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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 12.02.2013, 07:30

ThyssenKrupp erreicht im ersten Quartal 2012/2013 operative Ziele und setzt wichtige strategische Meilensteine um

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/2013 (1. Oktober - 31. Dezember 2012) erreichte ThyssenKrupp bei seinen fortgeführten Aktivitäten einen Auftragseingang von 9,6 Mrd € und blieb damit trotz Desinvestitionen auf Vorjahresniveau. Die Industriegüter-Geschäfte wiesen dabei einen um 14 % höheren Wert als im Vorjahresquartal aus. Plant Technology und Elevator Technology erzielten jeweils Rekordniveaus: Der Auftragseingang im Anlagenbau hat sich mehr als verdoppelt, bei Aufzügen gab es mit einem Plus von 10 % ebenfalls kräftige Zuwächse. Dagegen war das Werkstoff-Geschäft durch schwache Nachfrage und niedrige Preise belastet. Der Umsatz des Konzerns verringerte sich im ersten Quartal 2012/2013 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 % auf 8,8 Mrd €. Während bei den Industriegüter-Geschäften der Anlagenbau und insbesondere das Aufzugsgeschäft deutliches Wachstum verzeichneten, war die Entwicklung bei industriellen Komponenten und Werkstoffen auf Grund von Desinvestitionen und marktbedingt rückläufig.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten betrug im ersten Quartal des laufenden Jahres 229 Mio €, nach 372 Mio € im Vorjahreszeitraum. Das für das erste Quartal 2012/2013 in Aussicht gestellte Ergebnisziel – ein Bereinigtes EBIT der fortgeführten Aktivitäten von rund 200 Mio € – wurde voll erreicht. Alle Business Areas haben ein positives Bereinigtes EBIT erzielt. Der Anteil der Industriegüter-Geschäfte am Bereinigten EBIT war mit 351 Mio € deutlich höher als der Anteil der Werkstoff-Geschäfte mit 70 Mio €. Die größten Beiträge lieferten Elevator Technology und Plant Technology. Elevator Technology konnte zudem die EBIT-Marge auf 11 % steigern. Plant Technology wurde zum 1. Januar 2013 mit der Business Area Marine Systems zu der neuen Business Area Industrial Solutions zusammengeführt. Das Ergebnis nach Steuern, das auf die ThyssenKrupp Aktionäre entfällt, belief sich auf 29 Mio €.

Der Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten, d.h. die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, betrug 736 Mio €. Dies entspricht einer deutlichen Verbesserung zum Vorjahresquartal von rund 2,1 Mrd € und zeigt die Anstrengungen des Konzerns zur strukturellen Verbesserung des Cash-Flow-Profils. Der Free-Cash-Flow des Gesamtkonzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 2,4 Mrd € auf 361 Mio €. Die Belastungen aus nicht fortgeführten Aktivitäten konnten durch die Mittelzuflüsse aus dem erfolgreichen Abschluss der Edelstahl-Transaktion deutlich überkompensiert werden. Damit hat ThyssenKrupp auch bei der Reduzierung der Netto-Finanzschulden Fortschritte erzielt. Zum 31. Dezember 2012 gingen diese im Vergleich zum Vorquartal um rund 600 Mio € auf 5.205 Mio € zurück (30. September 2012: 5.800 Mio €). Mit einer freien Liquidität von insgesamt 7,4 Mrd € sowie einer ausgewogenen Fälligkeitenstruktur der Verbindlichkeiten ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG: „Wir sind auf gutem Weg, unsere operativen Ziele im Gesamtjahr zu erreichen. Mit der heutigen Ertragskraft des Konzerns können wir jedoch noch nicht zufrieden sein. Das Ziel unserer Strategischen Weiterentwicklung ist es, das Wertpotenzial des Konzerns erheblich zu verbessern. Daran werden wir auch weiterhin mit Nachdruck arbeiten. Alle Konzerngeschäfte müssen ihren Beitrag leisten. Steel Europe geht mit seinem Optimierungsprogramm einen ersten konsequenten Schritt, um seine Position in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld zu verbessern und die geforderte Profitabilität und Kapitaleffizienz zu erreichen. Und wir wollen als Konzern künftig deutlich schneller und flexibler auf veränderte Marktbedingungen reagieren können, um von den dynamischen Entwicklungen in den Wachstumsregionen der Welt stärker zu profitieren. Dafür schaffen wir mit dem Programm ACT ein neues Führungsmodell, in dem wir konzernweit effizienter und stärker vernetzt arbeiten werden.“

Entwicklung der Business Areas

Das Geschäft in den Business Areas entwickelte sich im ersten Quartal 2012/2013 wie folgt:

Bei Components Technology führten die im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung umgesetzten Desinvestitionen des letzten Geschäftsjahres zu einem strukturell geringeren Geschäftsvolumen im 1. Quartal 2012/2013. Der Auftragseingang sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 26 % auf 1,3 Mrd €, der Umsatz um 23 % auf 1,3 Mrd €. Bereinigt um die Desinvestitionen ging der Auftragseingang um 9 %, der Umsatz um 6 % zurück. Das Bereinigte EBIT lag mit 42 Mio € unter dem Vorjahreswert (103 Mio €). Hier wirkten sich der wegfallende operative Gewinn von Waupaca, der Konjunkturabschwung in Westeuropa im Bereich der Komponenten für PKW und schwere Nutzfahrzeuge sowie der Hochlauf der neuen Werke in China und Indien aus. Hinzu kam die anhaltend schwache Nachfrage im Windenergie- und Infrastrukturbereich.

Elevator Technology erzielte im ersten Quartal 2012/2013 mit einem Auftragseingang von 1,6 Mrd € (+10 %) und einem Umsatz von 1,5 Mrd € (+14 %) zweistellige Wachstumsraten. Das Bereinigte EBIT belief sich auf 169 Mio € (Vorjahr: 142 Mio €). Diese Verbesserung war sowohl auf einen gestiegenen Umsatz als auch auf positive Effekte aus den im vergangenen Geschäftsjahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen. Mit der am 31. Dezember 2012 abgeschlossenen Übernahme von AMCO Elevator, USA, hat die Business Area ihren Wachstumskurs fortgesetzt.

Plant Technology hat sich insbesondere im Chemieanlagenbau gut behauptet. In den ersten drei Monaten wurden neue Aufträge im Wert von 1,8 Mrd € gewonnen. Dies entspricht einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreswert. Der Umsatz erreichte 1,0 Mrd € und lag damit um 6 % über dem Vorjahreswert. Das Bereinigte EBIT von 110 Mio € lag abrechnungsbedingt unter dem hohen Niveau des Vorjahres (125 Mio €).

Marine Systems profitierte weiterhin von der gestiegenen Nachfrage nach Fregatten und U-Booten. Der Auftragseingang betrug in der Berichtszeit 178 Mio €, der Umsatz 305 Mio €. Das Bereinigte EBIT erreichte mit 30 Mio € das Niveau des Vorjahres, wenn die im Vorjahreswert noch enthaltenen und inzwischen verkauften zivilen Schiffbauaktivitäten herausgerechnet werden.

Mit Ausnahme von Nordamerika war das Geschäft von Materials Services von einem Nachfragerückgang und weltweit von einem Preis- und Margendruck geprägt. Der Umsatz ging um 10 % auf 2,8 Mrd € zurück. Bereinigt um die im Vorjahreszeitraum noch enthaltene Xervon-Gruppe betrug der Umsatzrückgang 7 %. Das Werkstoff- und Logistikgeschäft mit der Luftfahrtindustrie entwickelte sich hingegen positiv. Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs konnte das Bereinigte EBIT mit 40 Mio € durch Kostensenkungsmaßnahmen, insbesondere in der Logistik und Verwaltung, auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Der Geschäftsverlauf bei Steel Europe war durch weiterhin geringe Versandmengen und niedrigere Preise belastet. In den ersten drei Monaten wurden 2,3 Mrd € umgesetzt. Das Bereinigte EBIT verringerte sich auf 30 Mio € (Vorjahr: 102 Mio €), was auf die unverändert schwache Konjunktur in Europa mit im Vorjahresvergleich niedrigeren Erlösen zurückzuführen ist. Das konzernweite Verbesserungsprogramm impact konnte die negativen Kosten- und Markteffekte weiterhin nur teilweise kompensieren.

Inoxum-Transaktion abgeschlossen – Verkaufsprozess von Steel Americas verläuft nach Plan

ThyssenKrupp hat auch im ersten Quartal 2012/2013 wichtige Fortschritte bei der strategischen Weiterentwicklung erzielt. Der Zusammenschluss von Inoxum, der ehemaligen Business Area Stainless Global, und dem finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu wurde am 28. Dezember 2012 erfolgreich vollzogen und hat zu einer Reduzierung der Netto-Finanzschulden beigetragen.

Der Verkaufsprozess von Steel Americas verläuft weiterhin nach Plan. Seit November 2012 erhält eine Auswahl möglicher Kaufinteressenten die Gelegenheit, die Werke in Brasilien und den USA im Rahmen einer Due Diligence zu analysieren und verbindliche Kaufangebote abzugeben. ThyssenKrupp ist zuversichtlich, im Laufe dieses Geschäftsjahres für beide Werke eine neue Perspektive zu finden. Die Erlöse aus dem Verkauf werden die Netto-Finanzschulden deutlich reduzieren.

Optimierungsprogramm bei Steel Europe mit einem Einsparvolumen von 500 Mio €

Im Rahmen des Konzernprogramms impact soll aus Performance-Maßnahmen im laufenden sowie in den kommenden beiden Geschäftsjahren ein kumulierter EBIT-Effekt von 2 Mrd € realisiert werden. In diesem Zusammenhang hat die Business Area Steel Europe auf Basis einer Markt- und Wettbewerbsanalyse ein Maßnahmenpaket erarbeitet, um die Profitabilität und die Wettbewerbsfähigkeit des Stahlbereichs nachhaltig zu verbessern. Steel Europe ist als Anbieter von hochwertigen Stahlprodukten und -güten in einem äußerst schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt. Dennoch sind einschneidende strukturelle Anpassungen und operative Verbesserungen zwingend erforderlich, um den Weiterbetrieb der Kernaggregate bei der Flüssigphase sowie der Warmwalzstufe zu ermöglichen. Neben Vorteilen im Einkauf sollen Effizienzsteigerungen bei Produktionsprozessen und in der Verwaltung erzielt werden. Darüber hinaus werden die Stilllegung, die Verlagerung oder der Verkauf von Geschäftseinheiten und Anlagen geprüft. Das Optimierungsprogramm umfasst ein Einsparvolumen von rund 500 Mio € bis zum Geschäftsjahr 2014/2015 und sieht eine sozialverträgliche Verringerung der Belegschaft von über 2.000 Mitarbeiter vor (31. Dezember 2012: rund 27.600 Mitarbeiter). Durch mögliche Verkäufe kann sich die Belegschaftszahl um weitere 1.800 Mitarbeiter reduzieren. Die Business Area Steel Europe leistet mit dem eingeleiteten Optimierungsprogramm einen wichtigen Beitrag zum Konzernprogramm impact und zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Gesamtkonzerns.

Veränderungen in Führungsmodell und Führungskultur

Um konzernweit die Leistungsfähigkeit des Konzerns und die Führungskultur zu verbessern, wird mit dem Konzernprogramm ACT ein neues Führungsmodell geschaffen. Die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsbereichen, Funktionen und Regionen soll in einer Matrix-Organisation optimal gestaltet werden. Mit der personellen Neuordnung im Vorstand wurden zum 1. Januar 2013 bereits strukturelle Änderungen umgesetzt. Die Vorstände der Business Areas berichten jetzt entsprechend ihrer Funktion direkt an den Vorstandsvorsitzenden, den Finanzvorstand oder den Personalvorstand der ThyssenKrupp AG. Zum 1. Februar 2013 wurden die bisherigen Konzernfunktionen reduziert und neu geordnet. Jede Konzernfunktion trägt künftig weltweit Verantwortung für Standards und Prozesse. Die Business Areas werden analog zur Konzernebene mit Zentralfunktionen ausgestattet, um die Zusammenarbeit zwischen Konzern und Business Areas zu optimieren. In den kommenden Monaten werden die weiteren Strukturen und Prozesse auch zur Anbindung der Regionen im Detail ausgearbeitet. Der Konzern plant, ab Oktober 2013 vollständig in der neuen Struktur zu arbeiten.

Ausblick Geschäftsjahr 2012/2013

Die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2012/2013 wird aus heutiger Sicht ganz wesentlich von der noch ausbleibenden Belebung der Weltwirtschaft mit einer ungelösten Schuldenkrise insbesondere im Euro-Raum und einer verlangsamten Wachstumsdynamik in den aufstrebenden Volkswirtschaften geprägt sein. Unter der Annahme einer überwiegend stagnierenden Entwicklung in den Kernmärkten unserer stärker zyklischen Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte, deren verlässliche Planbarkeit im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht wesentlich über ein Quartal hinausreicht, erwartet der Konzern derzeit folgende Entwicklung von Umsatz und Bereinigtem EBIT:

Für das Geschäftsjahr 2012/13 erwartet ThyssenKrupp einen Konzernumsatz für die fortgeführten Aktivitäten auf dem Niveau des Vorjahres von etwa 40 Mrd €. Dabei geht der Konzern davon aus, dass es nicht zu größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten kommt. Entfallende Umsätze aus Portfoliomaßnahmen, insbesondere bei Steel Europe und Components Technology, sollten durch organisches Wachstum bei den Industriegüter-Geschäften weitgehend kompensiert werden.

Unter der Annahme, dass sich die zu Beginn des neuen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr noch verhaltenere Werkstoffkonjunktur fortsetzt, aber nicht noch zunehmend verschärft, sollte das Bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns bei rund 1 Mrd € liegen.

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