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Prognose 2018/2019

Die nachfolgende Prognose bezieht sich auf die fortgeführten Aktivitäten, d.h. den Gesamtkonzern ohne die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten; letztere enthalten die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate.
Zusätzlich werden die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten berichtet, die bis zum Closing der Transaktion vollkonsolidiert werden. Ab Closing erfolgt die Bilanzierung unseres 50 %-Anteils am Joint Venture At Equity.

Gesamtaussage des Vorstands

Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt im Geschäftsjahr 2018 / 2019 die weiteren operativen Fortschritte in unseren Segmenten widerspiegeln werden. Dabei ist zu berücksichtigen,dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Zuletzt haben die Unsicherheiten hinsichtlichder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zugenommen. Diese Unsicherheiten ergeben sichunter anderem aufgrund geopolitischer Krisenherde sowie in der globalwirtschaftlichen Entwicklunginsbesondere aus

  • dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA, vornehmlich einer weiteren Eskalation der bestehenden handelspolitischen Konflikte mit entsprechenden protektionistischen Gegenmaßnahmen Chinas und der EU, die das globale Wirtschaftswachstum spürbar negativ beeinflussenkönnen
  • dem nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtiger Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt
  • dem Ergebnis der Brexit-Austrittsverhandlungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft – vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern Europas; zudem der Konflikt im Euroraum hinsichtlich des italienischen Haushaltsentwurfs und die zunehmenden Sorgen um dessen finanzpolitische Stabilität
  • der angestrebten Normalisierung der Geldpolitik
  • Verwerfungen im Automobilsektor unter anderem aus der Einführung neuer Abgasnormen und Emissionsmessverfahren (WLTP)
  • der Volatilität und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten
  • den anhaltend strukturellen Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen –unter anderem eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte.

Wichtige Voraussetzung für das Eintreffen der erwarteten Entwicklung bei unseren Kernsteuerungsgrößen ist, dass Auswirkungen aus möglichen Änderungen der beschriebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überschaubar bleiben und auch keine signifikanten Effekte aus Veränderungender Wechselkurse eintreten. Sollten diese Unsicherheiten jedoch deutlich negativ auf die konjunkturelle Entwicklung ausstrahlen und sich eintretende Risiken insbesondere für unsere Hauptabnehmerbranche Automobil summieren, ist eine Ausprägung unserer Kernsteuerungsgrößen deutlich unterhalb der nachstehend formulierten Prognose zu erwarten.
Insgesamt blicken wir jedoch vorsichtig optimistisch auf die Geschäftsentwicklung 2018 / 2019 und erwarten für unsere fortgeführten Aktivitäten eine deutliche Verbesserung beim Bereinigten EBITund Free Cashflow vor M & A sowie einen positiven Wertbeitrag für den Konzern.

Erwartung 2018 / 2019: Deutliche Verbesserung bei Ergebnis und FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten; Wertbeitrag des Konzerns positiv

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten wird voraussichtlich – adjustiert um Effekte aus der Erstanwendung des IFRS 15 – im Vergleich zum Vorjahr im unteren einstelligen Prozentbereich wachsen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten, adjustiert um Effekte aus IFRS 15: 33,6 Mrd €). Dabei sollte der infolge von Effekten aus Restrukturierungen und Handelsrestriktionen potenzielle Rückgang bei Materials Services durch Wachstum in den anderen Segmenten überkompensiert werden.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten wird voraussichtlich bei >1 Mrd € liegen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 706 Mio €); unterstützt durch Initiativen aus dem Konzernprogramm „impact“.

  • Bei Components Technology erwarten wir – in Annahme einer weitgehend stabilen Autokonjunktur– eine deutliche Erholung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 197 Mio €) aus einer Steigerung des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr, adjustiert um Effekte aus IFRS 15:6,6 Mrd €) und einer deutlichen Verbesserung der Marge (Vorjahr, adjustiert um Effekte ausIFRS 15: 3,0 %). Dies folgt insbesondere aus dem Entfall der zusätzlichen Aufwendungen zur Risikovorsorge von Qualitätsthemen und dem weiteren Hochlauf der neuen Werke und wird unterstütztdurch Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme.
  • Bei Elevator Technology rechnen wir mit einer Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 866 Mio €) aus einem Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich und einer Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge (Vorjahr: 11,5 %) aus Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen, auch abhängig von Effekten aus Materialpreisentwicklung insbesondere in China und aus Zöllen auf Werkstoffimporte in den USA.
  • Bei Industrial Solutions erwarten wir in Abhängigkeit des Auftragseingangs eine deutliche Umsatzerholung im knapp zweistelligen Prozentbereich. Unterstützt durch umfangreiche Transformations- undRestrukturierungsmaßnahmen sowie durch den Entfall der zusätzlichen Aufwendungen auseiner umfangreichen Projektanalyse und der Neubewertung einzelner Projekte im Vorjahr erwarten wir eine deutliche Verbesserung für das Bereinigte EBIT bei graduellem Fortschritt innerhalb des Jahres in Richtung eines ausgeglichen Ergebnisses (Vorjahr: -127 Mio €).
  • Bei Materials Services erwarten wir bei der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Verlangsamung ein Bereinigtes EBIT leicht unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 317 Mio €; Vorjahr fortgeführte Aktivitätenvon Materials Services 308 Mio €).
  • Bei Marine Systems erwarten wir eine deutliche Erholung des Auftragseingangs. Unterstützt durch ein umfangreiches Performanceprogramm sowie durch den Entfall zusätzlicher Aufwendungen aus der Projektanalyse und -neubewertung im Vorjahr rechnen wir mit einer deutlichen Verbesserungin Richtung eines ausgeglichenen Bereinigten EBIT (Vorjahr: -128 Mio €).
  • Bei Corporate wird das Bereinigtes EBIT, das im Vorjahr von positiven Einmaleffekten profitierte, bei anhaltender Kostenreduktion voraussichtlich annähernd auf Vorjahresniveau ausfallen (Vorjahr:-377 Mio €; Vorjahr fortgeführte Aktivitäten von Corporate -370 Mio €).

Für das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Aktivitäten erwarten wir bei fortgesetzten Restrukturierungsaufwendungen eine deutliche Verbesserung auf einen wieder positiven Wert (Vorjahresergebnis nach Steuern, fortgeführte Aktivitäten: -198 Mio €).

Die Investitionen vor M & A der fortgeführten Aktivitäten werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich auf rund 1 Mrd € belaufen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 935 Mio €).

Der FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: -678 Mio €) sollte sich infolge der Ergebnisverbesserung und in Abhängigkeit vom Auftragseingang und Zahlungsprofil einzelner Großprojekte insbesondere bei Marine Systems deutlich gegenüber dem Vorjahr verbessern, jedoch insgesamt noch negativ bleiben.

Für den FCF des Gesamtkonzerns (Vorjahr, FCF des Konzerns: -115 Mio €) erwarten wir negative Effekte insbesondere aus Portfolioänderungen:

Bis zum Closing des Stahl-Joint-Ventures erwarten wir von Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität):
– einen deutlich positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT des Konzerns
– eine Belastung des FCF im mittleren bis höheren 3-stelligen Millionen-€-Bereich auch aufgrund des saisonal typischen Aufbaus des Netto-Umlaufvermögens.

Eine weitere Belastung des FCF könnte sich je nach Ausgang der Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl gegen tk Steel Europe AG ergeben.

Mit Closing und dem Erstansatz der Joint Venture-Beteiligung erwarten wir einen deutlich positiven Effekt auf den Jahresüberschuss des Gesamtkonzerns und einen entsprechend positiven Effekt auf das Eigenkapital.

Die Teilung des Konzerns wird im Rahmen der Herstellung der Transaktionsstrukturen den Jahresüberschuss und den FCF erheblich belasten. Auf Basis der derzeitigen, noch vorläufigen Kalkulationen rechnen wir mit einer Belastung im höheren 3-stelligen Millionen-€-Bereich.

Für die Netto-Finanzschulden des Konzerns rechnen wir insbesondere aufgrund der zuvor genannten Effekte mit einem starken Anstieg gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 2.364 Mio €). Gleichzeitig reduzieren sich unsere Pensionsverbindlichkeiten mit dem Closing des Joint Ventures nahezu um die Hälfte.

Für den Jahresüberschuss des Konzerns erwarten wir insgesamt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 60 Mio €); Aufwendungen aus der Vorbereitung zur Teilung des Konzerns werden durch die Ergebnissteigerungen der fortgeführten Aktivitäten sowie durch die positiven Effekte zum Closing des Stahl-Joint Ventures deutlich überkompensiert.

Den tkVA des Konzerns erwarten wir aufgrund der operativen Verbesserungen unserer fortgeführten Aktivitäten, dem positiven Beitrag der nicht fortgeführten Aktivität Steel Europe sowie infolge positiver Effekte zum Closing des Stahl-Joint Ventures positiv und deutlich über Vorjahr (Vorjahr: -217 Mio €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir – auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit – bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Quelle: Geschäftsbericht 2017/2018, S. 100-104

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