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Unternehmensmeldungen, 03.07.2012, 10:08

Runder Geburtstag bei ThyssenKrupp Steel Europe: 50 Jahre Stahlwerk Duisburg-Beeckerwerth

Die Mannschaft des Beeckerwerther Oxygenstahlwerks von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg hat Grund zur Freude: Die im Jahr 1962 nach knapp zwei Jahren Bauzeit auf der grünen Wiese in Betrieb genommene Anlage feierte Ende Juni 2012 ihr 50-jähriges Bestehen. Seit Inbetriebnahme des Werkes in den Wirtschaftswunderjahren wurden hier rund 209 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Zur Illustration der gewaltigen Menge des hier hergestellten Stahls: Sie würde theoretisch ausreichen, um rund 21.000 Eiffeltürume davon zu bauen. Heinz Liebig, Leiter des Direktionsbereichs Rohstahl von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg: „Ich freue mich, gemeinsam mit meiner Mannschaft diese traditionsreiche und gleichzeitig hochmoderne Anlage in das kommende halbe Jahrhundert führen zu können.“ Den runden Geburtstag ihrer Anlage haben die Mitarbeiter des Stahlwerks am vergangenen Samstag zum Anlass genommen, ihren Familien den Arbeitsplatz einmal zu zeigen.

Das Stahlwerk Duisburg-Beeckerwerth, in dem rund 780 Menschen arbeiten, hat eine Jahreskapazität von 5,9 Millionen Tonnen Rohstahl bei einem durchschnittlichen Schmelzengewicht von 265 Tonnen. Erbaut wurde es vor genau 50 Jahren mit zwei Konvertern; 1971 wurde es um einen dritten Konverter erweitert. Mit dem Bau der ersten Stranggießanlage im Jahre 1974 konnte ein Teil des Kokillengusses stillgelegt werden. 1980 wurde eine weitere Stranggießanlage in Betrieb genommen und der Kokillenguss dann 1986 komplett eingestellt. 1987 wurde das Stahlwerk auf Konvertergasrückgewinnung mit neuer Primär- und Sekundärentstaubung umgebaut. Gleichzeitig konnte die erste Stahlentgasungsanlage in Betrieb genommen werden. Eine weitere hat Ende 2001 den Betrieb aufgenommen.

Im Beeckerwerther Oxygenstahlwerk wird das zuvor aus den Hamborner und Schwelgerner Hochöfen abgestochene und über Torpedopfannen angelieferte Roheisen über mehrere Prozessstufen hinweg zu Flüssigstahl in der vom Kunden jeweils gewünschten Qualität verarbeitet. Und das funktioniert – vereinfacht dargestellt – so: Roheisen enthält noch unerwünschte Begleitelemente wie Silicium, Schwefel und Phosphor. Der Schwefel wird dem Roheisen in einem vorgeschalteten Prozess entzogen. Im Konverter werden dann durch Aufblasen von Sauerstoff über eine wassergekühlte Lanze die anderen unerwünschten Begleitstoffe entfernt. Diesen Vorgang, bei dem Temperaturen im Brennfleck von mehr als 2.500 Grad Celsius entstehen, nennt man „Frischen“. Als Kühlmittel des kochenden Stahls wird zusätzlich Stahlschrott in einer Größenordnung von zehn bis 30 Prozent der Gesamtcharge zugesetzt. Der eigentliche Blasprozess dauert rund 18 Minuten. Beim Abstich in eine Stahlgießpfanne hat der flüssige Rohstahl immer noch eine Temperatur von 1.650 bis 1.720 Grad Celsius. Zusätzlich können beim Abstich schon Legierungsmittel zugegeben werden. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen an die Eigenschaften der erschmolzenen Stähle wird eine Nachbehandlung, die so genannte Sekundärmetallurgie, erforderlich. Auf einer Kreisbogen- und einer Senkrechtabbiegestranggießanlage wird der Stahl dann zu 255 mm dicken und bis zu 2400 mm breiten Brammen vergossen. Produziert wird im Oxygenstahlwerk Beeckerwerth hochwertiges Vormaterial für die Automobilindustrie, Stähle sowie Weißblech für die Verpackungsindustrie, sowie Rohrband und Quartogrobblech.

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