um eine Krise gut zu bewältigen, muss man die lokale Kultur, das Umfeld und die Gesetze verstehen. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, wie schnell kleine Probleme zu einer Krise werden können, die schnelles Handeln vor Ort erfordert.

Interview mit Dr. Cetin Nazikkol

F: Das klingt äußerst interessant. Aber das muss ich noch fragen – die Segmente legen ebenfalls einen Hauptfokus auf Geschäftsentwicklung. Wie lässt sich das mit den Bemühungen der Region vereinbaren?

Dr. Cetin Nazikkol: Ich denke, es ist wichtig zu erwähnen, dass die Regional Platform APA nicht versucht, die Geschäftsentwicklungsbemühungen der Segmente zu ersetzen. Vielmehr sind wir hier, um zu ergänzen. Da die Segmente nicht in jeder Region vertreten sein können, bieten die RPs viele Möglichkeiten und können bestimmte Dinge beschleunigen. Zum Beispiel ist es wichtig, lokale Netzwerke zu haben um in APA Geschäfte zu machen.

Die Regional Platform APA stellt die ständige Vertretung von thyssenkrupp in einer Region dar, die massives Zukunftspotenzial hat. Das Ziel ist klar: wir wollen thyssenkrupp als Wissenspartner positionieren und die Segmente durch ein systematisches Screening der Märkte und die Identifizierung von potentiellen Stakeholdern und neuen Geschäftsmöglichkeiten unterstützen.

Wir haben dies bei der Zusammenarbeit mit CarValoo gesehen. Während das Unternehmen Expertise und Knowhow einbrachte, unterstützten wir das Vertriebs- und Business-Development-Team bei der Ausgestaltung eines regionalen Geschäftsmodells und der Identifizierung der richtigen Partner in der Region, denen sie ihre Technologie anbieten können.

F: Dies ist eine gute Überleitung für uns. Zu den Segmenten: es schein, als wäre das buy-in von externen Stakeholdern extrem wichtig. Können Sie das genauer ausführen?

Dr. Cetin Nazikkol: Ich will ehrlich sein, dieses Modell funktioniert am besten, wenn und falls es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gibt. Es gibt viele vergangene Fälle, in denen Segmente auf uns zukamen, um uns bei bestimmten Projekten zu unterstützen oder in denen wir einfach gemeinsam eine Idee entwickelt haben. Wir arbeiten daran, diesen Trend fortzusetzen und haben bereits erste gute Ergebnisse gesehen, wie etwa die Zusammenarbeit zwischen Marine Systems und unsere Partnerschaft für additive Fertigung.

In den nächsten zwei Monaten haben wir vor, konkrete Projekte zwischen den Segmenten und dem TechCenter für Analytik in Pune, Indien, zu etablieren. Mit Industrie 4.0 erhöhen wir Kapazitäten, um auf die steigende Servicenachfrage unserer internen sowie externen Klienten zu erfüllen.

F: Danke für die Transparenz. Das hört sich nach einer Herausforderung an, aber hoffentlich eine optimistische. Was ist demnach der nächste Schritt für RP APA?

Dr. Cetin Nazikkol: Ja, es ist in der Tat eine Herausforderung, aber ich bin zuversichtlich. Das Team hat bereits damit begonnen, das Green Hydrogen Team in der Entwicklung lokaler und regionaler Strategien für grünen Wasserstoff und grüne Technologien gezielt zu unterstützen. Wir arbeiten mit dem Digital Sales Lab und den CPT-Kollegen im arabischen Raum auch an einer Stakeholder-Methodik, um sicherzustellen, dass es einen strukturierten und ganzheitlichen Ansatz für das Stakeholder-Management in der Region gibt. Und es ist noch mehr in der Pipeline.                     

F: Fantastisch, darauf freuen wir uns schon. Gibt es etwas, das Sie noch hinzufügen möchten?

Dr. Cetin Nazikkol: thyssenkrupp befindet sich in einem großen Transformationsprozess, dessen Auswirkungen in der gesamten Organisation zu spüren sind. Wir alle teilen das Ziel, thyssenkrupp wieder erfolgreich zu machen, und als Vertreter der Region kann ich getrost sagen, dass wir uns entsprechend anpassen und das tun, was nötig ist. Auch wenn wir derzeit Segmente bei Ausstiegsplänen in einigen Märkten unterstützen, sehen wir auch Markteintrittspläne, was ermutigend ist. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, aber ich glaube, dass die gegenseitige Unterstützung thyssenkrupp helfen wird, dem Ziel einen Schritt näher zu kommen.