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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 13.02.2009, 08:32

ThyssenKrupp im 1. Quartal 2008/2009


Die globale Rezession hat im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 bei ThyssenKrupp deutliche Spuren hinterlassen. Der drastische Nachfrageeinbruch bei Stahl, Edelstahl und Werkstoffdienstleistungen sowie starke Preisrückgänge haben das Geschäft erheblich belastet. Weitgehend robust zeigten sich dagegen die Aktivitäten bei Industriegütern, dem Aufzugsgeschäft und den industriellen Dienstleistungen. Insgesamt gingen der Auftragseingang im 1. Quartal im Vergleich zum Vorjahr nur moderat um 3 % auf 12,9 Mrd € und der Umsatz lediglich um 6 % auf 11,5 Mrd € zurück. Deutlich stärker fiel der Gewinnrückgang aus. Dabei belasteten jedoch Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 250 Mio € erheblich. Das Konzernergebnis vor Steuern gab dementsprechend von 646 Mio € im Vorjahr auf 240 Mio € nach. Wie in den Vorperioden war das Ergebnis wiederum durch nennenswerte Vorlaufkosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA belastet, die im abgelaufenen Quartal 83 Mio € betrugen. Das operative Ergebnis vor diesen Vorlaufkosten und Restrukturierungsmaßnahmen bei Metal Forming und Elevator betrug 333 Mio €. Zum Konzernergebnis vor Steuern haben Steel und Technologies einen sehr soliden Beitrag geleistet. Elevator verzeichnete sogar ein Rekord-Quartal. Die Ergebnisse von Stainless und Services litten unter Wertberichtigungen bei Vorräten. Services leistete dennoch einen positiven Ergebnisbeitrag.

Die wesentlichen Kennzahlen für das 1. Quartal 2008/2009:
・ Der Auftragseingang lag trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Umstände bei 12,9 Mrd €. Das sind 3 % weniger als im Vorjahresquartal.
・ Der Umsatz ging um 6 % auf 11,5 Mrd € zurück.
・ Das EBITDA betrug 764 Mio € nach 1.083 Mio € im Vorjahr.
・ Das Ergebnis vor Steuern gab von 646 Mio € im Vorjahr auf 240 Mio € nach.
・ Das Ergebnis je Aktie verminderte sich von 0,85 € auf 0,36 €.
・ Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2008 auf 3.514 Mio €. Das entspricht einer Zunahme um 1.930 Mio € gegenüber dem 30. September 2008, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 1.584 Mio € bestanden. Dieser Anstieg resultiert neben den Ausgaben für Investitionen - insbesondere für unsere Großprojekte – aus den Auswirkungen des konjunkturellen Abschwungs und aus den damit einhergehenden Belastungen des operativen Geschäfts. Zum Quartalsende verfügte der Konzern über liquide Mittel und fest zugesagte freie Kreditlinien von insgesamt mehr als 5 Mrd €. Die Eigenkapitalquote liegt bei rund 26 %.
<u>Ausblick</u>

ThyssenKrupp erwartet für das Geschäftsjahr 2008/2009 einen deutlichen Umsatzrückgang. Dies wird sich im Ergebnis entsprechend niederschlagen. Preis- und Mengenrisiken werden durch rückläufige Einsatzstoffpreise sowie durch ein umfangreiches zusätzliches Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung nur teilweise kompensiert. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Anpassung des Umlaufvermögens die Kapitalbindung signifikant reduzieren.

Für das 2. Quartal geht ThyssenKrupp von einem im Vergleich zum 1. Quartal schwierigeren Geschäftsverlauf aus. Die Erwartungen für die einzelnen Segmente im 2. Quartal sind wie folgt:
・ Steel – weitere Produktionskürzungen und Unterauslastung der Kernaggregate bei einer Stabilisierung der Versandmengen, weitgehend unveränderte Kosten für Rohstoffe und rückläufige Erlöse im kurzfristigeren Geschäft.
・ Stainless – fortgesetzte Produktionskürzungen und Unterauslastung bei weiterhin schwachen Absatzmärkten; weitere Wertberichtigungen auf Vorräte können nicht ausgeschlossen werden.
・ Technologies – hohe Planungssicherheit bei der Erlös- und Ergebnisentwicklung im Projektgeschäft auf Grund des hohen Auftragsbestands, der eine gute Ergebnisqualität ausweist. Lediglich das Automobilzuliefergeschäft wird durch Produktionskürzungen der OEMs beeinträchtigt.
・ Elevator – nachhaltige Wirkung der Performanceprogramme mit über Vorjahr liegender Ergebnisentwicklung.
・ Services – überwiegend schwaches Nachfrageniveau und weiter rückläufige Preise im Werkstoffgeschäft bei Materials Services und Special Products; gleiches gilt für metallurgische Rohstoffe und Koks; Industrial Services überwiegend stabil, Bau- und Gleistechnikaktivitäten profitieren von Infrastrukturinvestitionen auf hohem Niveau.
Für das 2. Halbjahr des Geschäftsjahres erwartet ThyssenKrupp eine Geschäfts- und Ergebnisentwicklung auf dem Niveau einer normalen Rezession. Die Ergebnisbeiträge aus dem Werkstoffgeschäft in den Segmenten Stainless und Services werden sich im Zuge dieser Entwicklung voraussichtlich verbessern. Bei Steel sind nach wie vor Erlösdruck und unauskömmliche Mengen, niedrigere Rohstoffkosten und positive Effekte aus laufenden Maßnahmen zur Kostensenkung zu erwarten. Das gute Ergebnisniveau von Technologies soll trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfeldes gehalten werden. Für das Segment Elevator geht der Konzern von einer weiterhin guten Ergebnisentwicklung aus.

Vorstandsvorsitzender Dr. Ekkehard Schulz: „Eine konkrete Prognose für das Geschäftsjahr 2008/2009 werde ich Ihnen auch heute nicht geben können. Ich bleibe dabei: Eine seriöse Einschätzung des Geschäftsverlaufs in den kommenden Monaten ist derzeit noch nicht möglich. Unser 1. Quartal zeigt jedoch, dass wir als ausgewogenes und wertorientiertes Konglomerat gut gerüstet sind, um der Krise zu begegnen. Zusätzlich haben wir verschiedene Maßnahmen ergriffen: Mit unserem konzernweiten Programm ThyssenKrupp PLUS werden wir im Jahresvergleich die Kosten um 1 Mrd € senken und die Mittelbindung erheblich reduzieren. Dabei erwarten wir aus der Reduktion unseres Net Working Capital einen positiven Effekt von 2,3 Mrd €. Desweiteren haben wir aufgrund der Marktbedingungen in den USA unser Investitionsprogramm weiter flexibilisiert. Das wird unter anderem dazu führen, dass die Inbetriebnahme der Produktionsanlagen des Edelstahlwerks etwa 12 Monate später als bisher geplant stattfindet.“

Für 2009/2010 geht ThyssenKrupp davon aus, dass sich das Geschäft wieder verbessern wird. Auf längere Sicht, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen von Steel und Stainless in Nord- und Südamerika sowie der anderen Segmente in weiteren Regionen, rechnet der Konzern mit einem Ergebnis vor Steuern – und vor wesentlichen Sondereffekten – von 4,0 bis 5,0 Mrd € und einem Umsatz von rund 65 Mrd €.


Der vollständige Zwischenbericht steht in deutscher und englischer Sprache im Internet unter http://www.thyssenkrupp.com als Online-Version und zum Download bereit.

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