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Produkte und Lösungen, 11.09.2001, 02:00

Krupp Gerlach erhöht Kapazität mit neuer Schmiedelinie

Die Krupp Gerlach GmbH hat in ihrem Werk Homburg (Saar) eine vollautomatische Schmiedelinie mit einer 6.500 Tonnen Schmiedepresse in Betrieb genommen. Die Anlage fertigt Kurbelwellen mit einem Gewicht von bis zu 35 Kilogramm in einer Taktzeit von nur acht Sekunden und ist damit die schnellste und leistungsfähigste Schmiedelinie der Welt. Mit der 50 Millionen Mark Investition erhöht das Unternehmen der Business Unit Powertrain von ThyssenKrupp Automotive seine Jahreskapazität für geschmiedete Kurbelwellen am Standort Homburg auf rund 150.000 Tonnen. Die weiteren Schmiedestandorte in Deutschland und den USA hinzugenommen ist die Gerlach Gruppe heute in der Lage, jährlich etwa 240.000 Tonnen geschmiedete Kurbelwellen zu produzieren.

Die Schmiedepresse, das Herzstück der neuen Fertigungslinie, ist so ausgelegt, dass auf ihr die Operationen Vorformen, Vorpressen, Fertigpressen und Abgraten durchgeführt werden können. Bei konventionellen Schmiedelinien sind hierfür drei Maschinen notwendig. Innerhalb der Presse transportiert ein Hubbalkensystem die Kurbelwellen. Gleichzeitig werden die Schmiedewerkzeuge mit einem Gemisch aus Wasser und Graphit besprüht, um sie abzukühlen und den Verschleiß zu minimieren. Darauf, dass Sprühen und Bauteiltransport anders als bei herkömmlichen Pressen gleichzeitig ablaufen, beruht die kurze Taktzeit des Aggregats.

Der Schmiedepresse nachgeordnet ist eine so genannte Kombipresse, die mit Kalibrieren und Twisten ebenfalls Operationen vereinigt, für die bei konventionellen Schmiedelinien jeweils eine eigene Maschine im Einsatz ist. Zwischen den Aggregaten sorgen Roboter für die Übergabe der glühenden Bauteile, die nach den verschiedenen Umformschritten auf Tablare abgelegt und vollautomatisch in ein Hochregallager mit Platz für rund 2.000 Kurbelwellen transportiert werden. Nach dem Abkühlen bringt ein computergesteuertes Fördersystem sie in die Endkontrolle.

Während Krupp Gerlach mit der neuen Schmiedelinie seine Fertigungskapazität nach-haltig ausgebaut hat, nimmt das Unternehmen auch in technologischer Hinsicht eine internationale Spitzenposition ein. Der Schmiedeverbund mit Hauptsitz im Saarland ist eines von weltweit zwei Unternehmen, die in der Lage sind, das komplette heute im Pkw- und Lkw-Bau benötigte Spektrum geschmiedeter Kurbelwellen herzustellen.

Besondere Kompetenz besitzt Krupp Gerlach bei den schmiedetechnisch anspruchsvollen V6-Zylinder-Kurbelwellen und bei Kurbelwellen für die neuen W-Motoren, die Volkswagen in seinen Ober- und Luxusklasse-Automobilen einsetzen wird. Bei den W-Motoren ist Krupp Gerlach Entwicklungspartner des Volkswagen-Konzerns. Knapp bemessener Bauraum und hohe Ansprüche an den Fahrkomfort führen bei diesen Kurbelwellen zu einer vergleichsweise filigranen Geometrie mit großen Hüllkreisradien, schmalen Lagerflächen sowie sehr dünnen und breiten Gegengewichten. Krupp Gerlach fertigt solche Bauteile zum Teil in einem dreistufigen Umformprozess. Je nach Ausführung werden die Kurbelwellen in einem zusätzlichen Arbeitsgang nach dem Abgraten getwistet, das heißt in den Mittellagern um bis zu 72 Grad gedreht.

Ansprechpartner
ThyssenKrupp AG
Fachpresse
Bernd Overmaat
Telefon: 0211-824-36012
e-mail: overmaat@tk.thyssenkrupp.com

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