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Unternehmensmeldungen, 14.07.2005, 16:14

Bundesministerin Bulmahn besucht Standort Dortmund der ThyssenKrupp Stahl AG

Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat heute den Standort Dortmund der ThyssenKrupp Stahl AG besucht. Die Bundesministerin besichtigte das DOC Dortmunder OberflächenCentrum und informierte sich dort über aktuelle Entwicklungsprojekte. Beeindruckt zeigte sie sich unter anderem von einer neuartigen Anti-Fingerprint Beschichtung für die Hausgeräteindustrie. Im Rahmen ihrer Innovationstour zum Einsteinjahr besichtigte Edelgard Bulmahn auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte außerdem die Feuerbeschichtungsanlage 8 und stattete der Fraunhofer Gesellschaft einen Besuch ab. Die Fraunhofer Gesellschaft ist als Kooperationspartner mit einer Projektgruppe am DOC vertreten.

Die ThyssenKrupp Stahl AG hat ihren Standort Dortmund zu einem Zentrum für kaltgewalzte und oberflächenveredelte Flachprodukte aus Qualitätsstahl ausgebaut. Oberflächenveredeltes Stahlband bietet unter anderem verbesserten Korrosionsschutz, optimierte Verarbeitungseigenschaften, gesteigerte Kratz- und Verschleißfestigkeit oder auch erweiterte Designmöglichkeiten. Häufig sparen die Kunden mit beschichtetem Stahl direkt vom Coil ganze Lackierprozesse ein, die sie noch vor wenigen Jahren mit teuren Anlagen selbst durchführen mussten. Die Nachfrage nach oberflächenveredeltem Stahl ist denn auch in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegen, zum Teil mit zweistelligen Zuwachsraten.

Das DOC gilt als eines der weltweit leistungsfähigsten Entwicklungszentren für Stahl-Oberflächen Herzstück des DOC ist eine Bandpilotanlage. Hier können die Entwickler ihre Ideen nicht nur im Labor, sondern unter weitgehend realistischen Produktionsbedingungen testen. Die Anlage enthält mehrere unabhängig voneinander einsetzbare Stationen, in denen sich neueste Oberflächentechnologien im kontinuierlichen Betrieb erproben lassen. Beispiele sind ein PVD-Modul, in dem metallische Überzüge im Vakuum auf die Bandoberfläche aufgedampft werden, oder ein ChemCoater, der unter ultravioletter Strahlung härtende Lacke aufträgt. Mit dieser Ausstattung ist die Bandpilotanlage des DOC die weltweit vielseitigste und innovativste ihrer Art.

International führend sind auch die Produktionsanlagen am Standort Dortmund. Das 1972 erbaute und seither für mehr als 58 Millionen Euro mehrfach modernisierte Kaltwalzwerk 3 ist so ausgelegt, dass hier auch moderne hochfeste Mehrphasenstähle verarbeitet werden können. Diese Stähle setzt man zum Beispiel für gewichtsoptimierte Automobilkarosserien ein. Die Kapazität der Anlage beträgt 2,4 Millionen Tonnen im Jahr. Mit einer Zinkschicht gegen Korrosion geschützt wird das Stahlband aus dem Kaltwalzwerk 3 unter anderem in der Feuerbeschichtungsanlage 8 (FBA8) der ThyssenKrupp Stahl AG gleich nebenan. Die 2002 für 128 Millionen Euro erbaute Anlage hat eine Kapazität von 450.000 Tonnen im Jahr. Mehr als 40 Prozent der Produktion erfüllen die extrem hohen Oberflächenanforderungen, die die Automobilindustrie an Material für Karosserie-Außenhautteile stellt. Dies ist eine Spitzenleistung, die weltweit noch in keiner Feuerbeschichtungsanlage erreicht worden ist. Weil die ThyssenKrupp Stahl AG auch bei der Gestaltung des Hallenkomplexes neue Wege gegangen ist, hat die FBA 8 2003 den europäischen Stahlbaupreis erhalten. Dabei würdigte die Jury nicht nur die technisch optimierte Bauweise, sondern auch die farblich gestaltete Fassade, mit der sich das Gebäude, wie alle Neubauten von ThyssenKrupp Stahl, wohltuend von herkömmlichen Industriebauten abhebt.

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