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Unternehmensmeldungen, 24.04.2006, 13:31

ThyssenKrupp Steel modernisiert Roheisenbasis in Duisburg - Hochofen-Zwillinge für Duisburg-Hamborn

Die ThyssenKrupp Steel AG modernisiert derzeit ihre Roheisenbasis in Duisburg-Hamborn. Kernstück des Projekts ist der Bau eines neuen Hochofens an der Stelle, an der vor rund 18 Monaten die noch verbliebenen Fragmente des im Jahr 1991 stillgelegten Hochofens 8 abgerissen wurden. Zusätzlich wird der unmittelbar benachbarte Hochofen 9 aus dem Jahr 1987 neu zugestellt, das heißt er wird nach und nach auf den allerneusten Stand der Technik gebracht. Schließlich wird der ebenfalls im Werksteil Duisburg-Hamborn gelegene Hochofen 4 aus dem Jahr 1963 außer Betrieb genommen und danach nur noch als Reserveaggregat dienen.

Das gesamte Investitionsvolumen für dieses Hochofenkonzept, das planmäßig bis 2008 umgesetzt sein wird, beträgt 340 Millionen Euro. Es stabilisiert nicht nur die Roheisenbasis in Duisburg für die weitere Stahlerzeugung und -weiterverarbeitung in den deutschen Werken, sondern wird zusätzlich zu Produktivitätsverbesserungen führen und die Logistik optimieren.

Baufeldbereitung läuft auf vollen Touren

Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Bezirksregierung Düsseldorf die Genehmigung für den Neubau des Hochofens 8 erteilt - allein dieses Bauvorhaben wird rund 200 Millionen Euro kosten. Seitdem wird das Baufeld, das inmitten vorhandener Infrastruktur auf dem Werksgelände des Stahlunternehmens liegt, frei gemacht und vorbereitet: So werden derzeit noch verbliebene Reste und Nebengebäude des alten Hochofens 8 entfernt - das Baumaterial wird aufbereitet und später wieder zur Verfüllung auf dem Areal genutzt, der Schrott des ehemaligen Hochofens ist wieder im Konverter gelandet.

Zusätzlich wird die Medienversorgung des kompletten Areals derzeit neu strukturiert: Ein komplexes Rohrleitungssystem, durch das in jeweils separaten Rohren beispielsweise Hochofen- und Kokereigas, Dampf, Kühl- und Trinkwasser sowie Druck- und Heizungsluft fließt, muss neu verlegt und umgeschlossen werden. Erst wenn es komplett fertig gestellt ist, können die alten Rohrleitungen, die zum Teil das gesamte Hüttenwerk versorgen, nach und nach stillgelegt werden.

Außerdem wird momentan schon eine neue, rund 200 Meter lange Bandmöllerung gebaut, die den neuen Hochofen 8 sowie sein Zwillingsaggregat, den bestehenden Hochofen 9, versorgen wird. Sie wird voraussichtlich schon im Spätsommer 2007 fertig gestellt sein.

5.000 Tonnen Stahlbeton fürs Fundament

Sobald die Baustellenbereinigung abgeschlossen ist, wird ab Mai dieses Jahres das Fundament - dafür werden rund 5.000 Tonnen Stahlbeton benötigt - für den stählernen Riesen gegossen: Danach kann mit der Errichtung des Hochofens begonnen werden, geplanter Startschuss dafür ist im September. Die Aufträge für das Kernaggregat - also Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von Hochofen, Gießhalle, Schrägaufzug und Kühlung - wurden Ende Februar an das luxemburgische Unternehmen Paul Wurth vergeben. Die Aggregate werden zum Teil fertig vormontiert zur Baustelle transportiert und dort nur noch zusammengesetzt, zum Teil werden sie aber auch erst vor Ort gebaut. Das hängt vom Umfang der Einzelteile ab, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten dürfen, weil sie sonst nicht problemlos über das Werksgelände transportiert werden können.

Zwei große Baugruppen: Kernaggregate und Nebenanlagen

Ein weiterer Teil der zum Hochofen gehörenden Anlagen wird von ThyssenKrupp Steel separat ausgeschrieben. Es handelt sich beispielsweise um die Wascher, das sind Anlagen zur Reinigung von Hochofengas, das bei der Roheisenerzeugung entsteht, sowie die neue, hochmoderne Messwarte, von der aus Hochofen 8 und 9 zentral gesteuert werden.

Zu Spitzenzeiten 800 Bauarbeiter auf der Baustelle tätig

Zu Spitzenzeiten - der Bau wird etwa in einem Jahr in die heiße Phase gehen - erwarten die Projektmanager des 20-köpfigen Hochofen-Kernteams rund 800 Bauarbeiter auf dem insgesamt etwa einen Hektar großen Baustellenareal. Insgesamt werden rund 10.000 Tonnen Stahl verbaut. Frühestens im Dezember 2007 soll der neue Hochofen in Betrieb genommen werden. Im ersten Quartal des Jahres 2008 wird die Anlage sicher ihre volle Leistung erreichen.

High-Tech Umweltschutzeinrichtungen

Auszeichnen wird sich der Neubaukomplex durch seine hochmodernen Umweltschutzeinrichtungen, die die Geräuschbelastungen für die Nachbarschaft so gering wie möglich halten und die Belastung durch Staubniederschlag und Feinstäube künftig noch geringer ausfallen lassen. Die Anlagen sind so effektiv, dass die gesetzlichen Grenzwerte für Emissionen teilweise deutlich unterschritten werden. Nicht nur Hochofen 8, sondern auch Hochofen 9 wird mit einer neuartigen Entstaubung der Waggonentleerung mit einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro ausgerüstet. Zusätzlich wird die Kühlanlage des Hochofens 8 mit einem besonders geräuscharmen, mit niedriger Drehzahl arbeitenden Ventilator ausgestattet. Auch der Kühlturm der Schlackengranulation des Hochofens 9 wird im Zuge der Baumaßnahmen weiter ins Innere des Werksgeländes versetzt. Dadurch wird eine mögliche Beeinträchtigung der Nachbarschaft durch Lärm so gut wie ausgeschlossen.

Ein weiterer Beitrag zur Nachhaltigkeit wird auch die attraktive Farbgestaltung der Anlagen sein - sie wird sich durch ein modernes, durch Farbgestalter Friedrich Ernst von Garnier entwickeltes Farbkonzept optisch von älteren Anlagen abheben.

Diese Presse-Information finden Sie auch im Internet unter: www.thyssenkrupp-steel.de.

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