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thyssenkrupp verkauft Aufzuggeschäft für 17,2 Mrd € an Bieterkonsortium um Advent, Cinven und RAG-Stiftung

  • Verkaufserlös schafft Voraussetzung für weiteren Umbau von thyssenkrupp

  • Mittelzufluss verbleibt im Unternehmen

  • Käufer geben weitreichende Standort- und Beschäftigungsgarantien für tk Elevator

  • Vollzug und Kaufpreiszahlung bis Ende des laufenden Geschäftsjahres erwartet

  • Martina Merz: „Mit dem Verkauf von Elevator kann thyssenkrupp wieder Fahrt aufnehmen. Wir werden das Unternehmen so weit wie nötig entschulden und gleichzeitig sinnvoll in seine Entwicklung investieren.“

thyssenkrupp verkauft sein Aufzuggeschäft Elevator Technology vollständig an ein Konsortium um Advent, Cinven und die RAG-Stiftung. Einer entsprechenden Entscheidung des Vorstands hat der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG am Donnerstagabend zugestimmt. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags (Signing) ist erfolgt. Der Vollzug der Transaktion (Closing) wird bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres erwartet. Der Kaufpreis beträgt 17,2 Mrd €. thyssenkrupp wird einen Teil des Kaufpreises[1] (1,25 Mrd €) in eine Rückbeteiligung am verkauften Aufzuggeschäft investieren. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen, wobei thyssenkrupp keine Bedenken der zuständigen Behörden erwartet. Die durch die Transaktion zufließenden Mittel werden im Unternehmen verbleiben und sollen in erforderlichem Umfang zur Stärkung der Bilanz verwendet werden. Darüber hinaus sollen die Erlöse zur Weiterentwicklung der verbleibenden Geschäfte und des Portfolios eingesetzt werden. Wie in der Hauptversammlung Ende Januar angekündigt, setzt thyssenkrupp dazu die Analysephase weiter fort, so dass im Mai über die konkrete Mittelverwendung entschieden werden kann.

Martina Merz, Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG: „Mit dem Verkauf schaffen wir die Voraussetzung, thyssenkrupp erfolgreich zu machen. Wir haben nicht nur einen sehr guten Preis erzielt, sondern werden die Transaktion auch zügig abschließen können. Entscheidend ist für uns jetzt, die bestmögliche Balance für die Verwendung der Mittel zu finden. Wir werden thyssenkrupp so weit wie nötig entschulden und gleichzeitig sinnvoll in die Entwicklung des Unternehmens investieren. Damit kann thyssenkrupp wieder Fahrt aufnehmen.“

Der Verkauf von Elevator stellt nicht nur eine vorteilhafte Lösung für das Unternehmen, seine Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter dar, sondern auch für das Aufzuggeschäft selbst. Mit dem Konsortium hat thyssenkrupp neue Eigentümer für das Elevator-Geschäft gefunden, die umfassende industrielle Expertise mitbringen und den Beschäftigten ein hohes Maß an Sicherheit bieten. Die Käufer verfügen über ein hohes Maß an Erfahrung darin, Unternehmen auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen und zu globalen Champions aufzubauen.

In Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall haben sich die Käufer zu weitreichenden Standort- und Beschäftigungsgarantien verpflichtet. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die Käufer thyssenkrupp Elevator als globalen Konzern weiterführen. Außerdem verbleibt der Unternehmenssitz in Deutschland und die Arbeitnehmer-mitbestimmung wird fortgeführt. Die Lösung entspricht damit dem bei thyssenkrupp gelebten Verständnis unternehmerischer und sozialer Verantwortung.

„Wir trennen uns nicht gerne von unseren Mitarbeitenden und dem Aufzuggeschäft. Trotzdem ist heute ein guter Tag für alle Beteiligten. Denn mit diesem Schritt schaffen wir echte Zukunftsperspektiven: für das Aufzuggeschäft in eigenständiger Aufstellung und mit der gewonnenen finanziellen Solidität auch für alle anderen Bereiche von thyssenkrupp“, so Martina Merz.

Transaktion stärkt Eigenkapitalbasis von thyssenkrupp

thyssenkrupp plant, den Mittelzufluss in notwendigem Umfang zur Entschuldung und zur Senkung der Strukturkosten zu nutzen. Konkret sollen die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens zum Teil ausfinanziert werden. Dafür sollen Finanzmittel in ein rechtlich unabhängiges Treuhandvermögen (Trust) eingebracht werden. Es ist vorgesehen, dem Trust neben Barmitteln auch die Rückbeteiligung am Aufzugsgeschäft zu übertragen, so dass er an der erwarteten weiteren Wertsteigerung des Geschäfts teilhaben kann. Darüber hinaus plant thyssenkrupp einen Teil der Erlöse dafür einzusetzen, die Finanzschulden des Unternehmens deutlich zu reduzieren. Dadurch sollen die jährlichen Mittelabflüsse für Zins- und Pensionszahlungen deutlich sinken. Damit können die Strukturkosten des Unternehmens deutlich reduziert werden. Auf diese Weise ließen sich die künftig wegfallenden positiven Cash-Beiträge des Aufzuggeschäfts zu einem Gutteil kompensieren.

Mit Vollzug der Transaktion wird die Eigenkapitalbasis von thyssenkrupp deutlich gestärkt werden. Das Unternehmen strebt eine Bonitätsbewertung im Investment-Grade-Bereich an. Außerdem arbeitet thyssenkrupp darauf hin, zur regulären Dividendenfähigkeit zurückzukehren. Der Free Cashflow vor M&A soll innerhalb der nächsten zwei Jahre auf einen positiven Wert gesteigert werden.

Zügige Umsetzung des Konzernumbaus angestrebt

Mit der wiedererlangten finanziellen Solidität vergrößert thyssenkrupp den Spielraum für die Umsetzung der Transformation. Vorrangiges Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Geschäfte schnell und substanziell zu verbessern („Performance first“). Die dazu im laufenden Geschäftsjahr notwendigen Maßnahmen sind überwiegend identifiziert und bereits in Umsetzung.

Darüber hinaus hat thyssenkrupp angekündigt, konkrete Pläne zur Weiterentwicklung der einzelnen Geschäfte auszuarbeiten und dem Aufsichtsrat im Mai vorzustellen. Auf dieser Basis will thyssenkrupp dann Portfolio-Entscheidungen treffen – welche Geschäfte aus eigener Kraft weiterentwickelt werden, welche eher in einer Partnerschaft eine führende Position erreichen können und welche besser durch andere Eigentümer fortgeführt werden sollten. Nach Erhalt des Kaufpreises ist thyssenkrupp damit in der Lage, die Umsetzung der Maßnahmen und damit den Umbau des Unternehmens konsequent voranzutreiben.

[1] bei unterstelltem Closing zum 30. Juni 2020

Hinweis an die Medien: Anlässlich des Aufsichtsratsbeschlusses zum vollständigen Verkauf des Aufzugsgeschäftes laden wir Sie zu einem Presse-Call mit dem Vorstand der thyssenkrupp AG am Freitag, 28. Februar 2020 um 09:00 Uhr, ein.

Bitte wählen Sie sich mit der Telefon-Nr.: +49 69 2017 44 220 in die Konferenz ein.

Ihr Teilnehmercode lautet: 94681226#

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