Skip Navigation

Unternehmensmeldungen, 12.05.2015, 15:01

ThyssenKrupp fordert mehr Nachhaltigkeit beim Städtebau

Der diversifizierte Industriekonzern ThyssenKrupp ruft zu mehr Energieeffizienz bei der Städteplanung auf: Eigene Untersuchungen haben ergeben, dass bereits jetzt signifikante Energieeinsparungen in Gebäuden vorgenommen werden müssen, um über die nächsten 15 Jahre ein akzeptables Niveau zu erreichen. Hintergrund: Gebäude sind aktuell für 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich.

Im Vorfeld des EE Global 2015, dem weltweit ersten Forum zum Thema Energieeffizienz, das diese Woche in Washington DC stattfindet, sagt Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Elevator AG: „In Gebäuden liegt die Lebensdauer der technischen Ausstattung bei 15 Jahren, was bedeutet, dass dieses Niveau an Energieverbrauch für diesen Zeitraum ‚geblockt‘ ist. Gebäudeanlagen wie Aufzüge, Heizungs-, Lüftungs- und Kältetechnik laufen nicht in ihrem optimalen Wirkungsgrad. Deshalb ist es dringend notwendig, diesen Umstand jetzt anzugehen und die Anlagen mit innovativen Konzepten aufzurüsten. Ansonsten laufen wir Gefahr, bis zum Jahr 2030 mit einer schlechten Energiebilanz zu leben.“

Jede heute gebaute Gewerbeimmobilie wird im Verlauf der nächsten 15 Jahre durchschnittlich 12.000 MWh an ‚geblockter‘ Energie verbrauchen. Allein in den USA werden jedes Jahr mehr als 150.000 Gebäude errichtet, was zu einem jährlichen Stromverbrauch von 120 TWh führt; das entspricht dem gesamten jährlichen Stromverbrauch der Niederlande. Würde dieser Verbrauch nur um zehn Prozent reduziert, gelänge eine Einsparung von 180 TWh über die nächsten 15 Jahre. Das entspräche einer Senkung des Kohlendioxidausstoßes von bis zu 180.000 Tonnen CO2; gleichbedeutend mit zwei Millionen Autos, die jährlich aus dem Verkehr gezogen werden oder drei Milliarden neu gepflanzter Bäume.

Elevator-CEO Andreas Schierenbeck fügt hinzu: „Die Diskussion über Energieerzeugung und -verbrauch ist nicht neu, wird aber neu entfacht durch den Trend der Urbanisierung. Bis zum Jahr 2030 werden bis zu 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben und der Energieverbrauch in diesen Ballungsgebieten wird um rund ein Viertel zunehmen. Gebäude mit Standardausstattung und schlechter Energieeffizienz stehen dann noch deutlicher dem steigenden Energiebedarf gegenüber. Stadtplanung muss daher mit Weitsicht geschehen. Wir müssen bereits heute zukunftsorientiert an kommende Generationen denken.“

Gebäude haben mit 40 Prozent zurzeit den größten Anteil am weltweiten Energieverbrauch, daher stehen sie im Mittelpunkt für zukünftige Verbesserungen. In Städten führt der Aufwärtstrend bei Gebäuden zu einem Boom der ‚Smart Buildings‘, also Gebäuden mit intelligenter Technik, die sich durch einen niedrigen Energieverbrauch auszeichnen und so die städtische Energiebilanz verbessern. Bei den immer höher werdenden Gebäuden in unseren Städten gehören Aufzüge zu den wichtigsten Energieverbrauchern und sind daher einer der zentralen Faktoren zur Verbesserung der städtischen Energieeffizienz.

Innovative Aufzugstechnologien wie das TWIN-System von ThyssenKrupp nennt Schierenbeck als eine der möglichen Lösungen. Durch die Verwendung von zwei Kabinen in einem Schacht, die unabhängig voneinander mehrere Stockwerke bedienen, lassen sich im Durchschnitt 27 Prozent Energie sparen, und der elektrische Leistungsbedarf des Gebäudes wird im Vergleich zu anderen Technologien halbiert. Begünstigt wird der niedrige Verbrauch durch die Verwendung regenerativer Antriebe. Energie, die beim Abbremsen der Kabinen entsteht, wird in elektrische Energie umgewandelt und zurück ins Versorgungsnetz geführt, was den Energiebedarf des Gebäudes um bis zu 30 Prozent senkt.

Es ist höchste Zeit für Spitzentechnologien in Gebäuden

Technische Lösungen dieser Art sind rund um die Welt gefragt und lassen sich an die Bedürfnisse der jeweiligen Regionen anpassen: In Europa, zum Beispiel, werden ein Drittel der im Jahr 2030 bestehenden Gebäude vor 1970 gebaut worden sein, die einen erheblichen Modernisierungsaufwand erfordern, wenn sie den dann aktuellen Vorgaben an Energiebedarf und
-standard entsprechen sollen. Die Modernisierung dieser Aufzüge könnte den Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent senken.

„Nachhaltige Urbanisierung ist ein Muss – und energieeffiziente Aufzugslösungen sind mit ihren Vorteilen ein ganz wesentlicher Faktor bei der Gestaltung“, so Schierenbeck. „Der richtige Zeitpunkt für den Einbau solcher Anlagen in die Gebäude ist genau jetzt. Die Lösungen und das Wissen sind bereits vorhanden; jetzt geht es darum, den Prozess zu beschleunigen, um den Gebäudebestand schneller aufzurüsten.“

Andreas Schierenbeck hält am Mittwoch, den 13. Mai, einen Vortrag beim EE Global 2015 in Washington DC. Weitere Informationen und die Agenda finden Sie hier http://eeglobalforum.org/.

nach oben