Skip Navigation

Produkte und Lösungen, 03.08.2009, 11:00

Jubiläum bei der ThyssenKrupp Nirosta: Edelstahlwerk Dillenburg startete vor 50 Jahren seine Produktion

Der Edelstahlproduzent ThyssenKrupp Nirosta kann am 5. August 2009 auf eine 50-jährige Tradition in Dillenburg zurückblicken. Im Jahr 1959 nahm das Werk - damals noch unter der Firmierung der in Siegen angesiedelten „Stahlwerke Südwestfalen AG“ - seinen Betrieb auf. Gerhard Beermann, der damalige Bürgermeister der Stadt Dillenburg, hatte den Werksbau aus zwei zentralen Gründen wesentlich unterstützt: Erstens die zu erwartende „bedeutende Steigerung“ des Gewerbesteueraufkommens sowie zweitens die Schaffung von attraktiven Arbeitsplätzen. 120 Arbeiter nahmen damals in Dillenburg ihren Dienst auf. Aber auch über die Stadtgrenze hinaus fand die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks große Beachtung: Zur offiziellen Feierstunde am 5. August 1959 reiste das gesamte hessische Kabinett unter der Führung des damaligen Ministerpräsidenten Dr. Georg August Zinn an und die Tageszeitungen titelten: „Ein großer Tag in Dillenburgs Geschichte“.

Im Jahr 1975 stieg Krupp mit einer Mehrheitsbeteiligung in die Stahlwerke Südwestfalen AG ein. 2002 schließlich wurde die ThyssenKrupp Nirosta GmbH gegründet, zu der sich der Standort Dillenburg bis heute zählt. „Das Dillenburger Werk der ThyssenKrupp Nirosta ist bis heute mit seiner Jahreskapazität von rund 285.000 Tonnen Kaltband, 760 Mitarbeitern sowie 56 Auszubildenden im Geschäftsjahr 2007/08 ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Lahn-Dill-Kreis“, betont Dr. Jörg Beindorf, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Nirosta. „Mit unseren Produkten und Leistungen, die auch maßgeblich in Dillenburg gefertigt werden, gehört die ThyssenKrupp Nirosta zu den führenden Herstellern von nichtrostenden Edelstahl-Flacherzeugnissen weltweit. Unsere Qualität setzt Maßstäbe. Motor unserer Innovationen sind dabei unsere Mitarbeiter. Sie sichern unseren entscheidenden Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb.“

Innerhalb der vergangenen Jahre wurden umfangreiche Investitionen im hessischen Werk vorgenommen: 1999 ging die neue Blankglühlinie in Betrieb. Der Grundstein für die neue Lager- und Versandhalle wurde im Jahr 2004 gelegt. Vor drei Jahren wurde eine hochmoderne Säure-Regenerationsanlagen zur Reduzierung von Abwassern installiert. Heute wird am Standort Dillenburg hauptsächlich dünner austenitischer Edelstahl hergestellt. Das Kaltwalzwerk Dillenburg verarbeitet dabei Rohcoils, die in den Stahlwerken Krefeld und Bochum produziert werden.

Eine besondere Stärke der Dillenburger sind extrem dünne, nahezu vollkommen ebene Bänder mit gleichmäßiger Oberfläche. Möglich wird die Herstellung dieser besonderen Werkstoffqualität durch eine spezielle Streckbiegerichtanlage. Auf Wunsch fertigt die ThyssenKrupp Nirosta in Dillenburg zudem Bänder und Bleche mit speziellen Oberflächen-Musterungen. Ihr Design erhalten die Edelstahlbänder durch einen zusätzlichen Kaltwalzdurchgang nach dem Blankglühen, bei dem die obere Arbeitswalze des Kaltwalzgerüstes durch eine Musterwalze ersetzt wird.

Streckgerichtetes Kaltband aus Dillenburg eignet sich besonders gut für Fassaden oder andere großflächige Abdeckungen und Verkleidungen in der Innen- und Außenarchitektur. So zieren in Dillenburg gewalzte Edelstahl-Bleche international beachtete Architekturobjekte, wie beispielsweise das neue Porschemuseum in Stuttgart, das Edificio Fórum in Barcelona sowie den noch im Bau befindlichen Burj Tower in Dubai, das höchste Gebäude der Welt. Um die Fassadenbleche dieses, im wahrsten Sinne des Wortes, herausragenden Gebäudes selbst in Augenschein zu nehmen, müssen Architektur-Interessierte aber nicht die lange Fahrt in die Vereinigten Arabischen Emirate aufnehmen. Ein Abstecher nach Dillenburg bietet ebenfalls die gewünschten Einblicke: Für die Verkleidung des Pförtnerhauses an der Kasseler Straße kam nämlich das gleiche Material zum Einsatz wie am Prestigeobjekt in Dubai.

nach oben