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Krupp - Entstehung eines Großkonzerns

Eigenhändige Zeichnung von Alfred Krupp zur Fertigung des nahtlosen Eisenbahnradreifens, um 1853
Eigenhändige Zeichnung von Alfred Krupp zur Fertigung des nahtlosen Eisenbahnradreifens, um 1853.

Seit 1850 gelingt es Alfred Krupp, inzwischen Alleininhaber, den Betrieb zu einem bedeutenden Unternehmen der Stahlindustrie auszubauen. Die Eisenbahnen eröffnen Krupp neue Anwendungsmöglichkeiten für den strapazierfähigen Gussstahl. Neben Achsen und Federn sind dies vor allem die von Alfred Krupp entwickelten nahtlosen und damit bruchsicheren Eisenbahnradreifen. 1875 bestimmt Krupp drei aufeinander gelegte Radreifen zu seinem dann weltbekannt gewordenen Firmenzeichen. Mit dem Auftrag der preußischen Militärbehörden über 300 Geschützrohrblöcke gelingt 1859 der Durchbruch im Geschützbau.

Nach vierjähriger Versuchsarbeit wurde 1897 gemeinsam von Rudolf Diesel
Nach vierjähriger Versuchsarbeit wurde 1897 gemeinsam von Rudolf Diesel, der Maschinenfabrik Augsburg und Krupp der erste Dieselmotor vorgestellt. Der hier abgebildete zweite Motor von Krupp wurde der Öffentlichkeit 1898 auf einer Ausstellung in München präsentiert.

Durch Reisen, die Einrichtung von Vertretungen und die Teilnahme an Weltausstellungen erschließt das Unternehmen weltweit neue Märkte. Wirtschaftlichkeit in der Stahlerzeugung wird durch die frühe Einführung neuer Stahlgewinnungsverfahren erreicht, so des Bessemer-Verfahrens bereits 1862 und des Siemens-Martin-Verfahrens 1869. Den stark wachsenden Rohstoffbedarf des Unternehmens sichert Alfred Krupp durch den Erwerb von Erzlagerstätten, Kohlezechen und Hüttenwerken. 1862 setzt er eine verantwortliche Geschäftsleitung ein.

Friedrich Alfred Krupp (1854-1902), der einzige Sohn, setzt den Ausbau des Unternehmens zu einem horizontal und vertikal gegliederten Konzern fort. Die Angliederung des Grusonwerks in Magdeburg 1892/93 legt den Grundstein für den Krupp-Anlagenbau. Die Übernahme der Schiff- und Maschinenbau AG Germania in Kiel 1896/1902 eröffnet den Zugang zum Schiffbau. Mit dem integrierten Hüttenwerk in Rheinhausen wird 1897 die Roheisen- und Stahlbasis des Konzerns erweitert.

Die Gussstahlfabrik Fried. Krupp in Essen im Jahr 1912.
Die Gussstahlfabrik Fried. Krupp in Essen im Jahr 1912. Nach einem Gemälde von Otto Bollhagen, Bremen

Bertha Krupp (1886-1957), die ältere Tochter von Friedrich Alfred Krupp, ist nach dessen Tod Alleinerbin des Unternehmens. Dieses wird gemäß testamentarischer Empfehlung 1903 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Dabei bleiben die Aktien, bis auf gesetzlich vorgeschriebene vier Stück, im Besitz der Erbin. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (1870-1950) ist nach seiner Heirat mit Bertha Krupp seit Ende 1906 stellvertretender Vorsitzender, von 1909 bis 1943 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Fried. Krupp AG. Die Expansion des Unternehmens setzt sich fort. Im Bereich der legierten Stähle gelingt es 1912, nicht rostende, säurebeständige Stähle zu entwickeln, die rasch vielfältige Anwendung finden. Bis heute sind NIROSTA und V2A weltbekannte Marken.

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