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Unternehmensmeldungen, 23.04.2001, 02:00

150 Mio EURO - Investitionsobjekt TAKO vollendet

Modernstes Kaltwalzwerk der Welt hat Betrieb in Duisburg aufgenommen

Seit dem 26. März 2001 läuft TAKO, das weltweit modernste Kaltwalzwerk seiner Art, im Werksbereich Duisburg-Beeckerwerth der Thyssen Krupp Stahl AG. Mit einer Feier am 3. April wurde die fast 150 Mio EURO teuere Anlagenkonfiguration nach knapp zwei jähriger Bauzeit offiziell eingeweiht. "Mit dieser wichtigen Investition wird unser Standort Duisburg und damit die Thyssen Krupp Stahl AG in ihrer Wettbewerbsfähigkeit deutlich gestärkt", betonte der TKS-Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Kohler bei der Einweihung im Kreise von Kunden, Vertretern des Baukonsortiums sowie Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik. "Wir können jetzt noch höhere Anforderungen unserer Kunden an die technologischen Eigenschaften und die Qualität der erzeugten Feinbleche erfüllen. TAKO ist deshalb eine Investition in die Produktzukunft unseres Werkstoffs Stahl, entsprechend unserer Leitlinie: Wir denken Stahl weiter", betonte Kohler.

Das Kürzel TAKO steht für die Errichtung einer neuen Hightech-Tandemstraße, die mit der vorhandenen und im Zuge des Projekts modernisierten Beize gekoppelt wurde. Dadurch kann der Produktionsprozess kontinuierlich gestaltet werden. Warmbandcoils werden zu einem Endlosband verbunden und in der Beize entzundert. Danach erfolgt eine Umlenkung des Bandes um 90 Grad in die Tandemstraße, wo das Material unter Einsatz modernster Technologien zu Feinblech ausgewalzt wird.

"TAKO markiert einen Technologiesprung", erläuterte Technikvorstand Dr. Karl-Ulrich Köhler. "Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie Spitzenwerte hinsichtlich Qualität, Toleranzen und Umformleistung ermöglicht." Thyssen Krupp Stahl kann die Kunden jetzt mit extrem breiten und dünnen kaltgewalzten Feinblechen beliefern. Die Auslegung der Tandemstraße ermöglicht die Fertigung von Bändern in Breiten von 1000 bis 2040 Millimetern und Dicken von 0,3 bis 4 Millimetern. Einen Programmschwerpunkt werden hochfeste Mehrphasenstähle für den automobilen Leichtbau bilden.

Durch den kontinuierlichen Prozess werden Oberflächenfehler minimiert. Außerdem sorgen spezielle Einrichtungen beim Walzprozess über die gesamte Breite bis zu den Kanten für eine gleichmäßige Dicke des Bandes. Um die Banddicke auf ein Tausendstel Millimeter genau walzen zu können, ist die elektrische Ausrüstung mit höchsten Ansprüchen an die Regelkreise und Rechnerfunktionen realisiert worden. Unter anderem werden künstliche neuronale Netze eingesetzt, um lernfähige technische Systeme aufzubauen. Insgesamt werden die Toleranzen der Produkte unter einem Prozent liegen - auch dies ist ein Spitzenwert. Ein Vergleich mit den bisherigen Walzmöglichkeiten und die gesammelten Betriebserfahrungen sprechen dafür, dass dieses Ziel erreicht wird.

"Mit der neuen Anlagenkonfiguration werden wir zum einen unsere Walzkapazität um 30.000 Tonnen auf 172.000 Tonnen Feinblech im Monat ausweiten und dadurch unsere Position auf dem Gebiet des hochwertigen Feinblechs ausweiten", erläuterte Kohler. "Zum anderen sorgt TAKO für höchste Produktqualität und ein breites Produktspektrum mit hervorragenden Abmessungen." Damit, so Kohler, sei ein weiteres Mal unter Beweis gestellt, dass TKS auf die Anforderungen des Marktes flexibel reagiert, um langfristig eine führende Rolle im Wettbewerb einzunehmen.

Mit dem Bau von TAKO war im Juni 1999 begonnen worden. Mechanik und Elektrik wurden im Januar 2000 eingebaut, und bereits acht Monate später starteten die Funktionsproben bei TAKO. Die Kaltinbetriebnahme - ohne Band - erfolgte im September 2000, die Warminbetriebnahme begann im November. Bis März 2001 liefen dann provisorische Kopplungen und seit dem 26. März ist die Kopplung von Beize und Tandemstraße perfekt. "Die Hochlaufphase wird Ende Juni dieses Jahres abgeschlossen sein", blickt Technikvorstand Köhler in die Zukunft.

Duisburg, 3. April 2001

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