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Karriere veredelt: Internationale Herausforderung im Edelstahl-Einkauf

Maciej Kowalski liebt herausfordernde Jobs. Als dem Polen ein verantwortungsvoller Job in Deutschland angeboten wurde, überlegte der Procurement-Spezialist deshalb nicht allzu lange: 2017 zog Maciej mit der Familie ins Nachbarland. Seit 2019 ist er als Head of Category Stainless Steel bei thyssenkrupp Schulte verantwortlicher Einkäufer für alle Edelstahlprodukte.

An dieses eine Meeting aller Einkäufer der thyssenkrupp Stahlsparten in Europa hat Maciej noch allerbeste Erinnerungen: Nach einem der regelmäßigen Einkäufer-Meetings überraschte Patrick Marous, damals Head of Global Product Management und heute CEO Operating Unit Aerospace bei thyssenkrupp Aerospace, Maciej mit einer sehr direkten Frage. Einer Frage, die sein Leben verändern sollte. „Patrick Marous fragte mich, ob ich Lust hätte, Cluster Manager für Edelstahl im Global Product Management am Standort Essen zu werden“. Damals hatte Maciej als „Head of Product, Stainless Steel Long“ bei thyssenkrupp Energostal in Polen, heute tkM Poland, bereits einen verantwortungsvollen Job. Doch die Herausforderung ins Ausland zu gehen, reizte ihn.

„Ich war erst zurückhaltend, vor allem natürlich wegen meiner Familie“, verrät Maciej. „Doch nachdem wir viel miteinander gesprochen hatten, stand unser Entschluss: Wir versuchen es, zumindest für ein paar Jahre“. Der Versuch war erfolgreich: Im Februar 2017 trat Maciej seinen neuen Job an, 2021 geht die Kowalski-Familie also in ihr fünftes Jahr in Deutschland.

„Es war natürlich schwer, Verwandte und Freunde zurückzulassen“, so Maciej. „Aber die deutsche und die polnische Kultur sind sich sehr ähnlich. Es ist toll, in Deutschland zu leben.“ In den ersten Monaten kommunizierte Maciej vor allem auf Englisch. Doch sein Deutsch wurde besser und besser. Heute spricht Maciej hervorragend die deutsche Sprache.

Inzwischen haben sich die Kowalskis in Deutschland eingelebt und einen großen Freundeskreis aufgebaut. Auch von den neuen Arbeitskolleginnen und -kollegen hatte Maciej sofort einen guten Eindruck: „Wir haben von Anfang viel Unterstützung erhalten. Egal, ob es darum ging, eine Wohnung und eine Schule für unsere Tochter zu finden, oder ob es um profane Dinge wie die Kfz-Versicherung geht“.

Ein herausfordernder Job

Als „Cluster Manager“ für Ost- und Westeuropa obliegt Maciej bei thyssenkrupp in Essen seit 2017 die Koordination aller Einkäufern für Edelstähle in der Region. Dann wartete die nächste Herausforderung. Als Head of Category Stainless Steel stieg Maciej 2019 bei thyssenkrupp Schulte in Dortmund ein. Hier ist er verantwortlicher Einkäufer für alle Edelstahlprodukte und als leitender Einkäufer („Lead Buyer“) für verschiedene Lieferanten zuständig. Zudem kümmert sich Maciej auch weiterhin um das Management, der regionalen Einkäufer in Ost- und Westeuropa.

„Es ist manchmal schwer, beide Aufgaben zu vereinen. Aber ich mag herausfordernde Jobs“. Und im Besonderen die Edelstahlbranche: „Edelstahl ist zwar ein shiny Werkstoff mit super Eigenschaften“, schmunzelt Maciej. „Aber vor allem ist es das Business, das mich in der Welt der Edelstähle so fasziniert. Ich wollte immer schon in einem internationalen Bereich arbeiten – und das mache ich auf höchstem Niveau.“

Beschaffung hat großen Einfluss auf wirtschaftlichen Erfolg

Für ein Handelsunternehmen wie thyssenkrupp Schulte liegt der wirtschaftliche Erfolg vor allem in der Beschaffung. „Als Handelsunternehmen haben wir natürlich nicht so viel Wertschöpfung. Die Marge wird deshalb stark vom Procurement-Bereich bestimmt“, ist Maciej überzeugt. Doch auch andere Kriterien sind im Einkauf von größter Wichtigkeit. „Viele unterschätzen oft die Komplexität im Einkauf. Denn Marge ist längst nicht alles. Vor allem die Produktqualität ist wichtig, aber auch Faktoren wie Zahlungsbedingungen, Liefertermine oder Lagerkosten. All das und noch viel mehr müssen wir bei unserer Strategie beachten“.

Auch die Rohstoff- und Marktentwicklungen weltweit müssen Maciej und seine Teams genauestens im Blick haben. „Was in Indonesien oder China passiert, hat einen Einfluss auf die Entwicklung in Europa. Die internationalen Lieferketten zu verstehen, ist sehr wichtig, aber auch extrem interessant.“

Eine weitere Herausforderung: Der intensive Wettbewerb in der Branche. Um wettbewerbsfähig zu sein, kommt der Beziehung zu den Lieferanten eine wichtige Rolle zu. „Um stets wettbewerbsfähig zu sein, benötigen wir nicht nur die passende Strategie und eine klare Vision. Wir müssen uns unseren Lieferanten gegenüber immer als attraktiver Partner positionieren. Nur dann haben wir Vorteile bei ihnen“.

All das macht den Job für Maciej spannend: „Ich treffe mich sehr gerne mit Leuten, mit denen ich über den Markt diskutieren kann. Die Verhandlungen mit Lieferanten machen großen Spaß. Wir befinden uns heute zum Beispiel schon in Diskussionen über Lieferzeiten, die weit in der Zukunft liegen. Der Edelstahlmarkt ist sehr volatil und wir müssen dynamisch handeln und unsere Strategie entsprechend anpassen. Das ist hoch spannend. Und auch wenn ich mich wiederhole: Ich brauche einen herausfordernden Job. Ein langweiliger Job wäre nichts für mich“.