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Produkte und Lösungen, 11.09.2001, 02:00

Schwingungsdämpfender Verbundwerkstoff im Karosseriebau

Für BONDAL®, ein schalldämpfendes, dreischichtiges Verbundblech der Thyssen Krupp Stahl AG gibt es erstklassige Perspektiven beim Einsatz im Karosseriebau. Ein führender deutscher Automobilhersteller hat eine aus BONDAL® gefertigte Stirnwand versuchsweise in ein Serienmodell eingebaut und die Schalldämpfungseigenschaften dieses Bauteils ausführlich getestet. Die Akustikfachleute des Herstellers sprachen daraufhin eine uneingeschränkte Einsatzempfehlung für künftige Modelle aus, weil die Schalldämpfung der aus BONDAL® gefertigten Stirnwand deutlich besser war als beim Originalbauteil.

BONDAL® besteht aus einem Verbund aus zwei Stahlblechen mit Dicken von 0,3 bis 1,5 Millimetern und einer nur 0,05 Millimeter dicken Kernschicht aus visko-elastischem Kunststoff. Seine körperschalldämpfende Wirkung beruht auf der Umwandlung von Schwingungsenergie in Wärme. Diese entsteht als Reibungswärme, wenn die Deckbleche in Schwingungen versetzt werden und auf der Kunststoffschicht hin und her gleiten.

In der Automobilkarosserie trennt die Stirnwand den Motor- vom Fahrgastraum. Um den Lärm des Motors so weit wie möglich zu unterdrücken, greifen Automobilhersteller heute zu so genannten Sekundärmaßnahmen, das heißt sie bekleben die Stirnwand nachträglich mit dicken Dämmschichten. Bei dem Modell, in dem die BONDAL®-Stirnwand probeweise installiert wurde, werden üblicherweise Bitumenmatten zur Schalldämpfung an die Stirnwand geklebt. Die BONDAL®-Stirnwand erwies sich nicht nur in akustischer Hinsicht als das bessere Konzept, sie lässt sich auch mit insgesamt weniger Arbeitsaufwand herstellen und sie ist wesentlich leichter als die mit Bitumen beklebte Standardlösung.

Während der Einsatz in der Karosserie eine neue Perspektive für BONDAL® darstellt, ist das Material bei Anbauteilen für Motoren und Getriebe schon seit langem eingeführt. So werden zum Beispiel Getriebedeckel aus der Variante BONDAL® H hergestellt, die bei gleichen akustischen Eigenschaften 37 Prozent leichter sind als vergleichbare, mit Bitumen beschichtete Bauteile. Außerdem wird bei der Herstellung ein kompletter Arbeitsgang eingespart.

Weil die im oder am Bauteil herrschenden Temperaturen die Visko-Elastizität der Kunststoff-Zwischenschicht beeinflussen, hat die Thyssen Krupp Stahl AG drei BONDAL®-Typen entwickelt. BONDAL® H ist für hohe Temperaturen von 50 bis 130 Grad Celsius geeignet, BONDAL® M deckt den mittleren Temperaturbereich von 25 bis 110 Grad ab und BONDAL® N eignet sich für Temperaturen von minus 10 bis 70 Grad. Als metallische Deckbleche können Stahlbleche aller Güten verzinkt oder unbeschichtet eingesetzt werden, je nach Anwendungsfall sind auch Edelstahl- oder Aluminiumbleche möglich. BONDAL® kann auch mit im Coil-Coating-Verfahren vorlackierten Deckblechen geliefert werden, so dass das fertige Bauteil nicht mehr stücklackiert werden muss.

In der Verarbeitung verhält sich der Verbundwerkstoff ähnlich wie Vollblech. Er kann mit den gebräuchlichen Trennverfahren aber auch mit neueren Verfahren wie Laser- oder Wasserstrahlschneiden zugeschnitten werden. BONDAL® lässt sich mit gängigen Werkzeugen tief- und streckziehen, beim Fügen sind Verfahren wie Durchsetzfügen, Schrauben, Nieten oder Kleben optimal. Von den Schweißverfahren liefert das Widerstands-Punktschweißen die besten Ergebnisse.

Ansprechpartner
ThyssenKrupp AG
Fachpresse
Bernd Overmaat
Telefon: 0211-824-36012
e-mail: overmaat@tk.thyssenkrupp.com

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