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Unternehmensmeldungen, 07.09.2005, 12:36

ThyssenKrupp Stahl: vom Werkstofflieferanten zum Systempartner

Die ThyssenKrupp Stahl AG, Duisburg, wird zur IAA vom 15. bis 25. September 2005 in Frankfurt als kompetenter Entwicklungspartner der Automobilhersteller auftreten. Im Mittelpunkt der Prä-sentation steht die Rohkarosserie der neuen R-Klasse von DaimlerChrysler, deren Entwicklung ThyssenKrupp Stahl von der ersten Idee bis zum Serienanlauf begleitet hat. Bereits 2003, bei der letzten Automobilausstellung in Frankfurt, hatte das Unternehmen mit dem NSB NewSteelBody ein eigenes Konzept für eine Leichtbau-Rohkarosserie aus Stahl präsentiert. ThyssenKrupp Stahl hat in seiner Division Auto in den vergangenen Jahren gezielt in Know-how und eigene Infrastruktur für automobile Entwicklungs- und Fertigungstechnologie investiert.

"Um die Position unseres Werkstoffs im Automobilbau auszubauen, müssen wir den Schritt vom reinen Werkstofflieferanten zum Systempartner der Kunden konsequent vollziehen", erklärte Dr. Ulrich Jaroni, Mitglied des Vorstandes der ThyssenKrupp Stahl AG und verantwortlich für die Division Auto. Insbesondere im Bereich der Mehrphasenstähle seien High-Tech Produkte mit hoher Beratungsintensität entstanden. Durch kompetente Unterstützung der Kunden bei Entwicklung und Fertigung erreiche man eine schnellere und breitere Einführung dieser modernen Werkstoffe. Auch ließen sich die Gewichtsvorteile der neuen Stähle noch besser nutzen, wenn die Bauteil-Konstruktion werkstoffgerecht optimiert würde. Hier seien die Stahlhersteller gefordert, mit eigenen Konzepten Impulse für neue Entwicklungen zu geben.

Zur IAA zeigt die ThyssenKrupp Stahl AG beispielsweise ein eigenes Konzept für eine Motorhaube aus Stahl, die den verschärften Bedingungen der ab 2010 geltenden Phase 2 der EU-Richtlinie zum Fußgängerschutz entspricht. Das Konzept wird künftig gemeinsam mit einem deutschen Automobilhersteller umgesetzt. Außerdem demonstriert das Unternehmen an einem Bauteil aus der Serienproduktion, dass sich 50 Prozent des Lackaufbaus heutiger Automobil-Außenhautteile mit Bandbeschichtungsanlagen bereits in den Werken des Stahlherstellers direkt auf Stahlband aufbringen lassen. Damit können Automobilproduzenten und -zulieferer Investitionen und laufende Kosten für eigene Anlagen sparen.
Die ThyssenKrupp Stahl-Tochter ThyssenKrupp Tailored Blanks hat eine weltweit einzigartige Anlage für Tailored Strips in Betrieb genommen. ThyssenKrupp Tailored Strips bestehen aus zwei schmalen Stahlbändern unterschiedlicher Güte, Dicke oder Oberflächenbeschichtung. Auch die Kombination von Stahl und Edelstahl ist möglich. Die Bänder werden mit einem Laserstrahl verschweißt. Die Anlage von ThyssenKrupp Tailored Blanks ist als erste in der Lage, mehrere hundert Meter lange Schweißnähte zu erzeugen, so dass die Tailored Strips aufgewickelt als bis 15 Tonnen schwere Coils ausgeliefert werden können. Verwendet werden die maßgeschneiderten Stahlbänder beispielsweise für Sitzschienen, Sitzlehnen oder Felgenringe. Tailored Strips sparen Gewicht, weil sie sich von vornherein an die tatsächlichen Belastungsverhältnisse im fertigen Bauteil anpassen lassen.

Die ThyssenKrupp Stahl AG und ihre Tochtergesellschaften haben in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres, Oktober 2004 bis Juni 2005, einen Umsatz von knapp sieben Milliarden Euro, zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, erzielt. Das Ergebnis, das für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2003/2004 noch 476 Millionen Euro betragen hatte, lag für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres bei 785 Millionen Euro. Die Rohstahlproduktion betrug wie im Vorjahreszeitraum rund 10,5 Millionen Tonnen. Die ThyssenKrupp Stahl AG und ihre Tochterunternehmen haben im Geschäftsjahr 2003/2004 rund 2,6 Milliarden Euro und damit fast ein Drittel ihres Gesamtumsatzes mit Kunden aus dem Bereich Fahrzeugbau erzielt.

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