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Produkte und Lösungen, 17.11.2015, 09:02

ThyssenKrupp fordert mehr Nachhaltigkeit beim Städtebau

Der diversifizierte Industriekonzern ThyssenKrupp ruft zu mehr Energieeffizienz bei der Städteplanung auf: Eigene Untersuchungen haben ergeben, dass bereits jetzt signifikante Energieeinsparungen in Gebäuden vorgenommen werden müssen, um über die nächsten 15 Jahre ein akzeptables Niveau zu erreichen. Hintergrund: Gebäude sind aktuell für 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich.

Auf der Smart City Expo 2015 in Barcelona, dem weltweit führenden Forum zum Thema Smart City, fordert Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp Elevator, ein Umdenken: „In Gebäuden liegt die Lebensdauer der technischen Ausstattung bei 15 Jahren, was bedeutet, dass dieses Niveau an Energieverbrauch für diesen Zeitraum ‚geblockt‘ ist. Gebäudeanlagen wie Aufzüge, Heizungs-, Lüftungs- und Kältetechnik laufen nicht in ihrem optimalen Wirkungsgrad. Deshalb ist es dringend notwendig, diesen Umstand jetzt anzugehen und die Anlagen mit innovativen Konzepten aufzurüsten. Ansonsten laufen wir Gefahr, bis zum Jahr 2030 mit einer schlechten Energiebilanz zu leben.“
Jede heute gebaute Gewerbeimmobilie wird im Verlauf der nächsten 15 Jahre durchschnittlich 12.000 MWh an ‚geblockter‘ Energie verbrauchen. Allein in den USA werden jedes Jahr mehr als 150.000 Gebäude errichtet, was zu einem jährlichen Stromverbrauch von 120 TWh führt; das entspricht dem gesamten jährlichen Stromverbrauch der Niederlande. Würde dieser Verbrauch nur um zehn Prozent reduziert, gelänge eine Einsparung von 180 TWh über die nächsten 15 Jahre. Das käme einer Senkung des Kohlendioxidausstoßes von bis zu 180.000 Tonnen CO2 gleich; gleichbedeutend mit zwei Millionen Autos, die jährlich aus dem Verkehr gezogen werden oder drei Milliarden neu gepflanzter Bäume.

Schierenbeck fügt hinzu: „Die Diskussion über Energieerzeugung und -verbrauch ist nicht neu, wird aber neu entfacht durch den Trend der Urbanisierung. Bis zum Jahr 2030 werden bis zu 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben und der Energieverbrauch in diesen Ballungsgebieten wird um rund ein Viertel zunehmen. Gebäude mit Standardausstattung und schlechter Energieeffizienz stehen dann noch deutlicher dem steigenden Energiebedarf gegenüber. Stadtplanung muss daher mit Weitsicht geschehen. Wir müssen bereits heute zukunftsorientiert an kommende Generationen denken.“

Gebäude haben mit 40 Prozent zurzeit den größten Anteil am weltweiten Energieverbrauch, daher stehen sie im Mittelpunkt für zukünftige Verbesserungen. In Städten führt der Aufwärtstrend bei Gebäuden zu einem Boom der ‚Smart Buildings‘, also Gebäuden mit intelligenter Technik, die sich durch einen niedrigen Energieverbrauch auszeichnen und so die städtische Energiebilanz verbessern. Bei den immer höher werdenden Gebäuden in unseren Städten gehören Aufzüge zu den wichtigsten Energieverbrauchern und sind daher einer der zentralen Faktoren zur Verbesserung der städtischen Energieeffizienz.

Innovationen für nachhaltigen Städtebau
Innovative Aufzugstechnologien wie das innovative MULTI Aufzugssystem von ThyssenKrupp nennt Schierenbeck als eine der möglichen Lösungen für eine verbesserte Energieeffizienz. Gut ein Jahr nach der Konzeptvorstellung präsentierte ThyssenKrupp am 5. November 2015 im Innovationszentrum in Gijón (Spanien) ein voll funktionsfähiges Modell des wegweisenden Aufzugsystems MULTI im Maßstab 1:3. MULTI – ein Meilenstein für die Aufzugsindustrie – setzt erstmals Linearmotoren ein und ermöglicht damit den Einsatz mehrerer Kabinen pro Schacht sowie horizontale Bewegung. Aufzüge können so die Vorteile vertikaler Metrosysteme übernehmen. Die MULTI-Technologie erhöht Beförderungskapazitäten und Effizienz bei gleichzeitiger Senkung des Platzbedarfs.

Das ACCEL Transportsystem vereinfacht den Zugang zu bestehenden Metrostationen und wird damit auch für Pendler interessant, die den öffentlichen Personennahverkehr aufgrund der großen Entfernung bislang nicht nutzen. Somit kann die Kapazität aller weltweiten Metrosysteme zukünftig durch neue Zugangspunkte maximal ausgeschöpft werden, da ACCEL das Einzugsgebiet jeder Station und damit die Anzahl der Fahrgäste um bis zu 30 Prozent steigern kann. Die Einführung von ACCEL bietet eine Alternative zum kostenintensiven Bau neuer Stationen oder aufwändiger Zwischenverbindungen unter der Erde. Ein weiteres Plus: Die Anzahl der Fahrzeuge im Straßenverkehr würde deutlich sinken.

Neben bahnbrechenden Produktinnovationen können auch intelligente Servicelösungen Urbanisierung nachhaltig gestalten: MAX ist eine wegweisende präventive Service- und Wartungslösung mit der Ausfallzeiten vorhandener und neuer Aufzüge um die Hälfte verringert werden können. Die Innovation sammelt auf Basis der Microsoft Azure IoT-Dienste in Echtzeit Daten der vernetzten Aufzüge von ThyssenKrupp. Mithilfe von Algorithmen wird die verbleibende Lebensdauer wichtiger Systeme und Komponenten berechnet. Rund 20.000 Techniker und Ingenieure von ThyssenKrupp bekommen mit MAX nun einen verlässlichen Partner. Mehr noch: Gebäudeeigentümer werden im Voraus informiert, wenn Systeme oder Komponenten repariert oder ausgetauscht werden müssen. Wartungsarbeiten werden rechtzeitig geplant, um Ausfälle von Aufzügen zu vermeiden. In einem mit MAX vernetzten Gebäude sinkt die Wartezeit für Aufzüge spürbar. Für Fahrgäste bedeutet das weniger Stress, zusätzlichen Komfort und mehr Zeit für die wichtigen Dinge.

„Nachhaltige Urbanisierung ist ein Muss – und energieeffiziente Aufzugslösungen sind mit ihren Vorteilen hierbei ein ganz wesentlicher Faktor“, so Schierenbeck. „Der richtige Zeitpunkt für den Einbau solcher Anlagen in die Gebäude ist genau jetzt. Die Lösungen und das Wissen sind bereits vorhanden; jetzt geht es darum, den Prozess zu beschleunigen, um den Gebäudebestand schneller aufzurüsten.“

Das Umdenken muss jetzt beginnen!
Das Internet und insbesondere soziale Netzwerke spielen bei weltweit geführten Diskussionen eine immer stärkere Rolle. ThyssenKrupp Elevator hat mit URBAN HUB ein internationales, informatives digitales Magazin entwickelt, das interaktive Diskussionen zum Thema Urbanisierung und deren Bedeutung für Stadtplaner fördert. URBAN HUB beschäftigt sich mit Themen wie Smart Cities und Innovationen im Bereich der nachhaltigen und effizienten urbanen Mobilität. Das Magazin präsentiert interaktive Inhalte, Videos, Fotos, Infografiken sowie informative Gastbeiträge auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch. Eine Übersetzung in Mandarin ist ebenfalls in Arbeit.

Das preisgekrönte Portal URBAN HUB ist erreichbar unter www.urban-hub.com .

Andreas Schierenbeck hält am Dienstag, den 17. November, einen Vortrag auf der Smart City Expo in Barcelona. Weitere Informationen und die Agenda finden Sie hier http://www.smartcityexpo.com/

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