Skip Navigation

Produkte und Lösungen, 26.04.2005, 14:57

Die gebaute Nockenwelle für Nutzfahrzeuge von ThyssenKrupp Presta

Moderne Nutzfahrzeugmotoren stellen ständig steigende Anforderungen an den Ventiltrieb. Vor allem hohe Kräfte, geringe Reibungsverluste, hohe Bauteilsteifigkeit und geringe bewegte Massen werden von den Motorenentwicklern verlangt. Die gebaute Nockenwelle von ThyssenKrupp Presta, bei der Welle und Nocken separat gefertigt und anschließend montiert werden, bietet hier gegenüber einer herkömmlichen Nockenwelle aus nur einem Material eine Reihe erheblicher Vorteile

Schon seit 1993 werden bei der ThyssenKrupp Presta AG gebaute Nockenwellen in Serie gefertigt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Liechtenstein hat sich mit über 12 Mio. Nockenwellen pro Jahr als weltweiter Marktführer etabliert. Einer der Gründe für diesen Erfolg liegt unter anderem in der Kostenreduktion und Gewichtsersparnis im Vergleich zur konventionellen Nockenwelle. Bei optimaler Gestaltung sind Gewichtseinsparungen von bis zu 40 Prozent möglich. Die geringeren bewegten Massen führen zu besserem Schwingungsverhalten und niedrigerem Kraftstoffverbrauch bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Nutzlast. Die Werkstoffe für die einzelnen Funktionselemente der Nockenwelle lassen sich weitgehend frei wählen. Eine für den jeweiligen Belastungsfall optimierte Materialpaarung Nocke - Abgriffselement erhöht die tribologische Belastbarkeit und verlängert die Lebensdauer der Nockenwelle. Gerade moderne Rollenschlepphebel stellen erhöhte Anforderungen an die Festigkeit, die nur durch geeignete Werkstoffwahl erfüllt werden können.

Beim Presta-Verfahren wird das Rohr durch Rollieren an der jeweiligen Axialposition aufgeweitet, die für den Sitz einer Nocke oder einer anderen Aufpresskomponente vorgesehen ist. Anschließend wird das entsprechende Bauteil in der gewünschten Winkellage auf diese Rollierung gepresst. Die Bohrung des Aufpressteils kann in axialer Richtung profiliert sein.

Dadurch entsteht zwischen Rohr und Aufpresskomponente eine kraft- und formschlüssige Verbindung. Die Montage erfolgt auf computergesteuerten Anlagen. Sie bieten hohe Flexibilität bei der Änderung der Winkel- und Axialpositionierung der Nocken.

Das ThyssenKrupp-Presta Montageprinzip

Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist die große Vielfalt der verwendbaren Werkstoffe und Rohrwanddicken. Die in Nutzfahrzeugen durch z.B. Pumpenantriebe hochbelasteten Nockenwellen erfordern große Rohrwandstärken. Die meisten Fügekonzepte für gebaute Nockenwellen stoßen hier an ihre Grenzen oder erweisen sich als undurchführbar. Hingegen stellt selbst Stangenmaterial beim Presta-Verfahren kein Problem dar.

Der Einsatz gebauter Nockenwellen im Nutzfahrzeugbereich wird mit der Einführung neuer, innovativer Motoren in den nächsten Jahren zunehmen. Im Vordergrund der weiteren Entwicklung stehen dabei zusätzliche Gewichts- und Kostenreduzierungen.

nach oben