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Unternehmensmeldungen, 11.04.2014, 11:12

Architektur enthüllt: ThyssenKrupp stärkt Aufzugssparte mit Bau eines wegweisenden Testturms in Rottweil

Fortschreitende Urbanisierung steigert den weltweiten Bedarf an Hochhäusern und Wolkenkratzern. Experten erwarten Zunahme der benötigten Geschossflächen um 85 Prozent über dem heutigen Bestand bis 2025. Innovationen von ThyssenKrupp Elevator erhöhen Gebäudenutzfläche über alle Etagen.

Der geplante Testturm für Aufzüge von ThyssenKrupp wird mit rund 244 Metern eines der höchsten Bauwerke Deutschlands. Die Konstruktion dient dem Test und der Zertifizierung von Hochgeschwindigkeitsaufzügen und trägt so zu einer erheblichen Verkürzung der Entwicklungszeit zukünftiger und bereits in der Konstruktionsphase befindlicher Wolkenkratzer auf der ganzen Welt bei. Das Design stammt vom renommierten Architekten Helmut Jahn und macht den Forschungs- und Entwicklungsturm zu einem der prägnantesten Bauwerke in Süddeutschland. Die öffentliche Besucherplattform ermöglicht auf 232 Meter Höhe eine 360° Sicht auf die Region um Rottweil. Damit verfügt der Testturm über die höchste Besucherplattform Deutschlands und soll zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Touristen in Baden-Württemberg werden. Somit ist der Testturm mehr als nur ein funktionales Gebäude zur Forschung und Entwicklung. Unter nachhaltigen und ressourcenschonenden Gesichtspunkten entworfen, repräsentiert er ThyssenKrupps Ingenieurkunst und zitiert in seiner Form die mittelalterlichen Kirch- und Wehrtürme von Rottweil.

Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 40 Millionen Euro unterstreicht ThyssenKrupp die besondere Bedeutung der Region: Zusammen mit dem Aufzugswerk in Neuhausen auf den Fildern, das derzeit umfangreich zu einem Technologiepark umgebaut wird, sowie der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Pliezhausen bildet Rottweil mit dem geplanten Testturm eine hochmoderne Innovationsschmiede für Aufzugstechnik mit insgesamt über 1.500 Mitarbeitern. Die Nähe zu den angrenzenden Universitäten und Fachhochschulen in und um Stuttgart und Konstanz in Deutschland sowie St. Gallen, Zürich und Winterthur in der Schweiz mit rund 10.000 Studenten der Ingenieurswissenschaften bietet für ThyssenKrupp eine exzellente Ausgangsbasis für die Rekrutierung von hochqualifizierten Nachwuchskräften.

Innovative Aufzugstechnik wird für die zukünftigen Anforderungen an moderne Gebäude immer wichtiger: Effizientere Energienutzung, schnellere und intelligentere Logistik sowie kompromisslose Sicherheitstechnik erfordern bessere Lösungen. Innovationen wie der TWIN, das weltweit einzige Aufzugssystem mit zwei unabhängigen Kabinen in einem Schacht, werden im Testturm weiterentwickelt. Die neuen Testschächte sind dabei für Geschwindigkeiten von Aufzugskabinen von bis zu 18 m/s ausgelegt – rund doppelt so schnell wie Usain Bolts 100-m-Rekordlauf. Diese Geschwindigkeit gilt als eine der Hauptvoraussetzungen für kommende Rekordhöhen. Bei den angestrebten Plänen von 1.500 Meter hohen Gebäuden würde ein solcher Aufzug nur rund 90 Sekunden benötigen, um die Spitze zu erreichen.

Urbanisierung als globaler Megatrend prägt das derzeitige Städtewachstum: Diese Entwicklung und das rasante Bevölkerungswachstum sind zu einer der größten Herausforderungen geworden – auch für ThyssenKrupp. Nach einem Bericht des McKinsey Global Institute von 2012 steigt die benötigte Geschossfläche bis 2025 um schätzungsweise 85 Prozent über den derzeitigen Bestand. Investitionen von fast 58 Billionen Euro werden nötig, um neue Gebäude zu errichten und bestehende Bauwerke zu modernisieren. Doch der städtische Raum ist begrenzt: Größere und höhere Gebäude erfordern innovative Technologien und Mobilitätslösungen – darunter effiziente Hochgeschwindigkeitsaufzüge. Bis 2016 wird der Markt für Aufzugslösungen (inklusive Fahrtreppen und Fahrsteige) um jährlich fünf Prozent auf gut 52 Milliarden Euro wachsen.

Für diesen Bedarf sei man gut gerüstet, so Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp Elevator: „Der geplante Testturm unterstützt uns bei der Forschung und Entwicklung von Aufzugsinnovationen für mittlere und hohe Gebäude. Mit neuen Produkten reduzieren wir den Bedarf an Raum für Aufzugsschächte und schaffen so eine maximale Flächeneffizienz. Neben der Entwicklung fortschrittlicher Technologien hat für uns die Erweiterung unseres globalen Service-Netzwerkes höchste Priorität: Noch näher am Kunden und dessen Bedürfnissen – das ist unser Ziel.“

Unter dem Einfluss neuer Techniken werden sich die Grenzen der Möglichkeiten im Bau von Wolkenkratzern massiv verändern: Die Namen zukünftiger Rekordgebäude werden schneller wechseln, die Mehrheit dieser Konstruktionen wird in Schwellenländern entstehen. Gebäudehöhen von 300 bis 800 Metern prägen die Silhouetten zukünftiger Metropolen und definieren damit die Anforderungen an neue Technologien. Weltweit sind derzeit rund 180 Gebäude mit einer Höhe von 250 Metern und mehr im Bau. Rund 50 davon werden pro Jahr fertiggestellt. Im Bereich von Gebäudehöhen über 150 Meter sind sogar rund 800 Gebäude in der Bauphase bei einer jährlichen Fertigstellungsrate von 270 Objekten.

Nach der Präsentation der Architektur des Testturms stehen nun die nächsten Schritte an. Oberbürgermeister Ralf Broß: "Nach der derzeit laufenden frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung ist im Sommer die formelle Offenlage der Pläne vorgesehen. Sollten sich daraus keine einschneidenden Planänderungen ergeben, könnte der Gemeinderat bereits nach den Sommerferien eine Baugenehmigung erteilen, denn das gemeinsame Ziel von Stadt und ThyssenKrupp ist ein Baustart noch im Herbst. Mit dem Testturm schlagen wir ein neues Kapitel in der Architekturgeschichte Rottweils auf. Das Wechselspiel zwischen der mittelalterlichen Innenstadt und dem neuen Testturm wird zum Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich unsere Stadtsilhouette von allen anderen vergleichbaren Städten abheben wird“, betont Broß. Die Stadt rechnet mit wichtigen Impulsen für den Tourismus und die regionale Wirtschaft. „ThyssenKrupp bietet Rottweil eine großartige Chance und ich bin dem Unternehmen für sein enormes Engagement hier bei uns sehr dankbar. Meine Mitarbeiter und ich werden ThyssenKrupp auch in den kommenden Monaten weiterhin mit aller Kraft unterstützen“, erklärt der Oberbürgermeister.

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