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Unternehmensmeldungen, 29.03.2004, 02:00

Stahlarbeiter demonstrieren gegen die Pläne von Umweltminister Trittin

Mehr als tausend Stahlarbeiter haben heute Abend (29. März 2004) auf der "Brücke der Solidarität" in Duisburg mit einem Fackelzug gegen die Pläne von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zum Emissionshandel demonstriert. Gleichzeitig haben ihre Kollegen an allen deutschen Stahl-Standorten Protestaktionen durchgeführt. Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze, wenn die prozessbedingten CO2-Emissionen für die Stahlproduktion nicht anerkannt werden. Prof. Dr. Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG und Aufsichtsratsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel AG, Prof. Dr. Ulrich Middelmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG und Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel AG, sowie Ralph Labonte, in den Vorständen beider Unternehmen für das Personalressort verantwortlich, reihten sich in den Demonstrationszug ein.

In Duisburg appellierten Berthold Huber, 2. Vorsitzender der IG Metall, sowie die Betriebsratsvorsitzenden der ThyssenKrupp Stahl AG, Wilhelm Segerath, und Markus Bistram von der Ispat Germany GmbH, an die Bundesregierung, die Stahlunternehmen mit ausreichenden Zertifikaten auszustatten, damit sie im internationalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden. Auch die Duisburger Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling drückte ihre Sorge über einen Verlust von Arbeitsplätzen in einer Region mit schon überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit aus. Prof. Dr. Middelmann bekräftigte: "Die deutsche Stahlindustrie steht zur Selbstverpflichtung und wird das Ziel der Reduzierung von CO2 bis 2010 erreichen. Damit leisten wir unseren nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz."

Der ThyssenKrupp Konzern verpflichtet sich dem Gedanken der Nachhaltigkeit gegenüber nachfolgenden Generationen. Der Begriff war 1987 im "Brundtland-Report" der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung geprägt worden. Darin heißt es, dass nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung ist, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können.

Prof. Dr. Schulz betonte: "Die Nachhaltigkeitsidee steht auf drei gleich starken Säulen: Soziale Verantwortung, Ökologie und Ökonomie. Ökologie und soziale Verantwortung können aber nur dann nachhaltig gefördert werden, wenn die wirtschaftliche Basis nicht bröckelt. Die bisher vorgelegten Pläne zum Emissionshandel stören das Gleichgewicht ganz empfindlich zu Lasten der Ökonomie." Er forderte die Bundesregierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass die bisher tragende Säule Ökonomie nicht zerstört wird. Es dürften nicht einseitig nur Umweltaspekte berücksichtigt werden. Er wies auch darauf hin, dass sich für den globalen Klimaschutz nichts ändere, wenn CO2-Emissionen ins Ausland verlagert werden. "Stahl als Werkstoff mit jahrhunderte langer Tradition und großem technischen Entwicklungspotenzial wird auch im 21. Jahrhundert nicht substituiert werden. Und vor allem im asiatischen Raum mit Schwerpunkt China zeigt es sich, dass Stahl noch stärker nachgefragt wird", so. Prof. Dr. Schulz.

Die Unternehmen von ThyssenKrupp Steel produzieren Stahl in den Anlagen, die zu den modernsten weltweit zählen. "Doch wir sind, was die Emissionen von CO2 bei der Produktion von Rohstahl anbelangt, an eine Grenze der Reduktionsmöglichkeiten angelangt. Diese ist chemisch-physikalisch definiert und mit heutigen Technologien nicht zu unterschreiten," erklärte Prof. Dr. Middelmann. Eine Alternative für den Hochofen traditioneller Bauart ist nicht in Sicht.

Die Vorschläge des Bundesumweltministeriums laufen darauf hinaus, dass ThyssenKrupp Steel bereits in der ersten Handelsperiode von 2005 bis 2007 für einen hohen zweistelligen Millionen-Betrag Emissionszertifikate kaufen müsste. Diese Kosten können am Markt nicht weiter gegeben werden. Die Alternative wäre Produktionskürzung. Beides würde auf den Verlust von Arbeitsplätzen hinauslaufen.

Wegen der spezifischen Problematik in der Stahlindustrie fordert ThyssenKrupp Steel von der Politik für die erste Phase des Emissionshandels eine kostenlose Ausstattung mit Zertifikaten von 100 % auf der Basis der CO2-Emissionen zwischen 2000 und 2002, für alle darüber hinausgehenden Perioden die Anerkennung der prozessbedingten Emissionen in erforderlicher Menge ohne die weitere Verpflichtung - zur technisch auch nicht mehr machbaren - Minderung.

Kontakt:

ThyssenKrupp Steel
Erwin Schneider
Tel.: +49 203 / 52 - 2 56 90
Fax: +49 203 / 52 - 2 57 07
e-mail: erwin.schneider@tks.thyssenkrupp.com

Dietmar Stamm
Tel.: +49 203 / 52 - 2 62 67
Fax: +49 203 / 52 - 2 57 07
e-mail: dietmar.stamm@tks.thyssenkrupp.com

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