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Unternehmensmeldungen, 02.12.2010, 19:00

ThyssenKrupp Nirosta setzt Vorwärtsstrategie um und investiert in das Werk Krefeld – Von der Verlagerung des Standorts Benrath betroffene Mitarbeiter erhalten Zusicherungen

Im Rahmen ihrer Vorwärtsstrategie arbeitet die ThyssenKrupp Nirosta derzeit umfänglich an der Erhaltung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Dieses Zukunftskonzept erfordert unter anderem die Weiterentwicklung und Optimierung der Werksstandorte. Einen wesentlichen Baustein ihrer Vorwärtsstrategie setzt die ThyssenKrupp Nirosta jetzt um: Die Edelstahl-Produktion in Benrath wird in den kommenden Jahren schrittweise nach Krefeld verlagert. Dies hat der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp Nirosta in seiner heutigen Sitzung entschieden. Die jetzt beschlossene Maßnahme ist für den Standort Krefeld mit Investitionen in dreistelliger Millionen-Höhe unter anderem für die Modernisierung des Anlagenparks verbunden. Am Standort im Düsseldorfer Süden sind derzeit 534 Mitarbeiter beschäftigt. Ihnen werden Arbeitsplätze in Krefeld bzw. sozialverträgliche Lösungen angeboten. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

„Die Konsolidierung unserer Standorte ist unumgänglich, da wir nur so die Zukunftsfähigkeit der gesamten Nirosta-Gruppe sicherstellen können“, erklärt Clemens Iller, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Nirosta und Vorsitzender der Business Area Stainless Global. „In Folge signifikanter Wettbewerbsnachteile im europäischen Vergleich z. B. bei den Energiekosten sind wir zu deutlichen Einsparungen gezwungen, um die Edelstahl-Fertigung in Deutschland dauerhaft aufrecht zu erhalten.“ Für die Zukunft der Beschäftigten in Benrath gibt es bereits weitreichende Zusagen. Notwendige Personalmaßnahmen werden sozialverträglich durchgeführt. Jeder Mitarbeiter, der nicht über Ruhestand und Altersteilzeit ausscheidet, findet im Krefelder Werk einen Arbeitsplatz. Die Ausbildungskapazitäten am Standort Benrath bleiben erhalten. Zur Umsetzung dieser Zusicherungen werden Geschäftsführung und Betriebsrat die begonnenen Gespräche fortsetzen. Ziel ist es, eine gemeinsame Vereinbarung „Pro Zukunft Nirosta“ abzuschließen.

Für die jetzt beschlossene Verlagerung sprechen verschiedene Gründe: Die Edelstahl-Kunden setzen zunehmend auf so genannte ferritische Güten. Da diese Werkstoffe keinen Nickel enthalten, unterliegen sie
nicht so starken Preisschwankungen. Die Nachfrage nach Ferriten beispielsweise für die Herstellung von Geschirrspülmaschinen und Wasserleitungen sowie im Aufzugsbau ist zuletzt deutlich gestiegen. Um den Kundeninteressen stärker nachkommen zu können, erfolgt nun eine nachfrageorientierte Anpassung der Produktions-Struktur. In Krefeld werden überwiegend nickelhaltige, sogenannte austenitische Werkstoffe für Fassaden, Lebensmittel-Behälter und die Chemische Industrie hergestellt. Durch die Zusammenführung der beiden Produkt-Stränge am Standort Krefeld werden die Verarbeitungskosten gesenkt und die Produktion schneller und flexibler auf die jeweiligen Marktanforderungen ausgerichtet.

Ein weiterer Grund, das Benrather Kaltwalzwerk in den Standort Krefeld zu integrieren und dort die Produktion von ferritischen Werkstoffen auszubauen, ist die komplexe Logistik und die daraus resultierenden hohen Transportkosten innerhalb der Nirosta-Gruppe. Im Wettbewerbsvergleich ist die historisch gewachsene Aufteilung der Fertigung auf die vier Produktionsstätten Bochum (Stahlwerk und Warmbandwerk), Krefeld (Stahlwerk und Kaltwalzwerk), Dillenburg (Kaltwalzwerk) und Benrath (Kaltwalzwerk) nicht mehr zeitgemäß. Sie führt im Gesamtverbund zu deutlichen Kostennachteilen, die durch die Umsetzung der Standort-Verlagerung verringert werden.

Mit der Verlagerung sind insgesamt Investitionen in dreistelliger Millionen-Höhe verbunden. Damit wird unter anderem der Anlagenpark in Krefeld gezielt modernisiert. In Krefeld wird mit dem Projekt im kommenden Jahr begonnen. Die Verlagerung des Standortes Benrath erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. fünf Jahren. „Durch diese Maßnahme wird der gesamte Nirosta-Verbund gestärkt“, betont Iller.

Im vergangenen Jahr hatten Vorstand und Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG entschieden, dass die Business Area Stainless Global und ihre Führungsgesellschaft ThyssenKrupp Nirosta im Rahmen eines sogenannten Alleingangs-Konzepts selbstständig weiterentwickelt werden. Im Zuge dessen wurde eine Vielzahl operativer Maßnahmen eingeleitet bzw. umgesetzt, unter anderem eine Flexibilisierung der Schichtfahrweise in allen

Werken auf Grund des volatilen Marktes. Dadurch konnte die Wettbewerbsposition der Stainless Global nachhaltig verbessert werden. Diese wirkte sich positiv auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2009/10 aus, das im Vergleich zum Vorjahr um rund 800 Millionen Euro verbessert wurde. Anknüpfend an die bisherigen Maßnahmen wird weiter am Gesamtkonzept zur weiteren Festigung der positiven Entwicklung und zur Zukunftssicherung der Stainless Global gearbeitet.

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