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Produkte und Lösungen, 15.04.2008, 13:04

Mehrgewerkefähigkeit gewünscht

Die Prozessindustrie wünscht sie, doch kaum ein Dienstleister ist personell dafür aufgestellt: die Lösung komplexer industrieller Instandhaltungsaufgaben gebündelt aus einer Hand. Als die Essener Evonik Goldschmidt GmbH nach einem Industriedienstleister zur Komplettsanierung der werkseigenen Rohrbrücken suchte, konnte ThyssenKrupp Xervon den Auftrag für sich gewinnen. Grund: die Mehrgewerkefähigkeit der Gelsenkirchener Instandhalter, die ihre Fachleute je nach Bedarf auch regional übergreifend zusammenziehen.

Im alteingesessenen Goldschmidt-Werk, wo der Geschäftsbereich „Care & Surface Specialities“ unter strengen Sicherheitsauflagen hochaktive chemische Substanzen produziert, wird konsequent in die Ertüchtigung und Erhaltung der Anlagen investiert. Dazu gehört auch die Sanierung sämtlicher Rohrbrücken der verzweigten Produktionsstätte. Zwei Teilbereiche von jeweils 100 Metern Länge hat ThyssenKrupp Xervon bereits erfolgreich hergerichtet. Ein weiterer Folgeauftrag ist derzeit in Arbeit.

Die hierzu nötigen Gewerke Stahlbau, Korrosionsschutz, Isolierung und Gerüstbau organisiert und managt ein „Mehrgewerke-Bauleiter“. Er ist die Schnittstelle zwischen dem ausführenden Team aus bis zu 13 Mitarbeitern und in allen Belangen alleiniger Ansprechpartner für den Kunden. Er ist Spezialist und Generalist zugleich, weiß von vielen Gewerken zwar nicht alles, aber genug, um die Arbeiten fachgerecht leiten und betriebswirtschaftlich sinnvoll koordinieren zu können.

Sicherheit geht vor

Vor allem das Thema Sicherheit macht die bei Goldschmidt auszuführenden Sanierungsarbeiten zu verantwortungsvollen Aufgaben. Denn an sich ist es für einen Gerüstbauer beispielsweise keine besondere Herausforderung, eine acht Meter breite und sechs Meter hohe stählerne Rohrbrücke segmentweise einzurüsten und fürs Sandstrahlen und Beschichten staubdicht einzuhausen. Auch für die Stahlbauer ist es Alltagsarbeit, korrodierte Bauteile auszutauschen. Doch die äußerlich so harmlos scheinenden Rohrleitungen auf den Brücken haben es im wahrsten Wortsinne in sich. Und auch die umgebenden Anlagen. Deshalb verlangt die Instandsetzung volle Aufmerksamkeit. Bei jedem Arbeitsschritt müssen die geltenden Sicherheitsvorschriften strikt beachtet werden.

Umfangreicher Stahlbau

Den zeitlichen Ablauf und den exakten Umfang der Arbeiten stimmt der betreuende Xervon-Mehrgewerke-Experte Detlef Lengwenus eng mit der Goldschmidt-Projektleitung ab: „Ich spezifiziere die ersten groben Vorgaben und arbeite sie in eine Feintermin- und Bauablaufplanung ein, wenn nach dem Sandstrahlen die konkreten Schäden an der Rohrbrücke sichtbar sind.“ Zu diesem Zeitpunkt ist bereits die Vorfertigung neuer Stahlbauteile angelaufen, die später in die Rohrbrücke eingearbeitet werden. An diesen vorbereitenden Arbeiten sind auch die Xervon-Korrosionsschützer beteiligt: sobald die Stahlteile aus der Verzinkerei zurück sind, fahren die Beschichter ins Stahlwerk und grundieren die später einzubauenden Teile.

Die auszuführenden Stahlbauarbeiten sind recht umfangreich, da die Rohrbrücken nicht einfach wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Ein großer Teil wird zukunftsorientiert verstärkt, andere Bereiche wiederum rückgebaut, weil sie nicht mehr gebraucht werden. So schneiden und schrauben die Stahlbauer sukzessive viele Tonnen Stahl aus den filigranen Brücken heraus. Ganze Ober- und Untergurte kommen hinzu – nach statischen Berechnungen und Zeichnungen, die ebenfalls im Auftragsumfang enthalten sind. „In den drei Monaten Sanierungszeit des ersten Teilprojekts waren die Stahlbauer zwei Monate vor Ort“, veranschaulicht Bauleiter Lengwenus den Arbeitsaufwand.

Zu den Arbeiten gehört auch die Kontrolle und Ertüchtigung sämtlicher Rohrlager. Sind diese zu richten oder gar zu erneuern, werden die Isolierer hinzugezogen. In Abstimmung mit den Stahlbauern und Korrosionsschützern demontieren sie an den betreffenden Stellen die vorhandene Dämmung der Rohre und isolieren diese später wieder fachgerecht. Im letzten, abschließenden Sanierungsschritt erhalten die Rohrbrücken einen neuen Korrosionsschutz. Um die stählernen Aufbauten nach der Ertüchtigung langfristig zu schützen und ihnen eine ansprechende Optik zu verleihen, bekommen sie eine Grund-, zwei Zwischen- und eine Deckbeschichtung – alle jeweils 80 µm dick.

Nach den bisher erfolgreich absolvierten Sanierungsarbeiten – es gab keinen einzigen Arbeitsunfall – hofft ThyssenKrupp Xervon darauf, auch den Zuschlag für die noch verbliebenen Rohrbrückenstrecken zu erhalten.

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