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Zukunft für Stahl


thyssenkrupp und IG Metall erzielen Verhandlungsergebnis zu geplantem Joint Venture

Auf dieser Seite möchten wir Sie, unsere Mitarbeiter, Investoren und die Medien umfassend informieren. Wer ist Tata und warum ist Tata Steel Europe aus unserer Sicht der ideale Partner für unser Stahlgeschäft? Was bedeutet das für unsere Mitarbeiter? Wie geht es jetzt weiter? Wie passt die Entscheidung mit der strategischen Weiterentwicklung von thyssenkrupp zusammen? Diese und weitere Informationen finden Sie hier.

+++ Aktuelles +++

thyssenkrupp und die IG Metall haben in der vom thyssenkrupp-Aufsichtsrat eingesetzten gemeinsamen Arbeitsgruppe ein Verhandlungsergebnis zum Abschluss eines Tarifvertrags erzielt.

Dieser regelt tarifliche Rahmenbedingungen für den geplanten Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten von thyssenkrupp und Tata Steel Europe in einem 50/50-Joint Venture. Die Einigung gilt für alle deutschen Stahlstandorte von thyssenkrupp. Der Tarifvertrag soll mit Start des Gemeinschaftsunternehmens in Kraft treten und rund 8 Jahre bis zum 30.09.2026 gelten.

Mit diesem Verhandlungsergebnis gibt es nun Klarheit zu den wichtigen Punkten Beschäftigungssicherung, Standortsicherung sowie zur Investitionsplanung für die deutschen Standorte. Die Einigung umfasst alle deutschen Stahl-Standorte, die Teil des Gemeinschaftsunternehmens werden sollen.
Die wichtigsten Ergebnisse

1. Beschäftigungssicherung:

Mit dieser Einigung wird eine Beschäftigungssicherung bis zum 30.09.2026 vereinbart. Das bedeutet, dass der bereits angekündigte erforderliche Abbau von bis zu 2.000 Stellen sozialverträglich so wie auch in der Vergangenheit umgesetzt wird. Die bestehenden Aus- und Weiterbildungskapazitäten bleiben erhalten und sind somit ein Eckpfeiler für den Erfolg des Joint Ventures. Gegenwärtig werden circa 1.500 junge Menschen im Stahlbereich ausgebildet.

2. Standortsicherung:

Auch zur Standortsicherung wurde eine weitreichende Lösung erzielt. Für die Mehrheit der Standorte ist eine Sicherung bis zum 30.09.2026 vorgesehen. Innerhalb dieser Standortsicherung ist die Anpassung einzelner Anlagen und Aggregate weiterhin möglich. Für einzelne Betriebsteile in Bochum, Eichen und Hüttenheim ist eine Wirtschaftlichkeitsprüfung Ende 2020 zur Frage der Fortführung vereinbart; unabhängig davon gilt für diese Betriebsteile eine Standortsicherung bis Ende 2021.

3. Investitionen:

In die deutschen Standorte soll auch in Zukunft auf dem heutigen Niveau investiert werden. Zielsetzung sind mindestens 400 Mio € jährlich, die unter anderem zur Weiterentwicklung der Produktionsanlagen verwendet werden.

Pressemitteilung

Mut zur Veränderung

Heinrich Hiesinger

Wir haben in den vergangenen Monaten mit Tata intensive Gespräche über einen möglichen gemeinsamen Weg geführt. Die Spekulationen dazu wollten und konnten wir als börsennotiertes Unternehmen nicht näher kommentieren. Am 20. September haben thyssenkrupp und Tata Steel eine Absichtserklärung über den Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture unterzeichnet. Das bedeutet: Wir wollen ein neues Unternehmen gründen, an dem thyssenkrupp und Tata zu gleichen Teilen beteiligt sind. thyssenkrupp Steel Europe soll mit allen Standorten und Mitarbeitern Teil des Joint Ventures werden. Es ist beabsichtigt, auch thyssenkrupp MillServices & Systems in das Joint Venture zu überführen. Das Unternehmen wird den Namen thyssenkrupp Tata Steel tragen.

Am 21. Dezember haben wir uns mit den Arbeitnehmervertretern auf den Entwurf eines Tarifvertrags geeinigt, der die tariflichen Rahmenbedingungen für den geplanten Zusammenschluss regelt. Der Vertrag soll alle deutschen Stahlstandorte von thyssenkrupp umfassen.

Mit dem erzielten Ergebnis haben wir eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, unsere strategische Zielsetzung zu erreichen und gleichzeitig den Interessen unserer Beschäftigten gerecht zu werden. Die Einigung entspricht damit unserem Verständnis von unternehmerischer Verantwortung. Sie gibt uns zum einen die Möglichkeit, die für das Joint Venture angekündigten wirtschaftlichen Vorteile und Synergien zu erzielen und damit wie geplant Mehrwert für thyssenkrupp und seine Aktionäre zu schaffen. Gleichzeitig geben wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gemeinschaftsunternehmens eine gute Zukunftsperspektive und sichern Arbeitsplätze.

Dr. Heinrich Hiesinger

Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG

Wie geht`s weiter?

Due Diligence
Die Verhandlungspartner gewähren sich Einblicke in vertrauliche Unterlagen, soweit das zwischen Wettbewerbern zulässig ist. Darüber hinaus tauschen sich interne und externe Experten zu bestimmten Themen aus. Damit verbunden waren auch gegenseitige Werksbesuche.

Parallel zur Due Diligence finden auch erstmals konkrete Vertragsverhandlungen mit Tata statt. Daneben wurden in der Arbeitsgruppe mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche und Verhandlungen zum geplanten Joint Venture geführt. Am 22.12.2017 haben Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter ein gemeinsames Verhandlungsergebnis erzielt.

Signing
Nach Abschluss der Verhandlungen erfolgt die Unterzeichnung des gemeinsamen Vertrages.
Behördliche Prüfung
Die Prüfung durch die zuständigen Fusionskontrollbehörden, die die Gründung des Joint Ventures freigeben müssen, startet.
Closing
Nach Freigabe durch die Kartellbehörden wird der Vertrag vollzogen und das neue Unternehmen gegründet.
Integration
Die schrittweise Integration beider Unternehmen beginnt.

Stimmen aus dem Vorstand

Heinrich Hiesinger

Mit dem heute erzielten Ergebnis haben wir eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, unsere strategische Zielsetzung zu erreichen und gleichzeitig den Interessen unserer Beschäftigten gerecht zu werden. Die Einigung entspricht damit unserem Verständnis von unternehmerischer Verantwortung. Sie gibt uns zum einen die Möglichkeit, die für das Joint Venture angekündigten wirtschaftlichen Vorteile und Synergien zu erzielen und damit wie geplant Mehrwert für thyssenkrupp und seine Aktionäre zu schaffen. Gleichzeitig geben wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gemeinschaftsunternehmens eine gute Zukunftsperspektive und sichern Arbeitsplätze.

Dr. Heinrich Hiesinger

CEO, thyssenkrupp AG
Oliver Burkhard

Wir haben uns auf den Abschluss eines Tarifvertrags geeinigt, der all das berücksichtigt, was uns bei thyssenkrupp wichtig ist: Eine gemeinsame Lösung mit der Arbeitnehmerseite, die unserer Unternehmenskultur entspricht. Mit diesem Ergebnis werden wir dem Unternehmensinteresse und den Interessen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht. Damit geben wir unseren Beschäftigten Sicherheit und schaffen für das Joint Venture eine gute Zukunftsperspektive.

Oliver Burkhard

CHRO, thyssenkrupp AG
Guido Kerkhoff

Mit Wirksamkeit des Joint Ventures werden sich wesentliche Bilanzkennzahlen für den Konzern signifikant verbessern.

Guido Kerkhoff

CFO, thyssenkrupp AG

Fragen & Antworten

1. Was ist ein MoU (Memorandum of Understanding)?

Mou

„MoU“ steht für „Memorandum of Understanding“ und meint im Allgemeinen eine gemeinsame Absichtserklärung zweier Partner. Eine solche Erklärung zeigt die Entschlossenheit der Partner, zusammenarbeiten zu wollen.

Im Fall von thyssenkrupp und Tata haben beide Unternehmen in dieser Grundsatzvereinbarung festgehalten, ihre europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture zusammenführen zu wollen. Ziel ist es, einen führenden europäischen Flachstahlanbieter zu schaffen.

2. Was ist ein Joint Venture?

Ein Joint Venture ist ein Tochterunternehmen, das zwei voneinander unabhängige Unternehmen gründen und führen. Bei dieser Kooperationsform beteiligen sich die Unternehmen jeweils mit Kapital und Know-how.

Im Fall von thyssenkrupp und Tata haben beide Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung darüber erzielt, ihre europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture zusammenzuführen.

Das bedeutet: Wir wollen ein neues Unternehmen gründen – thyssenkrupp Tata Steel. thyssenkrupp und Tata sollen zu gleichen Teilen beteiligt sein. thyssenkrupp würde den Geschäftsbereich Steel Europe in das Joint Venture einbringen. Es ist außerdem beabsichtigt, thyssenkrupp MillServices & Systems in das Joint Venture zu überführen. Tata wird seine sämtlichen Flachstahlaktivitäten in Europa einbringen.

Damit entsteht eine starke neue Nummer 2 im europäischen Flachstahlmarkt.

3. Was ist bisher mit Tata Steel vereinbart?

Die Absichtserklärung (MoU) sieht Folgendes vor: thyssenkrupp würde den Geschäftsbereich Steel Europe mit allen Standorten und Mitarbeitern in das Joint Venture einbringen. Es ist außerdem beabsichtigt, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, die stahlwerksnahe Dienstleistungen erbringt und bislang zum Geschäftsbereich Materials Services gehört, in das Joint Venture zu überführen. Tata würde seine sämtlichen Flachstahlaktivitäten in Europa einbringen. Damit würde eine starke neue Nummer 2 im europäischen Flachstahlmarkt entstehen.

Das Unternehmen soll den Namen thyssenkrupp Tata Steel tragen. Geführt werden soll es über eine schlanke Holding mit Sitz in den Niederlanden. Vorgesehen ist eine zweistufige Managementstruktur aus Vorstand und Aufsichtsrat. Beide Gremien sollen paritätisch mit Vertretern von thyssenkrupp und Tata besetzt werden.
Die Mitbestimmungsstrukturen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien bleiben erhalten.

4. Auf was wurde sich mit der IG Metall geeinigt?

Die IG Metall und die thyssenkrupp AG haben in der vom thyssenkrupp-Aufsichtsrat eingesetzten gemeinsamen Arbeitsgruppe ein Verhandlungsergebnis zum Abschluss eines Tarifvertrags erzielt. Dieser regelt tarifliche Rahmenbedingungen für den geplanten Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten von thyssenkrupp und Tata Steel Europe in einem 50/50-Joint Venture. Die Einigung gilt für alle deutschen Stahlstandorte von thyssenkrupp. Der Tarifvertrag soll mit Start des Gemeinschaftsunternehmens in Kraft treten und rund 8 Jahre bis zum 30.09.2026 gelten.

1. Beschäftigungssicherung:

Mit dieser Einigung wird eine Beschäftigungssicherung bis zum 30.09.2026 vereinbart. Das bedeutet, dass der bereits angekündigte erforderliche Abbau von bis zu 2.000 Stellen wie in der Vergangenheit sozialverträglich umgesetzt werden wird. Die bestehenden Aus- und Weiterbildungskapazitäten bleiben erhalten und sind somit ein Eckpfeiler für den Erfolg des Joint Ventures. Gegenwärtig werden circa 1.500 junge Menschen im Stahlbereich ausgebildet.

2. Standortsicherung:

Auch zur Standortsicherung wurde eine weitreichende Lösung erzielt. Für die Mehrheit der Standorte ist eine Sicherung bis zum 30.09.2026 vorgesehen. Innerhalb dieser Standortsicherung ist die Anpassung einzelner Anlagen und Aggregate weiterhin möglich. Für einzelne Betriebsteile in Bochum, Eichen und Hüttenheim ist eine Wirtschaftlichkeitsprüfung Ende 2020 zur Frage der Fortführung vereinbart; unabhängig davon gilt für diese Betriebsteile eine Standortsicherung bis Ende 2021.

3. Investitionen:

In die deutschen Standorte soll auch in Zukunft auf dem heutigen Niveau investiert werden. Zielsetzung sind mindestens 400 Mio € jährlich, die unter anderem zur Weiterentwicklung der Produktionsanlagen verwendet werden. Die IG Metall stellt den Tarifvertrag an diesen Standorten zur Abstimmung. Die Tarifkommission der IG Metall empfiehlt die Zustimmung.

5. Wer ist Tata?

Wie thyssenkrupp ist Tata ein diversifizierter Industriekonzern. Der Hauptsitz liegt in Mumbai, Indien. In über 100 Ländern arbeiten rund 695.000 Mitarbeiter in mehr als 100 eigenständigen Unternehmen. Der Umsatz beträgt mehr als 100 Mrd USD. CEO des 1868 gegründeten Konzerns ist Natarajan Chandrasekaran.

Tata Steel Europe ist Teil von Tata und einer der größten Stahlproduzenten in Europa, mit Produktionsstandorten in Großbritannien und den Niederlanden sowie weiterverarbeitenden Werken in ganz Europa. Bei Tata Steel Europe arbeiten rund 21.000 Mitarbeiter.

Mehr über Tata:

6. Warum ist Tata Steel Europe der ideale Partner für unser Stahlgeschäft?

Dafür gibt es fünf sehr gute Gründe:

1) Die Größenvorteile: Wir verbinden die Nummer 2 und die Nummer 3 in Europa und schaffen einen führenden europäischen Flachstahlanbieter – eine starke neue Nummer 2! Eine Kombination mit einem deutschen Stahlunternehmen hätte uns bei Weitem nicht in diese Größenordnung geführt.

2) Komplementarität: Unsere Geschäfte und die von Tata ergänzen sich gut. thyssenkrupp ist stärker in der Automobilbranche, Tata bei Industriekunden. Die Hauptstandorte Duisburg, IJmuiden und Port Talbot sind logistisch gut angebunden und beliefern Kunden in verschiedenen, wirtschaftsstarken Regionen. Damit ist insgesamt eine deutlich breitere Abdeckung von Kundenbranchen in ganz Europa möglich.

3) Performance-Orientierung: Standorte von thyssenkrupp und Tata gehören zu den leistungsstärksten in Europa. Beide Partner haben in den vergangenen Jahren erfolgreich Programme zur Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit aufgelegt.

4) Innovationsstärke: Beide Partner streben eine Qualitäts- und Technologieführerschaft in der europäischen Stahlindustrie an und entwickeln kontinuierlich für ihre Kunden innovative Produkte und Lösungen.

5) Kultur und Kompetenzen: Nicht nur wir haben hochkompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch Tata. In beiden Unternehmen gibt es eine enorm hohe Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen. Das rührt auch daher, dass gelebte Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Gesellschaft in beiden Unternehmen eine große Rolle spielt. Nicht zuletzt daher haben beide starke Aktionäre in einer Stiftungsstruktur, die Idee und Werte der ursprünglichen Eigentümer fortführen. Bei allem Traditionsbewusstsein gehört bei thyssenkrupp und bei Tata die Bereitschaft zur Veränderung ebenfalls zum Kern der eigenen DNA.

7. Warum gehen wir diesen Schritt?

Die europäische Stahlindustrie steht weiterhin vor großen Herausforderungen: Die Nachfrage nach Flachstahl entwickelt sich wenig dynamisch, es gibt erhebliche Überkapazitäten und entsprechende Unterauslastungen.

Alle Stahlunternehmen arbeiten mit Restrukturierungsprogrammen dagegen. Die Wirkungen sind aber nur von kurzer Dauer und schnell vom Markt aufgezehrt. Dadurch entsteht eine Abwärtsspirale, die alle drei bis vier Jahre Restrukturierungen erforderlich macht. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, hat sich der Vorstand von thyssenkrupp für den Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten mit Tata entschieden. Dieser würde unserem Stahlgeschäft Wettbewerbsvorteile verschaffen, die wir alleine nicht erreichen können.

8. Wie geht es weiter?

Auf Basis der Absichtserklärung soll in den kommenden Monaten eine so genannte Due Diligence vorgenommen werden.

Dabei gewähren sich die Verhandlungspartner thyssenkrupp und Tata gegenseitig Einblick in vertrauliche Geschäftsunterlagen soweit zwischen Wettbewerbern zulässig. Auf dieser Grundlage, und auf Basis der Gespräche mit dem gesamten Aufsichtsrat streben wir für Anfang 2018 die Unterzeichnung eines Vertrages an. Das Closing, also der tatsächliche Vollzug des Zusammenschlusses, könnte dann nach Zustimmung der Fusionskontrollbehörden Ende 2018 erfolgen.

9. Wer soll das neue Unternehmen führen?

thyssenkrupp Tata Steel soll über eine schlanke Holding mit Sitz in den Niederlanden geführt werden.

Vorgesehen ist eine zweistufige Managementstruktur aus Vorstand und Aufsichtsrat. Beide Gremien sollen paritätisch mit Vertretern von thyssenkrupp und Tata besetzt werden.

Die Mitbestimmungsstrukturen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien bleiben erhalten.

10. Welche Auswirkungen hat ein Joint Venture auf die Arbeitsplätze?

thyssenkrupp würde thyssenkrupp Steel Europe mit allen Standorten und Mitarbeitern in das neue Unternehmen einbringen. Darüber hinaus ist beabsichtigt, auch thyssenkrupp MillServices & Systems, bislang Teil der Business Area Materials Services, in das Gemeinschaftsunternehmen zu überführen.

Der Stahlbereich wird jedoch auch mit dem Joint Venture nicht ohne Stellenabbau auskommen. Es wird erwartet, dass im gesamten Joint Venture in den kommenden Jahren voraussichtlich bis zu 2.000 Stellen in der Verwaltung und möglicherweise bis zu 2.000 Stellen in der Produktion abgebaut werden müssen. Der Abbau würde in etwa zu gleichen Teilen bei thyssenkrupp und Tata erfolgen. Insgesamt könnten also bis zu 2.000 Stellen bei thyssenkrupp betroffen sein.

Mit dieser Einigung zwischen thyssenkrupp und der IG Metall wird eine Beschäftigungssicherung bis zum 30.09.2026 vereinbart. Das bedeutet, dass der bereits angekündigte erforderliche Abbau von bis zu 2.000 Stellen sozialverträglich so wie auch in der Vergangenheit umgesetzt wird. Die bestehenden Aus- und Weiterbildungskapazitäten bleiben erhalten und sind somit ein Eckpfeiler für den Erfolg des Joint Ventures. Gegenwärtig werden circa 1.500 junge Menschen im Stahlbereich ausgebildet.

Auch zur Standortsicherung wurde eine weitreichende Lösung erzielt. Für die Mehrheit der Standorte ist eine Sicherung bis zum 30.09.2026 vorgesehen. Innerhalb dieser Standortsicherung ist die Anpassung einzelner Anlagen und Aggregate weiterhin möglich. Für einzelne Betriebsteile in Bochum, Eichen und Hüttenheim ist eine Wirtschaftlichkeitsprüfung Ende 2020 zur Frage der Fortführung vereinbart; unabhängig davon gilt für diese Betriebsteile eine Standortsicherung bis Ende 2021.

11. Was bedeutet ein Joint Venture im Stahlbereich für den thyssenkrupp Konzern?

Mit dem Joint Venture wurde eine zukunftsfähige Lösung für unser Stahlgeschäft gefunden, mit der wir beginnen, die strukturellen Themen der Stahlindustrie in Europa anzugehen.

Die Partnerschaft würde darüber hinaus natürlich auch Auswirkungen auf den Konzern haben. Das Joint Venture wäre ein weiterer Meilenstein der Strategischen Weiterentwicklung von thyssenkrupp, die 2011 eingeschlagen wurde – hin zu einem starken Industriekonzern.

Eines der Ziele war dabei von Anfang an, die Abhängigkeit vom stark schwankungsanfälligen Stahlgeschäft weiter zu reduzieren. Mit Wirksamkeit des Joint Ventures würden sich wesentliche Bilanzkennzahlen für den Konzern signifikant verbessern.

Außerdem würden wir unseren Industriegütergeschäften mehr Spielraum verschaffen, um die Wachstumschancen zu ergreifen, die sich uns bieten – etwa durch Urbanisierung, Digitalisierung und E-Mobilität.

12. Welche Auswirkungen hat ein Joint Venture mit Tata auf die betriebliche Mitbestimmung?

Keine.

Die Mitbestimmungsstrukturen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien bleiben erhalten.

Nach Unterzeichnung der Absichtserklärung im September konnten die zuständigen Gremien der Mitbestimmung auch deutlich intensiver in den Prozess eingebunden werden.

13. Was bedeutet ein Zusammenschluss für die Bilanz der thyssenkrupp AG?

Mit Vertragsunterzeichnung (Signing) würde thyssenkrupp Steel Europe als nicht fortgeführte Aktivität in der Bilanz ausgewiesen.

Mit Abschluss der Transaktion (Closing) würde die 50-Prozent-Beteiligung am Joint Venture dann at-equity bilanziert.

Dadurch würden sich mit Wirksamkeit des Joint Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen für den Konzern signifikant verbessern, insbesondere Eigenkapitalquote und Gearing (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Eigenkapital)

14. Was wären die Alternativen zu einem Joint Venture?

Vor der Entscheidung für ein Joint Venture hat der Vorstand von thyssenkrupp alle Optionen ausführlich geprüft und durchgerechnet: das Zusammengehen mit einem deutschen Partner, einen möglichen Spin-off (Abspaltung), einen Börsengang, den Verkauf des Stahlgeschäfts und sogar eine Aufspaltung des Gesamtunternehmens. Das Joint Venture mit Tata ist die einzige Option, die unserem Stahlgeschäft eine nachhaltige Zukunftsperspektive gibt.

Dafür gibt es drei wesentliche Gründe: Erstens, keine andere Option adressiert die strukturellen Überkapazitäten in der europäischen Stahlindustrie. Dieses Problem würde ungelöst in die Zukunft verschoben, und die Ungewissheit für die Mitarbeiter bliebe bestehen. Zweitens, kein anderer Plan schafft durch klare Synergien einen fundamentalen Mehrwert über den bestehenden Geschäftsplan hinaus. Drittens, in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Tata lösen wir ein strategisches Problem auf eine Art und Weise, die unserer Unternehmenskultur entspricht.

Das Joint Venture mit Tata Steel Europe ist eine Zukunftsperspektive, die nicht nur Wertsteigerung für die Aktionäre verspricht, sondern für unsere Mitarbeiter Klarheit schafft und Zehntausende von Arbeitsplätzen langfristig sichert. Gleichzeitig ermöglicht das Joint Venture uns als Konzern, weiter am Stahlgeschäft beteiligt zu bleiben. Denn im Stahl liegen unsere Wurzeln.

15. Was passiert mit Auszubildenden?

Wir haben immer über unseren Bedarf ausgebildet. Zum einen können wir so sicherstellen, dass wir die besten Ausgebildeten in unsere Belegschaft aufnehmen. Zum anderen sehen wir es als unsere Verantwortung, Jugendlichen an unseren Standorten und Umgebung einen guten und qualifizierten Start ins Berufsleben zu bieten. Unsere Werte sind uns wichtig, und dazu gehört auch, unsere Nachwuchskräfte selbst auszubilden.

Der Tarifvertrag, auf dessen Abschluss sich thyssenkrupp und die IG Metall geeinigt haben, sieht vor, dass die bestehenden Aus- und Weiterbildungskapazitäten erhalten bleiben und somit ein Eckpfeiler für den Erfolg des Joint Ventures sind. Gegenwärtig werden circa 1.500 junge Menschen im Stahlbereich ausgebildet.

16. Legen wir nun alle Prozesse und Investitionen auf Eis, bis wir wissen, wo die Reise hingeht?

Wir geben weiter unser Bestes, wir führen Prozesse wie z.B. daproh Steel weiter, und wir investieren weiter in unsere Anlagen und Projekte. Unser Business endet nicht. Allerdings prüfen wir auch unsere großen Investitionsvorhaben genau, damit wir in unserer Partnerschaft die Mittel sinnvoll einsetzen.

Laut dem Tarifvertrag, auf dessen Abschluss sich thyssenkrupp und die IG Metall geeinigt haben, soll in die deutschen Standorte auch in Zukunft auf dem heutigen Niveau investiert werden. Zielsetzung sind mindestens 400 Mio € jährlich, die unter anderem zur Weiterentwicklung der Produktionsanlagen verwendet werden.

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