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Produkte und Lösungen, 23.04.2001, 02:00

Die Renaissance des Stahltanks

Veränderte Umweltgesetzgebung und innovative Umformverfahren eröffnen neue Perspektiven

Schärfere Umweltgesetze und neue Umformverfahren eröffnen dem Werkstoff Stahl neue Perspektiven bei der Herstellung von Kraftstoffbehältern. Dort seit Beginn der siebziger Jahre einem harten Verdrängungswettbewerb durch Kunststoff ausgesetzt, dürfte Stahl in absehbarer Zeit wieder zur ersten Wahl für Kraftstofftanks werden.

Die Vorteile des Kunststoffs liegen traditionell in der flexiblen Formgebung. Blasgeformte Kunststofftanks können sehr Platz sparend gestaltet werden und nutzen mit komplexer Geometrie auch die kleinsten Winkel enger Bauräume aus. Der Nachteil des Kunststoffs: Das Material lässt Schadstoffe durch, die durch Verdunstung des Treibstoffs entstehen. Aus einem herkömmlichen Kunststofftank entweichen gegenwärtig mehr als zwei Gramm umweltschädlicher Kohlenwasserstoff pro Tag allein durch die Behälterwand. Solche Werte sind künftig nicht mehr zulässig.

In Kalifornien beispielsweise verpflichtet der Gesetzgeber die Automobilhersteller schon heute, die Emission von Kohlenwasserstoff aus dem gesamten Fahr-zeug auf maximal zwei Gramm zu reduzieren. Ab 2004 wird dieser Wert noch weiter verringert. Europa wird diesem Trend folgen. Ein Trend, der für den Werkstoff Stahl arbeitet

Stahl erfüllt schon heute alle Anforderungen der künftigen, einschlägigen Gesetzgebung. Die Kohlenwasserstoffemission von Stahltanks ist gleich Null und außerdem ist der Werkstoff anders als Kunststoff zu nahezu hundert Prozent wiederverwertbar. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren neuartige Umformverfahren mit flüssigen Wirkmedien wie das Innen- und Außenhochdruckumformen entwickelt worden sind, die mit denen sich ähnlich komplizierte Geometrien wie bei Kunststofftanks herstellen lassen. Die Weiterentwicklung der Werkstoffe, insbesondere die Verbesserung des Umformverhaltens der IF (Interstitial Free)-Qualitätsstähle in den vergangenen Jahren trägt ebenfalls dazu bei, die Möglichkeiten der Formgebung zu erweitern.

ThyssenKrupp Steel präsentiert zur diesjährigen Hannover Messe zwei Beispiele für umweltfreundliche Kraftstofftanks aus Stahl: Eine Variante aus feueraluminiertem Feinblech und eine Edelstahlvariante aus NIROSTA® 4301. Mit Tanks aus oberflächenveredeltem Feinblech haben die in Duisburg ansässigen Stahlproduzenten über 40 Jahre Erfahrung. Tanks aus feueraluminiertem Feinblech sind derzeit in der Mehrzahl der Modelle der DaimlerChrysler AG im Einsatz. Für die Zukunft plant man, die Korrosionsbeständigkeit des Feinblechs mit einer organischen Beschichtung noch weiter zu verbessern.

Der NIROSTA®-Tank ist eine neue Edelstahl-Anwendung. Hier liegen die Vorteile in den guten Umformeigenschaften und der hervorragenden Korrosionsbeständigkeit des nicht rostenden Stahls. Seine Langlebigkeit macht das Material insbesondere angesichts der inzwischen geforderten Garantiezeiten von 15 Jahren interessant. Tanks aus NIROSTA® sind zurzeit bei mehreren nationalen und internationalen Automobilherstellern in Erprobung.

Für Rückfragen: ThyssenKrupp AG, Fachpresse, Bernd Overmaat Tel: 0211-824-36012, Fax: 0211-824-36035 e-mail: overmaat@tk.thyssenkrupp.com

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