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Produkte und Lösungen, 22.09.2000, 02:00

Krupp Gerlach fertigt Schmiedeteile für Common Rail Systeme

Die Krupp Gerlach GmbH in Homburg (Saar) hat neben Kurbelwellen und Pleuelstangen jetzt auch Verteilerrohre für Common Rail Systeme im Programm. Erster Kunde ist die Robert Bosch GmbH, an deren Homburger Werk das Unter-nehmen vor kurzem Probeteile geliefert hat. Das Werk fertigt komplette Einspritzsysteme für Dieselmotoren. Nach Prüfung und Freigabe rechnet Gerlach mit Aufträgen über 500.000 bis 750.000 Teile in den nächsten zwei Jahren.

Common Rail Systeme, bei denen der Dieselkraftstoff über ein gemeinsames Verteilerrohr direkt in den Brennraum der einzelnen Zylinder eingespritzt wird, stellen für jeden Betriebszustand des Motors jeweils den optimalen, präzise ausgesteuerten Kraftstoffdruck zur Verfügung. Hierdurch ermöglichen sie eine höhere Motorenleistung bei geringerem Verbrauch und weniger Emissionen. Mit Blick auf die ab 2005 innerhalb der Europäischen Union geltende Abgasnorm Euro Level IV wird die Common Rail Technik auch für die Hersteller von Nutzfahrzeugen immer wichtiger.

Krupp Gerlach schmiedet den Rohling für das Verteilerrohr mit Anschlüssen und Befestigungslaschen. Mechanisch bearbeitet wird das Bauteil im Werk der Ro-bert Bosch GmbH. Zwei wesentliche Neuerungen im Fertigungsprozess sind die Grundlage dafür, dass der Kunde dabei mit den Gerlach-Teilen Zeit und Geld spart. Die Ingenieure aus dem Saarland haben das Schmiedegesenk für die Rails nicht wie bislang üblich horizontal, sondern asymmetrisch schräg geteilt. Hierdurch können die gekröpften Anschlusszapfen wesentlich genauer und mit weniger Materialüberschuss erzeugt werden als bei der konventionellen Methode. Der Aufwand für die mechanische Bearbeitung Anschlüsse und Laschen im Bosch-Werk sinkt dadurch beträchtlich. Unterstützt wird dieses schmiedetechnisch schwierige Verfahren durch ein neues, kombiniertes Entgrat- und Kalibrierverfahren. Hierbei ist das Werkstück beim Entgraten im Gesenk hydraulisch gespannt, so dass das anschließende Warmkalibrieren der Werkstücke komplett entfallen kann. Das Ergebnis sind wesentlich maßhaltigere Werkstücke. Mussten bislang zwischen 20 und 30 Prozent der Schmiedeteile nachträglich gerichtet werden, sind jetzt 100 Prozent der Werkstücke absolut passgenau. Krupp Gerlach wird dieses Verfahren künftig auch bei der Fertigung von Pleuelstangen einsetzen.

Die Krupp Gerlach GmbH ist ein Unternehmen der Business Unit Powertrain von ThyssenKrupp Automotive.

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