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Produkte und Lösungen, 23.04.2001, 02:00

Intelligente Abfallverwertung mit Werkstoffen von Krupp VDM

Contherm-Verfahren liefert Brennstoff für die Energieerzeugung

Die Krupp VDM GmbH hat rund 85 Tonnen ihrer Hochtemperatur-Legierung Nicrofer 3220 H - alloy 800 H für den Bau von zwei Drehrohröfen für die Abfallbehandlung geliefert. Die Öfen sind die Kernkomponenten einer so genannten Contherm-Anlage, die die Technip Germany GmbH für das Kraftwerk Westfalen der VEW Energie AG in Hamm-Uentrop baut. Die Contherm-Anlage nutzt den chemischen Prozess der Pyrolyse und gewinnt damit aus Abfall Brennstoffe und wiederverwertbare Rohstoffe.

Die Anlage verwertet unter anderem Altkunststoffe, Shredderrückstände -beispielsweise aus aufbereiteten Altautos-, Gewerbeabfall und Hausmüll. Die Abfälle werden in den Drehrohröfen auf rund 700 Grad Celsius erhitzt. Weil dies unter Ausschluss von Sauerstoff geschieht, verbrennen die Abfälle nicht, sondern sie zerfallen. Die Produkte dieses Pyrolyse-Vorgangs sind heißes Gas, Koks, Eisen und Nichteisenmetalle sowie Steine und Glas. Gas und Koks werden für die Befeuerung des Kraftwerksblocks C des Kraftwerks Westfalen eingesetzt. Sie ersetzen bis zu zehn Prozent des Brennstoffs Kohle, den der 320 Megawatt Kraftwerksblock hauptsächlich zur Energieerzeugung nutzt.

Die beiden Drehrohröfen sind jeweils rund 30 Meter lang und werden von außen mit Gasbrennern aufgeheizt. Die bei der Pyrolyse entstehenden Gase sind unter anderem mit Schwefeldioxid und Chlorwasserstoff belastet. Die Werkstoff-Wahl fiel auf Nicrofer 3220 H, weil die austenitische Legierung auch bei langen Einsatzzeiten eine ausgezeichnete Hitzebeständigkeit und Warmfestigkeit bei Tempertauren oberhalb von 600 Grad Celsius besitzt. Hohe Nickel- und Chromgehalte gewährleisten die Beständigkeit gegen Oxidation, so dass auch die Verunreinigungen im Pyrolysegas den Drehrohren nichts anhaben können. Typische weitere Anwendungsbereiche für den Werkstoff sind Äthylen-Pyrolyserohre sowie Komponenten für Kohlevergasungsanlagen oder Dampf-Kohlenwasserstoff-Reformer.

Für Rückfragen: ThyssenKrupp AG, Fachpresse, Bernd Overmaat Tel: 0211-824-36012, Fax: 0211-824-36035 e-mail: overmaat@tk.thyssenkrupp.com

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