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Bye-Bye Einwegplastik! Mit dem Biokunststoff PLA zu mehr Nachhaltigkeit und gesunderen Meeren

Die Plastikverschmutzung ist heute eine der größten Bedrohungen für unsere Ozeane. Jährlich landen mehr als zehn Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Der Müll kostet Tausenden Meerestieren das Leben, gefährdet unsere Gesundheit und bringt unsere wichtigsten natürlichen CO2-Speicher aus dem Gleichgewicht. Mit dem Biokunstoff PLA schafft thyssenkrupp eine nachhaltige Alternative, die nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist.

Klimakrise und Plastikmüll: Was im ersten Moment nach zwei unabhängigen Umweltproblemen klingt, ist untrennbar miteinander verknüpft. Als größte natürliche CO2-Speicher der Erde sind unsere Ozeane die stabilisierende Kraft unseres Klimasystems und essentiell im Kampf gegen die Erderwärmung. Sie bedecken 71 Prozent der Erdoberfläche, nehmen 20 bis 30 Prozent unserer Treibhausgase auf und produzieren 50 Prozent des weltweiten Sauerstoffs. Kurzum: Jeder zweite Atemzug, den wir nehmen, kommt aus dem Meer – ohne unsere Ozeane wäre unser heutiges Leben unvorstellbar. Doch das komplexe Ökosystem gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht.   

Zehntausend Tonnen – Nur die Spitze des Müllbergs

Jährlich kostet der Plastikmüll circa 135.000 Meeressäugern das Leben. Jedoch sind die riesigen Müllberge nur die Spitze des Eisbergs. Denn im Salzwasser zersetzt sich erdölbasierter Kunststoff in winzig kleine Partikel und gefährliche Inhaltsstoffe, die später auch auf unseren Tellern landen.

Schluss mit Einwegplastik!

Aber nicht nur die Entsorgung von Einwegplastik ist schwierig, auch die Produktion verursacht Unmengen an CO2. Deshalb gilt in der EU seit dem 3. Juli 2021 ein Verkaufsverbot von Artikeln aus erdölbasiertem Einwegplastik. Darunter fallen Produkte wie Strohhalme, Coffee-to-Go-Becher, sowie Plastik-Besteck und -Geschirr.

Praktisch ist sie ja, die Plastiktüte im Supermarkt – aber die CO2-Bilanz des erdölbasierten Materials gefährdet Klima und Ozeane.

Für die Grillparty müssen wir zukünftig also auf grüne Alternativen zurückgreifen. Der Markt für Holz, Bambus und dem Biokunststoff PLA wächst. Mit einer neuen Technologie macht thyssenkrupp die Produktion der grünen Plastikalternative jetzt auch wirtschaftlich attraktiv.

Die grüne Lösung: Biokunststoff PLA


Die Plastiktüte ist schnell mit dem Jutebeutel ersetzt. Aber auch für Lebensmittelverpackungen gibt es einen vielversprechenden Weg, um den Verbrauch von fossilen Rohstoffen zu senken und unsere Ozeane zu schützen: Grünes Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen.

Eines der attraktivsten Vertreter dieser Bio-Polymere ist Polylactid, kurz PLA. PLA besteht nicht nur zu 100 Prozent aus biologisch abbaubaren Materialien — es kann dank seiner physikalischen und mechanischen Eigenschaften herkömmliche, erdölbasierte Polymere in vielen Bereichen ersetzen. Und damit die weltweite CO2-Bilanz nachhaltig verbessern. Als Ausgangsstoff für die PLA-Produktion dient Milchsäure, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zucker, Stärke oder Cellulose gewonnen wird.

Vielseitig, kompostierbar und nahezu CO2-neutral – das sind die Vorzüge des Biokunststoffs Polylactid, kurz PLA.

Der Vorteil: PLA stellt keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar – im Gegenteil, erklärt Udo Mühlbauer von thyssenkrupp, der Experte für den Biokunststoff ist. „Zum einen ist der Flächenbedarf für den Anbau der benötigten Rohstoffe extrem gering. Zum anderen können wir Abfälle aus der Lebensmittelindustrie für die Herstellung von PLA wiederverwenden.“

Trotz grünem Trend und neuen EU Richtlinien ist der wirtschaftliche Durchbruch für PLA aber nicht leicht. “Biokunststoffe wie Polylactide stellen sich gegen den etablierten Kunststoffmarkt“, so Mühlbauer. „Erdölbasierte Polymere werden in riesigen Anlagen produziert und können so deutlich günstiger hergestellt werden. Der Markt für Biokunststoffe ist im Vergleich dazu sehr klein und die Produkte damit teurer“.

PLAneo®: thyssenkrupp macht Polylactid zur echten Alternative

 

thyssenkrupp ist diese Herausforderungen angegangen – und hat in den vergangenen Jahren ein eigenes Herstellungsverfahren für den Biokunststoff entwickelt. Im chinesischen Changchun setzen die Expert:innen ihre patentierte Technologie namens PLAneo®  zum ersten Mal in einer kommerziellen Anlage ein für die Jilin COFCO Biomaterial Corporation, eine Tochter von Chinas größtem Lebensmittel- und Getränkekonzern.

Um das Verfahren für die Produktion des Biokunststoffs zu verbessern, forschte thyssenkrupp mehrere Jahre lang in einer Pilotanlage in Guben in der Niederlausitz. Das Ergebnis: die PLAneo®-Technologie.

Der große Vorteil von PLAneo®: Die Technologie macht es möglich, den Biokunststoff besonders effizient und ressourcenschonend zu produzieren – und das zu einem Preis, der mit herkömmlichem Plastik konkurrieren kann. Bei der Entwicklung profitierte thyssenkrupp vom jahrzehntelangen Know-how aus dem Bau von über 400 Kunststoffanlagen weltweit.

„PLAneo® eignet sich auch für großtechnische Anlagen mit Kapazitäten von bis zu 100.000 Tonnen pro Jahr. Das senkt die Produktionskosten entscheidend“, so Udo Mühlbauer, der die chinesische Anlage eng betreut. „Außerdem haben wir den Energieverbrauch des Verfahrens durch ein Energierückgewinnungssystem reduziert. Auf diese Weise senken wir die Kosten weiter und machen die Produktion gleichzeitig nachhaltiger.“

PLA ist für fast alle Anwendungsgebiete gewappnet

 

PLA ist hochflexibel einsetzbar und muss sich vor erdölbasiertem Plastik auf keinem Gebiet verstecken. Auch nicht in der Medizin. Da der menschliche Körper PLA restlos abbauen kann, eignet sich der Biokunststoff perfekt für Implantate, Nahtmaterial oder als Basis für die Züchtung von Gewebe.

Die Ausgangsstoffe für PLA sind biologisch – aus Zucker, Stärke oder Cellulose, die dann zu Milchsäure weiterverarbeitet werden. Daraus entstehen dann Becher und T-Shirts...
... kompostierbare Plastikverpackungen für alle Arten von Lebensmitteln...
... oder andere grüne Produkte für Chemie, Industrie und Medizin.

 Auch in der Landwirtschaft sieht Udo Mühlbauer viel Potenzial für den Einsatz des grünen Kunststoffs: „Biokunststoffe, insbesondere eine Kombination aus Polyester und PLA, können problemlos eingepflügt werden, denn sie verrotten mit der Zeit.“ Und mit kompostierbaren Bio-Müllbeuteln und Kaffeekapseln aus PLA kann jeder den eigenen Haushalt nachhaltiger gestalten und unsere Ozeane vor noch mehr Müll schützen.

Die Zukunft von Biokunststoff: große Herausforderungen – tolle Perspektiven

 

Klar ist: Trotz neuer Gesetze ist der Weg zur erdölfreien Plastikproduktion noch weit. PLA steht noch vor vielen Herausforderungen. Die Abfallsysteme müssen sich zum Beispiel noch auf die umweltfreundlichen Materialien umstellen. Aktuell gibt es in Deutschland keinen eigenen Recycling-Pfad für PLA-Produkte – die wertvollen Rohstoffe werden oft mit dem herkömmlichen Plastikmüll verbrannt. Langfristig müssen sich Verpackungs- und Plastikhersteller aber auf grüne Alternativen umstellen, denn der Markt für Biokunststoffe wird auch in den kommenden Jahren weiterwachsen. Das ist nicht zuletzt auf das zunehmende Umweltbewusstsein von Industrie, Politik und Verbrauchern zurückzuführen.