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Produkte und Lösungen, 20.03.2000, 01:00

Segment Production Systems: Hüller Hille erfolgreich mit neuen Schmiermitteltechnologien

Ein großer deutscher Automobilhersteller hat bei der Hüller Hille GmbH, Ludwigsburg, ein agiles Fertigungssystem aus acht Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentren SPECHT Z500T bestellt. Die Hüller Hille GmbH hat die SPECHT Z500T speziell für die Trockenbearbeitung mit Minimalmengen-Kühlschmiertechnik entwickelt. Bislang wurden solche Trockenbearbeitungszentren ausschließlich als Einzelmaschinen verwendet. Der Auftrag markiert den erstmaligen Einsatz derartiger Maschinen in einem verknüpften System für die Großserienfertigung.

Das agile Fertigungssystem Radträger produzieren. Die acht SPECHT Bearbeitungszentren sind in vier unabhängige Zellen aufgeteilt, die jeweils von einem Roboter be- und entladen werden. In der Endausbaustufe sollen täglich 1.400 Radträger-Sätze gefertigt werden. Die Taktzeit für einen Satz Radträger beträgt 43 Sekunden. Bei der Bearbeitung kommen die SPECHT Z500T jeweils mit einer maximalen Kühlschmiermittel-Menge von 80 Milliliter pro Stunde aus. Zum Vergleich: Bearbeitungszentren mit Standard- Kühlschmiermitteltechnologie arbeiten mit 300 Litern pro Minute. Der Kunde spart mit dieser Technik bares Geld. Bis zu 17 Prozent der Kosten pro Werkstück können bei Maschinen mit konventioneller Kühlschmiertechnik auf Beschaffung, Pflege und Entsorgung von Kühlschmiermittel entfallen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, die Trockenbearbeitungstechnik nun auch in der Großserie einzusetzen, waren die Erfahrungen mit zwei SPECHT Z500T, die der Hersteller seit etwa eineinhalb Jahren als Einzelmaschinen nutzt. Als echte Trockenbearbeitungszentren, deren Konstruktion ganzheitlich auf die Anforderungen der Minimal-Kühlschmiertechnik ausgerichtet ist, haben sich die beiden SPECHT Z500T gut bewährt.

Bei der Entwicklung der Bearbeitungszentren hat Hüller Hille insbesondere für die Späneentsorgung und die Zuführung des Kühlschmiermittels optimale Lösungen gefunden: Bei der SPECHT Z500T wird das Werkstück hängend bearbeitet und es gibt keine Ecken und Kanten im Maschinenbett, an denen sich die herabfallenden Späne verfangen könnten. Für den Abtransport werden also keine großen Flüssigkeitsmengen gebraucht. Damit das Kühlschmiermittel gezielt an die Kontaktstellen zwischen Werkzeug und Werkstück gelangt, wird die Emulsion bei der SPECHT Z500T direkt durch die Spindel geleitet und auf das Werkstück gesprüht. Diese Lösung ist, ebenso wie die hängende Bearbeitung des Werkstücks, für Hüller Hille patentiert.

Auch in der Magnesiumbearbeitung bietet Hüller Hille für alle Verfahren und Kühlschmiermittel-Technologien wirtschaftliche Lösungen für die Serienproduktion an. So hat ein andere deutscher Automobilhersteller im Laufe des vergangenen Jahres ein aus zwölf Maschinen bestehendes agiles Fertigungssystem für die Bearbeitung von Magnesium-Getriebegehäusen vom Ludwigsburger Werk der Hüller Hille GmbH errichten lassen. Das Fertigungssystem arbeitet mit Öl als nicht wassermischbarem Kühlschmierstoff. Für die Bearbeitung von Magnesium mit den Hochgeschwindigkeitsbearbeitungszentren der SPECHT-Baureihe bietet Hüller Hille außerdem die für den sicheren Einsatz von Emulsion als Kühlschmiermittel nötige Technik an.

Magnesium, das sich in der Automobilproduktion immer mehr durchsetzt, stellt spezielle Anforderungen an die Sicherheits- und Löschtechnik der Werkzeugmaschinen, denn der Werkstoff kann sich bei der zerspanenden Bearbeitung leicht entzünden. Besonders hoch sind diese Anforderungen, wenn mit Minimalmengen-Kühlschmiertechnologie gearbeitet wird. Hüller Hille hat für diese Anwendungen ein neues Sicherheitskonzept entwickelt, das auf Licht- und Wärmesensoren für die Frühwarnung und neu am Markt verfügbare Löschgase setzt. Die Freigabe hat die Berufsgenossenschaft Eisen und Metall II vor kurzem erteilt.

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