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Unternehmensmeldungen, 20.10.2005, 18:23

75 Jahre ThyssenKrupp VDM

Mit einem zweitägigen Energie- und Umwelt-Symposium feiert die ThyssenKrupp VDM GmbH am 20. und 21. Oktober ihr 75jähriges Bestehen. Als Gastredner angekündigt haben sich unter anderem Christa Thoben, Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Prof. Dr. Dieter Ameling. In den weiteren Vorträgen während der Veranstaltung werden die Kunden der ThyssenKrupp VDM GmbH ihre Anforderungen an moderne Hochleistungslegierungen darstellen und Mitarbeiter des Unternehmens das Produktspektrum für Energie- und Umweltanwendungen erläutern.

Gegründet wurde die ThyssenKrupp VDM GmbH 1930 als Vereinigte Deutsche Metallwerke. Das Unternehmen war ein Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen unter der Führung der in Frankfurt ansässigen Metallgesellschaft. Zu den Gründungsmitgliedern der VDM gehörten die 1853 gegründete Firma Carl Berg aus Werdohl-Eveking und die 1869 entstandene Basse und Selve aus Altena. Mehr als 40 Jahre war VDM ein Hersteller von Halbzeugen aus Nichteisen-Werkstoffen wie Kupfer, Aluminium und Messing, bis man sich Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf die Herstellung von Nickelbasislegierungen und Sonderedelstählen konzentrierte. Diese strategische Entscheidung war von Erfolg gekrönt: Bei den Werkstoffen, die Eigenschaften wie hohe Hitze- und Korrosionsbeständigkeit besitzen und unter anderem in der chemischen Industrie und der Energie- und Offshore-Technik eingesetzt werden, ist das Unternehmen heute Weltmarktführer.

Auf dem Weg an die Spitze hat das Unternehmen immer wieder mit der Entwicklung innovativer Werkstoffe Maßstäbe gesetzt. So gilt die für ThyssenKrupp VDM patentierte Legierung Nicrofer 5923 hMo als leistungsfähigste in der Gruppe der so genannten C-Legierungen. Diese Materialien aus Nickel, Chrom und Molybdän werden beispielsweise beim Bau von Rauchgasentschwefelungsanlagen eingesetzt. Mit Nicrofer 3127 hMo ist ThyssenKrupp VDM eine besonders vielseitige Legierung gelungen, die sich unter anderem in der Papier- und Zellstoffindustrie, bei der Wiederaufbereitung von Schwefelsäure, bei der Salzgewinnung oder bei der Erdöl- und Erdgasförderung einsetzen lässt. Die neueste Entwicklung von ThyssenKrupp VDM ist Crofer 22 APU. Dieser Werkstoff ist speziell für den Einsatz in Festoxid-Brennstoffzellen konzipiert.

Ein Unternehmen des heutigen ThyssenKrupp Konzerns wurde VDM 1989, als die damalige Krupp Stahl AG die Firma von der Metallgesellschaft übernahm. Heute ist ThyssenKrupp VDM ein Unternehmen des Segments Stainless im ThyssenKrupp Konzern. Die Nickelbasislegierungen und Sonderedelstähle von ThyssenKrupp VDM runden das im Segment produzierte Portfolio der rost-, säure- und hitzebeständigen Werkstoffe nach oben hin ab. Das Unternehmen beschäftigt 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2003/2004 einen Umsatz von 581 Millionen Euro erzielt.

Werdohl und Altena sind nach wie vor die zentralen Standorte von ThyssenKrupp VDM. In Werdohl befinden sich heute der Hauptsitz des Unternehmens und die Bandfertigung, in Altena ist das Fertigungszentrum für warmgewalzte Bleche, Stangen und Freiformschmiedeteile angesiedelt. Hinzu kommt eine Drahtfertigung in Bärenstein. Erschmolzen werden die VDM-Legierungen in Unna. Außerdem verfügt ThyssenKrupp VDM über Produktionsstandorte in den USA bei dem Tochterunternehmen Precision Rolled Products (PRP). PRP ist auf Werkstoffe und Vorprodukte für nicht rotierende Teile für den Flugzeugbau spezialisiert und betreibt hierfür einen Vakuum-Schmelzofen und weitere Umschmelzanlagen, mit denen die besonderen Anforderungen der Luftfahrtindustrie an die Reinheit und Gleichmäßigkeit der Werkstoffe erfüllt werden.

Luft- und Raumfahrtanwendungen machen etwa 25 Prozent des Weltmarkt-Volumens für Nickel- und Kobaltlegierungen aus. Um seine Position in diesem Segment weiter auszubauen hat ThyssenKrupp VDM 2003 am Standort Unna einen weiteren Vakuum-Schmelzofen in Betrieb genommen. Außerdem besitzt das Unternehmen in Unna zwei Umschmelzanlagen, die das Material aus dem Vakuumofen weiter verfeinern. Neben der Luft- und Raumfahrt sieht ThyssenKrupp VDM bei der Öl- und Gasförderung Wachstumspotenziale. Neue Perspektiven eröffnen sich außerdem in der Automobilproduktion, wo VDM-Werkstoffe zunehmend als Katalysatorfolien und Metallvlies in Rußpartikelfiltern eingesetzt werden.

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