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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 11.05.2007, 12:57

ThyssenKrupp Aufsichtsrat gibt grünes Licht für Stahlwerk in den USA


Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat heute der Investition von 3,1 Mrd € für ein gemeinsam betriebenes Stahlwerk der Segmente Steel und Stainless in Mount Vernon im US-Bundesstaat Alabama seine Zustimmung erteilt. Das Werk soll 2010 den Betrieb aufnehmen. Der Standort Mount Vernon ist aufgrund der hohen Kosteneffizienz der optimale Standort. Das gemeinsame Werk wird 2.700 Mitarbeiter beschäftigen und in den nächsten 20 Jahren mindestens 38.000 indirekte Arbeitsplätze in der Region schaffen. Vorstandsvorsitzender Dr. Ekkehard Schulz: „Dieses Projekt ist zentraler Bestandteil der Konzernstrategie für die Segmente Steel und Stainless, die auf profitables Wachstum in Europa und Nordamerika ausgerichtet ist. Es wird die Position von ThyssenKrupp in Nordamerika erheblich stärken.“

Die Region Nordamerika gehört zu den größten Volumenmärkten für hochwertigen Qualitätsflachstahl. ThyssenKrupp Steel ist im Markt für Qualitätsflachstahl gut positioniert und besetzt in einer Reihe von spezifischen Teilmärkten Top-Positionen. ThyssenKrupp Steel bietet technologische Vorteile für anspruchsvolle Kunden, verbunden mit einer günstigen Kostenstruktur. Diese Vorteile wird ThyssenKrupp Steel in der Region Nordamerika ausspielen. Die Region ist heute der weltweit größte Importeur von Flachstahl und wird in Zukunft in großem Umfang auf Einfuhren angewiesen sein.

Die Zulieferung kostengünstiger Brammen wird aus dem neuen Werk in Brasilien erfolgen. Das Stahlwerk in der Nähe von Rio de Janeiro soll 2009 die Produktion von 5 Mio Tonnen Brammen jährlich aufnehmen. Die Investitionssumme liegt bei 3 Mrd €. Gleichzeitig errichtet ThyssenKrupp in Nordamerika das modernste Werk seiner Art, das diese Brammen weiter verarbeiten wird. Schulz: „Diese Kombination aus Kosten- und Qualitätsführerschaft kann nur durch das neue Stahlwerk erreicht werden. Gleichzeitig stärkt ThyssenKrupp die deutschen Standorte und den Marktauftritt in Europa mit Wachstumsinvestitionen von mehr als 700 Mio €.“ Die Besonderheit dieses Stahlwerks besteht darin, dass es ein gemeinsames Werk für Qualitätsflachstahl und für Edelstahl ist.

Das Projekt in den USA ist ein Herzstück der Wachstumsstrategie von ThyssenKrupp Stainless. Diese beinhaltet, sowohl die bestehende Position im angestammten Kernmarkt Europa zu sichern als auch Optionen auf interessanten Märkten zu nutzen. Mit dem Direkteinstieg der Stainless-Gruppe in die USA wird das Geschäft in Nordamerika nachhaltig ausgebaut. Für die USA, Kanada und Mexiko werden deutliche Steigerungsraten prognostiziert. Bis 2012 erwarten Fachleute in der NAFTA-Region ein durchschnittliches Wachstum von jährlich mehr als 3 Prozent. An dieser Marktentwicklung in Nordamerika will ThyssenKrupp Stainless partizipieren.

In den zurückliegenden Jahren hat sich ThyssenKrupp Stainless bereits eine ausgezeichnete Position in der NAFTA-Region geschaffen. Die Stainless-Gruppe ist aktiv am nordamerikanischen Rostfrei-Markt durch das Kaltwalzwerk der ThyssenKrupp Mexinox in San Luis Potosí (Mexiko) sowie durch Importe aus den Werken in Deutschland, Italien und China beteiligt. Die Vermarktung erfolgt über eine eigene Vertriebsgesellschaft in Chicago. Mit dem neuen Werk wird ThyssenKrupp Stainless den hohen Marktanteil im überproportional wachsenden mexikanischen Markt dauerhaft halten sowie die Position in den USA und Kanada weiter deutlich ausbauen.

Als Kernstück des Werks ist der Bau einer gemeinsam genutzten Warmbreitbandstraße mit einer Kapazität von bis zu 5,2 Mio Jahrestonnen geplant. Für die Produktion von 4,1 Mio Jahrestonnen Endprodukten aus Qualitätsflachstahl werden 3 Mio Tonnen Brammen aus dem neuen Stahlwerk ThyssenKrupp CSA in Brasilien verarbeitet. Dazu tragen auch Kaltwalz- und Feuerbeschichtungskapazitäten für hochwertige Endprodukte aus Qualitätsflachstahl bei.

Zusätzlich wird ThyssenKrupp Stainless ein Elektrostahlwerk mit einer Kapazität bis zu 1 Mio Jahrestonnen Brammen bauen. Diese Brammen werden auf der Warmbreitbandstraße zu Warmband ausgewalzt werden. Des Weiteren wird ein Kaltwalzwerk errichtet. Es ist in der ersten Ausbaustufe für die Erzeugung von 350.000 Tonnen Kaltband und 125.000 Tonnen Warmband gebeizt ausgelegt. Weitere rund 340.000 Tonnen des auf der Warmbreitbandstraße hergestellten Rostfrei-Warmbandes werden der Versorgung des Kaltwalzwerkes der ThyssenKrupp Mexinox in San Luis Potosí (Mexiko) dienen.

Das Investitionsvolumen liegt bei 2,3 Mrd € für ThyssenKrupp Steel und bei 0,8 Mrd € für ThyssenKrupp Stainless. Das Investitionsvolumen von ursprünglich 2,3 Mrd € wurde auf 3,1 Mrd € aufgestockt, weil sich höhere Kapazitäten und erweiterte Anlagenkonfigurationen als sinnvoll und wirtschaftlich erwiesen haben. Über das ursprüngliche Modell hinaus wird ThyssenKrupp Steel zusätzliche Anlagen für eine weitere Diversifizierung des Produktportfolios einrichten. Bei ThyssenKrupp Stainless geht mit einer Erhöhung der Anlagenkapazität auch eine Erweiterung des Produktmixes im Bereich Edelstahl Rostfrei Flach einher. So kann ThyssenKrupp Stainless künftig zusätzlich Produkte mit einer Breite von 72 Inch produzieren und verfügt damit um ein Alleinstellungsmerkmal auf dem US-Markt.

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