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Produkte und Lösungen, 16.11.2010, 15:00

450 Tonnen weniger Feinstaub im Jahr: ThyssenKrupp Steel Europe baut weitere Entstaubungsanlage

ThyssenKrupp Steel Europe hat eine weitere millionenschwere Investition in Angriff genommen, die die Feinstaubemissionen am Standort Duisburg deutlich verringern wird. Das Unternehmen baut einen zusätzlichen Filter für die Entstaubung der Sinteranlage. Die Fundamentarbeiten sind bereits abgeschlossen, der Bau des Stahlgerüstes für das 32 Meter hohe Gebäude hat begonnen. Die Anlage wird die Umwelt um 450 Tonnen Feinstaub pro Jahr entlasten. ThyssenKrupp Steel investiert 30 Millionen Euro in das Projekt. Die Fertigstellung ist für Oktober 2011 geplant.

In Sinteranlagen wird Feinerz in eine für den Einsatz im Hochofen geeignete grobkörnige Form gebracht. Die Investition ist Teil eines umfassenden Filterkonzepts für die Sinterbänder. Die direkt an den Produktionslinien entstehende Abluft wird abgesaugt und heute bereits durch Hochspannungs-Elektrofilter gereinigt. Das System reinigt jedes Jahr circa hundert Milliarden Kubikmeter Gas. In der neuen, im Bau befindlichen Anlage wird schon gereinigte Abluft zusätzlich durch einen Gewebefilter geleitet. Dabei verringert sich der Feinstaubanteil pro Kubikmeter Abluft noch einmal um mehr als 50 Prozent.

Bereits vor kurzem hat ThyssenKrupp Steel Europe mit neuester Steuerungstechnik den Wirkungsgrad älterer Hochspannungs-Elektrofilter, die die Raumluft in der Anlage von Staub reinigen, wesentlich verbessert. Als weitere Staubquelle werden jetzt auch die Mischtrommeln, in denen die Einsatzstoffe gleichmäßig miteinander vermengt werden, an das Entstaubungssystem angeschlossen. Für die unmittelbaren Nachbarn von ThyssenKrupp Steel bedeutet der konsequente Ausbau der Sinterband-Entstaubung, dass sich die Feinstaubbelastung im Duisburger Norden deutlich verbessern wird. Das Unternehmen erwartet eine Reduzierung um etwa drei Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Die neue Filteranlage entsteht auf einer Fläche von rund 650 Quadratmetern direkt neben den Sinterbändern. Die Fläche des Gewebefilters beträgt rund 13.640 Quadratmeter. Er besteht aus knapp 14.000 Einzelschläuchen, durch die die Abluft gesaugt wird, und an deren Wänden sich der Staub ablagert. Das Gebläse, das die Abluft mit einer Geschwindigkeit von bis zu 22 Metern pro Sekunde durch die Anlage saugt, wird von einem 1.800 Kilowatt starken Motor angetrieben.

Die Verringerung von Staubemissionen ist für ThyssenKrupp Steel Europe nicht erst seit der Investitionsentscheidung für das neue Filterkonzept ein Thema. Im Rahmen eines freiwilligen Feinstaub-Minderungsprogramms hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren mit insgesamt 41 Maßnahmen für weniger Feinstaub gesorgt.

So wurde im Oktober 2004 die Entstaubung von Gießhalle und Möllerung des Großhochofens 1 in Betrieb genommen. In der 16,5 Millionen Euro teuren Anlage werden über 18 verschiedene Absaugstellen pro Stunde 1,8 Millionen Kubikmeter Luft gereinigt. Der im Dezember 2007 in Betrieb genommene Hochofen 8 ist mit seiner weltweit einzigartigen Entstaubung für die Waggonentladung ausgestattet. Allein in diesen Anlagenteil hat das Unternehmen 20 Millionen Euro investiert. Insgesamt ging beim Bau des 250 Millionen Euro teuren Hochofens jeder vierte Euro in den Umweltschutz. Gemeinsam mit dem Landesumweltamt NRW konnte nachgewiesen werden, dass der neue Hochofen praktisch keine diffusen Stäube mehr emittiert.

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