Im Carbon2Chem Technikum wird die technische Umsetzung des Konzepts unter realen Hüttengas-Bedingungen getestet. Es hat eine Fläche von 3.700 Quadratmetern und liegt direkt neben dem Werksgelände der thyssenkrupp Steel Europe AG in Duisburg. Seine Demonstrationsanlagen sind in das Leitungsnetzwerk des integrierten Hüttenwerks eingebunden. Der erste Spatenstich fand am 2. November 2016 statt. Die Inbetriebnahme war nur 16 Monate später, im März 2018. Die offizielle Eröffnung fand zugleich mit der ersten Herstellung von Methanol aus Hüttengasen am 20. September 2018 statt.

Kompetenzen vernetzen

Kompetenzen vernetzen

Das Technikum bietet den Projektpartnern einzigartige Möglichkeiten, an einem zentralen Ort unter einheitlichen Bedingungen zusammenzuarbeiten. Dadurch werden Kompetenzen vernetzt und die erzielten Arbeitsergebnisse sind vergleichbar. So lassen sich unterschiedliche Disziplinen miteinander verknüpfen und zu großindustriellen Lösungen erweitern. Die umfassende Optimierung des sektorübergreifenden Netzwerks ist deutlich erfolgversprechender als die isolierte Verbesserung einzelner Branchen, wie der Stahlherstellung, der chemischen Produktion oder der Energieversorgung jeweils für sich.

Gas reinigen

Carbon2Chem® nutzt Erneuerbare Energien.

Die Gasreinigung ist eine der Schlüsseltechnologien des Technikums. Sie verarbeitet 240 Kubikmeter Hüttengas pro Stunde. Dabei muss das Gas von Verunreinigungen befreit werden, so dass es den hohen Reinheitsanforderungen an Synthesegas entspricht. Das Synthesegas wird für die katalytischen Prozesse bei der Chemikalienproduktion gebraucht.

Das gereinigte und aufbereitete Synthesegas fließt in das Technikumslabor mit den Versuchsaufbauten für die Synthese von Methanol, Ammoniak und höheren Alkoholen.

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Wasserstoff herstellen

Wasserstoff herstellen

Grüner Wasserstoff für die chemische Synthese wird mit Hilfe erneuerbarer Energie aus Wasser hergestellt. thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers hat dafür eine zwei Megawatt Wasserelektrolyse Anlage gebaut, die im Technikum seit März 2018 in Betrieb ist. Für die positive Klimabilanz des Carbon2Chem Projekts ist es entscheidend, dass die Elektrizität für die Wasserelektrolyse nicht aus fossilen, sondern aus erneuerbaren Quellen stammt. Ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit bei der Wasserelektrolyse besteht darin, das Verhalten der Anlage bei schwankender Energieversorgung zu untersuchen.

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