Skip Navigation

Unternehmensmeldungen, 22.03.2007, 13:13

Acht Schülerprojekte für Technik-Engagement ausgezeichnet


Sie bauen ferngesteuerte Solarautos, entwickeln dreidimensionale Bildschirme, installieren Solarkraftanlagen in Sambia oder gründen Start-Up-Firmen in Sachsen-Anhalt. Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen, in denen Deutschlands Technik-Nachwuchs besonders gut unterstützt wird, konnten sich im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms „IdeenMacher“ um einen Preis in Höhe von 5.000 € bewerben.

Die Initiatoren des Programms, die ThyssenKrupp AG und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, haben heute die acht Preisträger der zweiten Wettbewerbsrunde bekannt gegeben.

Ausgewählt wurden folgende Schulen und gemeinnützige Einrichtungen:
・ Oskar-von Miller-Schule in Kassel (Hessen)
・ Grund-, Haupt- und Realschule Oldenfelde (Hamburg)
・ Realschule Westerkappeln (Nordrhein-Westfalen)
・ Schüler-Institut für Technik und angewandte Informatik SITI e.V. in Havelberg (Sachsen-Anhalt)
・ Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule in Gladbeck (Nordrhein-Westfalen)
・ Verein zur Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses e.V. in Stade (Niedersachsen)
・ Burg-Schule in Eppstein (Hessen)
・ Stormarnschule in Ahrensburg (Schleswig-Holstein)
Das Förderprogramm „IdeenMacher“ unterstützt Projekte von Schulen und gemeinnützigen Organisationen, die das technische Verständnis und die technischen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen erfolgreich fördern. Dabei geht es nicht allein um Wissensvermittlung, sondern vor allem um die Anwendung des Wissens in konkreten technischen Lösungen. Eine Jury, die sich unter anderem aus Vertretern der ThyssenKrupp AG (Ralph Labonte, Arbeitsdirektor) und zwei Bildungsexperten (Prof. Dr. Elke Sumfleth, Universität Duisburg/Essen und Wolfgang Treffeisen, Physiklehrer in Düsseldorf) zusammensetzt, wählte die zu fördernden Projekte aus. Bewerben konnten sich Schulen, Klassen, Arbeitsgruppen oder Projekte aus ganz Deutschland.

Neben den Jury-Auszeichnungen wird unter den ausgewählten Projekten zusätzlich ein mit 5.000 € dotierter Publikumspreis verliehen. Die Gewinner werden vom 22. März bis 20. April 2007 durch eine Abstimmung auf der Website www.zukunft-technik-entdecken.de ermittelt. Zudem werden auf der Website alle bisher prämierten Projekte vorgestellt, so dass sich interessierte Pädagogen und Schüler informieren und mit anderen Technik-Initiativen austauschen können. Die nächste Runde des Förderprogramms startet im September 2007.

Die ThyssenKrupp AG engagiert sich bereits seit vielen Jahren in der Bildungsförderung (u.a. Jugend forscht). Das Förderprogramm „IdeenMacher“ ist ein Bestandteil der Initiative „Zukunft Technik entdecken“. Ziel ist es, in der Jugend mehr Begeisterung für Technik zu schaffen und sie zu einer technischen Berufsausbildung oder einem entprechenden Studium zu motivieren. Höhepunkt der Initiative ist die Technik-Erlebnisausstellung „IdeenPark“, die nach Stationen in Gelsenkirchen und Hannover im Mai 2008 in Stuttgart zu Gast sein wird.

Die Siegerprojekte:

<u>Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule in Gladbeck: Energieprojekte in Kooperation mit zwei sambischen Partnerschulen</u>
Im Technikunterricht der Schule werden seit mehreren Jahren regelmäßig Energieprojekte durchgeführt. Im Juni 2007 sollen vier Schülerinnen und Schüler in Sambia gemeinsam mit den dortigen Partnerschulen zwei Photovoltaik-Projekte realisieren. Besonderes Augenmerk legt die Projektgruppe auf nachhaltiges Arbeiten: Neben Planung und Bau der Anlage hat sie Experimentiermaterial entwickelt, mit dem sie den sambischen Schülern, die zukünftig die Anlage selbständig betreuen werden, das nötige Grundwissen der Photovoltaik vermittelt.

<u>Schüler-Institut für angewandte Informatik SITI e.V. in Havelberg: Technikinteresse in Schülerfirmen entwickeln</u>
Schwerpunkt des SITI ist es, Jugendliche für Technik und Wirtschaft zu motivieren. Insgesamt 25 Netzwerkpartner (Schulen, Hochschulen, Betriebe, Verbände) gewährleisten einen hohen Praxisbezug der verschiedenen Aktivitäten. Zum Angebot zählen u.a. ein Erfinderclub, ein Roboterbaulabor und das erste Zentrum zur Förderung von Schülerfirmengründungen in Sachsen-Anhalt. Die bisherige Bilanz: 45 Jugend-forscht-Projekte, zwei Gebrauchsmuster-Anmeldungen und fünf Schülerfirmen-Gründungen. Für dieses Jahr ist die Eröffnung eines Technik-Kompetenzzentrums geplant.

<u>Verein zur Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses e.V. in Stade: Arbeitsgemeinschaft „Naturwissenschaften“</u>
Ein an das Vincent-Lübeck-Gymnasium angegliederter Verein ermöglicht Schülern die Teilnahme an mehrjährigen, fächerübergreifenden Projekten. Die Schüler erwerben wissenschaftlich-technische Kompetenzen; zur gezielten Vorbereitung auf das Berufsleben sind Projektmanagement, Teamarbeit und Methodentraining fest eingebunden. Langjährige Kontakte zu Universitäten und Industrieunternehmen sorgen für Erfahrungs- und Wissenstransfer auf die Projekte. Das Display SOLIDFELIX, ein Arbeitsresultat der AG, wurde bereits erfolgreich auf Messen ausgestellt; aktuell arbeitet die Gruppe an der Entwicklung des innovativen 3D-Raumbildschirms „HIRes FELIX“.

<u>Oskar-von-Miller-Schule Kassel: Ferngesteuertes Solarauto</u>
Die Schüler der Berufsfachschule Elektrotechnik analysieren Wirkzusammenhänge an elektrotechnischen Geräten, erstellen Pläne und technische Dokumente. Darüber hinaus fertigen sie in Teams elektrotechnische Geräte an, z.B. das ferngesteuerte Solarmobil. Die offenen Lerngruppen fördern das eigenverantwortliche Handeln der Schüler. Neben Fachkompetenz erwerben sie Personal- und Sozialkompetenz – eine gute Vorbereitung für den Berufseinstieg. Im vergangenen Jahr nahm die Gruppe erfolgreich am Hessen-Solarcup teil.

<u>Grund-, Haupt- und Realschule Oldenfelde: Schule-Technik-Internet (S-T-I)</u>
Seit über fünfzehn Jahren setzt sich die Schule Oldenfelde aktiv für die Stärkung der technischen Bildung ein. Im August 2005 wurde das S-T-I-Projekt gegründet, das übergreifend mit Schülern, Lehrern und Eltern arbeitet. Zunächst entstand der Internetauftritt der Schule, auf dem die weiteren technischen Projekte (wie z.B. „Mechatronik“ oder „Fahrrad-TÜV“) präsentiert werden – mit Erfolg: Die Zahl der Neuanmeldungen ist daraufhin gestiegen. Derzeit entwickeln die Projektteilnehmer eine Online-Plattform für die Zusammenarbeit mit weiteren technisch ausgerichteten Hamburger Schulen.

<u>Realschule Westerkappeln: Wir fertigen wie die Profis – auch die Mädchen!</u>
Das Projekt führt Schüler an technische Ausbildungsberufe heran und vermittelt Grundlagen für die Berufsentscheidung. Durch den Einsatz professioneller Fertigungstechnik (PC und CNC-Fräsmaschinen) können die Schülerinnen und Schüler gestalterisch ansprechende Kleinstproduke (Buttons o.ä.) am PC entwerfen und perfekte Serienprodukte herstellen. Dieser gestalterisch-kreative Ansatz soll vor allem Mädchen einen Einstieg in technische Berufsbilder vermitteln und helfen, tradierte Rollenvorstellungen über Bord zu werfen.

<u>Burg-Schule Eppstein: Technik und Physik im Alltag</u>
Zwei Mütter gründeten 2004 das Projekt, das Grundschülern spielerisch physikalische Grundprinzipien lehrt. Die Kinder sollen verstehen, dass sie im Alltag mit physikalischen Prinzipien intuitiv umgehen, z.B. führt das Bedienen einer Türklinke zu den Hebelgesetzen. Früh wird so das Interesse an Technik geweckt und dem Aufbau von Hemmschwellen entgegen gewirkt. Als Experimentiermaterialien dienen vertraute Alltagsgegenstände, um die Kinder anzuregen, auch zu Hause eigenständig zu forschen.

<u>Stormarnschule Ahrensburg: Roboterbau im Schulunterricht</u>
Aus der Projektarbeit eines Informatikkurses, in der ein Hindernissen ausweichender Roboter entworfen, konstruiert und schließlich programmiert wurde, entsteht derzeit ein flexibles Unterrichtsmodul „Roboter“. Die Schülergruppe entwickelt Hardware, Software und Unterrichtsmaterialien. Diese werden an einem Informatikkurs des 12. Jahrgangs getestet, anschließend evaluiert und für künftige Jahrgänge verbessert. Besonderes Augenmerk legen die Schüler auf verständliche Erklärungen und leichte Umsetzbarkeit der Unterrichtseinheit.

nach oben