Skip Navigation

Unternehmensmeldungen, 24.05.2012, 11:00

Im Kern aus Elektroband: Hochschule Bochum und ThyssenKrupp Electrical Steel entwickeln gemeinsam den Motor für neues Solarcar

Der aktuelle Sonnenwagen SolarWorld GT ist noch auf seinem Weg um den Globus, da beginnen in der Hochschule Bochum, der Solarcar-Manufaktur im Ruhrgebiet, schon die Entwicklungsarbeiten für die nächste Generation der energie-autarken Elektromobilität. Erstmals sollen dabei Antriebsmotoren mit Elektroband-Kernen in alle vier Räder eingebaut werden. Bisher kamen aus Gewichtsgründen Luftspulenmotoren zum Einsatz, die aber in ihrer Leistungsdichte begrenzt sind. Elektroautos mit realistischen Gewichtsdimensionen und Zuladungsmöglichkeiten brauchen leistungsfähiges Elektroband als Kernwerkstoff für die Motoren.

Das Ziel der Alltagstauglichkeit bestimmt schon seit über zehn Jahren die Solarcar-Entwicklungen in Bochum. Hier soll auch das neue Modell, dessen Namen noch nicht feststeht, Maßstäbe setzen. Zwei Sitze wie der Vorgänger, diesmal aber drei Türen und ein Gepäckraum – so lauten die Vorgaben für das Fahrzeug mit Tourenwagen-Design. Im Mai 2013 will ein Studierenden-Team den Sportwagen der Öffentlichkeit präsentieren, der Härtetest folgt in Australien bei der Weltmeisterschaft der Solarmobile im Oktober 2013: 3.000 Kilometer von Norden nach Süden durch den Kontinent nur mit der Energie der Sonne.

Die Hochschule Bochum arbeitet bei der Motoren-Entwicklung erstmals mit dem ThyssenKrupp Unternehmen ThyssenKrupp Electrical Steel zusammen. Das Unternehmen spielt als Elektroband-Hersteller eine weltweit führende Rolle. Das neue Solarcar ist nach Ansicht beider Kooperationspartner eine ideale Plattform, um das Zusammenspiel zwischen Leistungselektronik und Elektroband als Werkstoff für den Elektromotorkern zu untersuchen und die vielfältigen Einflussgrößen auf die Gesamtleistung des Fahrzeuges zu bewerten. Oberstes Ziel: Das neue Solarcar soll mit möglichst wenig Energie auskommen.

„Dieses Projekt ist eine gute Gelegenheit, die Vorteile hocheffizienter Spezialstähle in zukunftsorientierten Anwendungen zu demonstrieren“, so Dr. Peter Biele, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp Electrical Steel. Die Hochschule Bochum ist für ThyssenKrupp Electrical Steel wegen ihrer umfangreichen Erfahrung in der Elektromobilität und der räumlichen Nähe zu den Werken in Bochum und Gelsenkirchen ein idealer Partner.

Für Prof. Dr. Pautzke, Gründer des SolarCar-Teams an der Hochschule Bochum und Professor für Elektromobilität, schließt sich damit ein Kreis: „Ich habe meine berufliche Karriere als Leiter der Instandhaltung in einem Stahlwerk begonnen. Jetzt steht der Werkstoff von damals wieder im Mittelpunkt meiner Aktivitäten.“

Zu den Projektpartnern:

Die Hochschule Bochum entwickelt und baut seit mehr als zehn Jahren Fahrzeuge, die allein mit Sonnenenergie fahren. Rund 40 Studierende der Ingenieur- und Wirtschaftsfachbereiche arbeiten in diesem Projekt interdisziplinär und nehmen erfolgreich bei internationalen Wettbewerben wie zum Beispiel der World Solar Challenge in Australien teil. Das aktuelle Modell SolarWorld GT fährt zurzeit mit einem Team von Studierenden um die Welt.

ThyssenKrupp Electrical Steel gehört zur Business Area Steel Europe des ThyssenKrupp Konzerns. Das Unternehmen mit Sitz in Gelsenkirchen und weiteren Werken u.a. in Bochum spielt als Hersteller von kornorientiertem und nicht kornorientierten Elektroband-Werkstoffen eine weltweit führende Rolle. Die weichmagnetischen Spezialstähle werden unter dem Markennamen PowerCore vertrieben und über die gesamte Energiewertschöpfungskette eingesetzt: Das Spektrum reicht von der Stromerzeugung in Generatoren über die Übertragung und Verteilung in Transformatoren bis hin zur Nutzung elektrischer Energie in Elektromotoren und -geräten. Im Bereich Elektromobilität unterstützt ThyssenKrupp Electrical Steel die Entwicklung von Antriebsmotoren für Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit neuen, spezialisierten Elektrobandsorten.

nach oben