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Friedrich Krupp, Therese Krupp

Friedrich Krupp (17. Juli 1787 - 8. Oktober 1826), Therese Krupp (28. August 1790 - 3. August 1850)

Seit 1587 ist die Familie Krupp in Essen nachgewiesen, ihre Mitglieder üben vor allem kaufmännische und kommunale Tätigkeiten aus. Friedrich Krupp, dessen Vater bereits 1795 gestorben war, besucht nur bis zum Alter von 14 Jahren das Gymnasium, um dann - zeitweise in der Kolonialwarenhandlung seiner geschäftlich sehr erfolgreichen und auch unternehmerisch tätigen Großmutter Helene Amalie Krupp (1732 - 1810) - eine kaufmännische Lehre zu absolvieren. Grundkenntnisse der Hüttentechnik erhält er seit 1805 in der seiner Großmutter gehörenden Hütte "Gute Hoffnung". Mitte 1807 überträgt sie ihm diese Hütte, macht die Übereignung aber ein Jahr später wieder rückgängig, weil seine Tätigkeit dort nicht sehr erfolgreich verläuft. 1808 heiratet Friedrich Krupp Therese Wilhelmi, Tochter des Essener Kaufmannes Johann Wilhelmi. In den Folgejahren werden vier Kinder geboren: Ida (1809 - 1882), Alfred (1812 - 1887), Hermann (1814 - 1879) und Friedrich (1820 - 1901). Krupp betreibt seit 1808 mit Teilhabern ein Geschäft mit holländischen Kolonialwaren und übernimmt nach dem Tod seiner Großmutter 1810 deren Kolonialwarenhandlung. Bald darauf gibt er jedoch diese Geschäfte auf, um sich der Herstellung von Gussstahl zuzuwenden.

Friedrich Krupp (1787-1826)
Friedrich Krupp (1787-1826)

Am 20. November 1811 gründet Friedrich Krupp während der Kontinentalsperre Napoleons gegen England mit zwei Teilhabern eine Fabrik zur Herstellung von Gussstahl englischer Qualität und den daraus angefertigten Produkten. Er führt seit 1816 den Betrieb allein und entwickelt ein Verfahren für die Herstellung von hochwertigem Tiegelstahl, den er in Form von Stangen, Gerberwerkzeugen, Münzstempeln und Walzenrohlingen anbietet. Die Qualität seines Gussstahls wird 1817 von der Düsseldorfer Münze bestätigt. Nach diesem anfänglichen Erfolg gelingt es Friedrich Krupp jedoch nicht, den Betrieb langfristig gewinnbringend zu betreiben. Der Neubau eines Fabrikgebäudes führt zu Mangel an Betriebskapital, so dass er die Nachfrage nach den Produkten nicht in der erforderlichen Qualität befriedigen kann. Friedrich Krupp fühlt sich der Stadt sehr verbunden und engagiert sich stark in städtischen Ämtern. In seinen letzten Lebensjahren schränken Krankheiten seine Arbeitskraft ein. Als Friedrich Krupp 1826 stirbt, ist die Tiegelstahlproduktion fast zum Erliegen gekommen. Seine Witwe Therese führt, unterstützt von ihrem ältesten Sohn Alfred und Verwandten, den Betrieb weiter, dessen Inhaberin sie bis 1848 bleibt.

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