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Produkte und Lösungen, 18.04.2008, 11:00

Sicherheit geht vor

Hundertprozentiger Arbeitsschutz: Darauf kommt es vor allem an beim Bau einer neuen Polyethylenanlage am Gelsenkirchener Produktionsstandort der Sabic Polyolefine GmbH. Der Aufbau, der in enger Nachbarschaft zur laufenden petrochemischen Produktion stattfindet, soll ohne jeden Unfall oder Vorfall ablaufen. Deshalb gilt für den begleitenden Gerüstbau: Sicherheit genießt absolut höchste Priorität.

Konzipiert wurde die Anlage zur Produktion von hochwertigem Kunststoffgranulat für Rohre, Flaschen und Folien von der Uhde GmbH, die auch für den Aufbau verantwortlich ist. Den Zuschlag für die termingerechte Erstellung der technisch anspruchsvollen Gerüstaufbauten erhielt die ThyssenKrupp Xervon GmbH. Rund ein Jahr lang werden die Gerüstexperten zuerst den Stahlbau und die Rohrleitungsbauer, später dann die Isolierer und Korrosionsschützer bis zum nächsten Sommer mit Sondergerüsten aller Art bedienen. Wichtiges Argument bei der Auftragsvergabe des Komplettpakets Gerüstbau an Xervon: Projektleiter Andreas Mösken konnte nicht nur die entsprechende gerüstbautechnische Fachkompetenz seines Unternehmens belegen, sondern den Auftraggebern auch eindrucksvoll präsentieren, welche hohe Priorität das Thema Arbeitsschutz grundsätzlich bei Xervon genießt: „Wir achten sehr darauf, dass wir selber und auch unsere Mitarbeiter durch ständige Weiterbildung sowohl fachlich wie auch sicherheitstechnisch immer auf dem neuesten Stand sind.“

Die Gelsenkirchener Gerüstbauer können auf eine lange Referenzliste erfolgreicher Gerüstbautätigkeit in chemischen, petrochemischen und anderen sicherheitssensiblen Industrieanlagen bis hin zum Kraftwerksbau verweisen. Dennoch hat jeder Auftrag seine eigenen Bedingungen und Herausforderungen. Auf der Sabic-Baustelle in Gelsenkirchen ist das neben der fachgerechten Arbeit vor allem die strikte Einhaltung aller vorgegebenen Sicherheitsvorschriften und Arbeitsschutzmaßnahmen.

Gefährdungsanalyse vor jedem Job

Die Gerüstmonteure sind beispielsweise verpflichtet, permanent ihre so genannte PSA (persönliche Schutzausrüstung) zu tragen. Diese besteht aus feuerfester Arbeitskleidung, Helm, Brille, Sicherheitsgurt, Handschuhen und Schuhen. Doch damit nicht genug: Mindestens einmal am Tag absolviert jeder Gerüstbauer vor Arbeitsaufnahme eine Gefährdungsanalyse für seinen aktuellen Arbeitsplatz. Bei diesem so genannten Pre Task Meeting (PTM) füllen alle Monteure eine Checkliste aus, durch die eventuelle Gefahrenpunkte bei der anstehenden Arbeit ins Bewusstsein gerückt werden. Fragen wie „Behindern Sie möglicherweise andere Gewerke mit ihrem Gerüstaufbau?“ oder „Haben Sie ihre persönliche Schutzkleidung an?“ sorgen dafür, dass die Arbeit nur dann aufgenommen wird, wenn wirklich jede potenzielle Gefahr ausgeschaltet ist. So musste beispielsweise gleich beim ersten Gerüstaufbau (für Betonierarbeiten an Gebäudestützen) zunächst ein Schutzplateau für die angrenzend arbeitenden Rohrleitungsbauer errichtet werden, damit eventuell herunterfallende Gerüstbauteile niemanden verletzen konnten.

Sobald der Einsatzort wechselt und beispielsweise sechs Meter weiter ein neues Gerüst aufgestellt wird, ist eine neue PTM fällig. Doch solch strenge Sicherheitsprozedere sind den Chemie erfahrenen Gerüstbauern keineswegs fremd. Alle haben entweder bereits in der angrenzenden bestehenden Sabic-Produktion gearbeitet oder aber in anderen chemischen oder petrochemischen Anlagen ihre Erfahrungen gesammelt.

Nur fünf Prozent Standard

So strikt die Sicherheitsvorgaben auf der einen Seite sind, müssen die Gerüstbauer dennoch absolut flexibel auf die Wünsche der am Aufbau beteiligten Gewerke reagieren. Benötigt werden Stand-, Hänge- und Schutzgerüste jeder Art. 26 Meter hoch sind die Anlagenteile der neuen Produktion im Durchschnitt, rund 46 Meter wird das höchste Teil in den Himmel ragen. Zwar werden nur wenige der benötigten Gerüstkonstruktionen so außergewöhnlich sein, dass eine gesonderte, externe Statik benötigt wird. Dennoch sind rund 95 Prozent der Gerüste Sonderkonstruktionen; also Unikate, die – wie könnte es bei einer petrochemischen Anlage anders sein – unter besonders beengten Platzverhältnissen in kürzester Zeit erstellt werden müssen. Gerüstbau-Aufgaben, die die erfahrenen Xervon-Gerüstexperten mit ihrem fachspezifischen Know-how problemlos lösen.

Wichtig ist vor allem die ständige Abstimmung mit den anderen Gewerken: das relativ kurzfristige Arbeiten auf Zuruf, wenn ein Gerüst umgebaut werden muss; die ständig an den aktuellen Baufortschritt anzupassende Planung, wann welches Gewerk an welcher Stelle ein neues Gerüst benötigt. Diese Feinplanung wird von den beiden Xervon-Bauleitern Andre Arnholdt und Thomas Jacobs ständig aktualisiert, damit auch stets ausreichend Material und Monteure auf der Baustelle zur Verfügung stehen. Auf bis zu 25 Mitarbeiter wird das zurzeit 12 Mann starke Team in Spitzenzeiten wohl noch anwachsen, wenn die dem Stahlbau folgenden Rohrleitungsbauer ihre heiße Phase beginnen. Schätzungsweise 400 Tonnen Gerüstmaterial (Modulgerüst und systemfreie Gitterträger, Rohre und Kupplungen) werden dann auf der Baustelle im Einsatz sein.

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