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Unternehmensmeldungen, 12.09.2005, 11:02

Tailored Strips: Maßgeschneidertes Stahlband direkt vom Coil

Neue Perspektiven für die Hersteller von Profilen oder anderen Umformteilen aus Stahl bieten ThyssenKrupp Tailored Strips. Sitzschienen, Sitzlehnen, Teile für Abgasanlagen oder Felgenringe für Pkw-Räder lassen sich künftig aus Stahlband fertigen, das von vornherein auf die Ansprüche an das fertige Bauteil zugeschnitten ist. Die ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH liefert ThyssenKrupp Tailored Strips als Endlosband, aufgewickelt zu bis zu 15 Tonnen schweren Coils. Eine weltweit einmalige, von ThyssenKrupp Tailored Blanks entwickelte Anlage verbindet Stähle unterschiedlicher Dicke, Güte oder Oberflächenbeschichtung mit einer ununterbrochenen, mehrere hundert Meter langen Schweißnaht.

Stahlprofile erhalten ihre Gestalt, indem schmales Stahlband durch eine Profilierstraße mit mehreren hintereinander angeordneten Rollensätzen geführt wird. Dabei biegen die Rollensätze das Stahlband stufenweise auf, so dass nach und nach der für die spätere Anwendung geforderte Querschnitt entsteht. ThyssenKrupp Tailored Strips können aus verschieden dicken Stählen oder Stählen unterschiedlicher Festigkeit bestehen. Damit werden Profile möglich, die optimal an die tatsächlichen Belastungen im endgültigen Bauteil angepasst sind. Nachträgliche Verstärkungen in besonders beanspruchten Bereichen beispielsweise sind nicht mehr notwendig. Die Kunden sparen komplette Fertigungsschritte ein.

Korrosionsschutz-Anforderungen lassen sich mit den lasergeschweißten Bändern ebenfalls wirtschaftlicher erfüllen: Die Strips können auch aus beschichtetem und unbeschichtetem Stahl oder einer Stahl-/Edelstahl-Kombination bestehen. Natürlich lässt sich mit den belastungsorientiert aufgebauten Bändern auch Bauteilgewicht sparen: ähnlich wie bei Tailored Blanks über 20 Prozent.

Profile werden in einem kontinuierlichen Prozess geformt, bei dem Endlos-Material eingesetzt werden muss. Die seit den 80er Jahren erfolgreichen Tailored Blanks, das sind lasergeschweißte Einzelbleche aus Stählen unterschiedlicher Dicke, Güte oder Oberflächenbeschaffenheit, lassen sich hierbei nicht verwenden. Lange Stahlbänder mit einer ununterbrochenen Laserschweißnaht zu verbinden, galt noch bis vor kurzem als technisch unmöglich. Die Grenze lag bei drei Metern Nahtlänge, allerdings auch nur dann, wenn die Einzelbleche mindestens 200 Millimeter breit waren.

Das Problem: Beim Laserschweißen schmilzt der Laserstrahl die Bänder an den Kanten auf. Auf die Dauer werden die Bänder dabei so heiß, dass sie sich verziehen und dabei vergrößert sich der Spalt zwischen den beiden Bändern. Der Spalt darf jedoch nicht größer als 0,08 Millimeter werden. Die Tailored Strips-Anlage, die ThyssenKrupp Tailored Blanks am Standort Dortmund betreibt, ist die weltweit erste Laserschweißanlage, die mit diesem Problem fertig wird. Verantwortlich dafür ist ein neu entwickeltes System zur Kühlung der Schweißnaht. Hinzu kommt, dass der stationäre Laserschweißkopf unter dem die Stahlbänder durchgeführt werden seitlich um jeweils fünf Millimeter schwenkbar ist, so dass er Unregelmäßigkeiten im Fügespalt folgen kann.

Damit diese Unregelmäßigkeiten möglichst gering ausfallen, werden die beiden Stahlbänder mit Richtmaschinen geebnet, bevor sie in die Schweißstation geführt werden. Außerdem können die Kanten der Ausgangsbänder durch Schaben, Fräsen oder Arrondieren für den Schweißprozess vorbereitet werden. Die Tailored Strips-Anlage in Dortmund verarbeitet 50 bis 700 Millimeter breites Spaltband aus Stahl. Die Dicke des Ausgangsmaterials kann 0,8 bis 2,5 Millimeter betragen.

ThyssenKrupp Stahl präsentiert sich zur IAA in Halle 4.1, Stand C50.

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