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Unternehmensmeldungen, 26.04.2012, 12:00

100 Jahre Edelstahl: Im Essener Forschungslabor von Krupp wurde der nichtrostende Stahl entwickelt und 1912 erstmals patentiert

Edelstahl begleitet uns durch den Alltag in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens: dem Beruf, im Haushalt oder in der Freizeit. Der Grundstein für die weltweite Verwendung des korrosionsbeständigen Materials wurde vor 100 Jahren gelegt. Am 18. Oktober 1912 wurde das Patent zur „Herstellung von Gegenständen, die hohe Widerstandskraft gegen Korrosion erfordern“ erteilt. Ein Quantensprung in der Materialforschung, dem zwei Monate später das Patent für die „Herstellung von Gegenständen, die hohe Widerstandsfähigkeit gegen den Angriff durch Säuren und hohe Festigkeit erfordern“ folgte.

Die Entwicklung in den werksinternen Labors von Krupp in Essen dauerte vier Jahre, bis der Physiker Professor Benno Strauß und sein Mitarbeiter Dr. Eduard Maurer die Formel für nichtrostende, wasser- und feuchtigkeitsunempfindliche Stähle gefunden hatten. Die bis dahin eingesetzten Chrom- oder Nickel-Stähle waren schwer zu verarbeiten und korrosionsanfällig. Mit der gleichzeitigen Zulegierung von Chrom und Nickel in bestimmten Mengen, einer Wärmebehandlung und der Absenkung des Kohlenstoffanteils entstand der dann patentierte Werkstoff V2A (Versuchsschmelze 2 Austenit). Dieser Werkstoff 1.4301 war der erste kommerziell produzierte nichtrostende Stahl und macht heute gut ein Drittel der weltweiten Edelstahlproduktion aus. Aus diesen Ursprüngen ist die Marke NIROSTA - nichtrostendender Stahl - entstanden, die 1922 eingetragen wurde. Nach und nach wurden zu den Austeniten die anderen Mitglieder der Edelstahlfamilie, Ferrite und Martensite sowie Duplex, entwickelt.

Insbesondere die Anfang des 20. Jahrhunderts aufstrebende chemische Industrie benötigte Stähle mit einer hohen Säurebeständigkeit, aber auch in der Lebensmittelindustrie und für Weiße Ware im Haushaltsbereich wurde der neue Werkstoff eingesetzt. Auf der Industrieausstellung in Malmö (Schweden) 1914 wurden erstmals öffentlich Produkte aus nichtrostendem Stahl gezeigt. Im Jahr 1919 kam im medizinischen Kontext ein weiteres Patent für die „Herstellung von künstlichen Ersatzteilen für das Innere des menschlichen und tierischen Körpers aus Edelstahl“ hinzu. Auch in der Architektur gewann der neue Werkstoff an Bedeutung. Mit dem Chrysler-Building in New York (erbaut 1928 bis 1930) wurde erstmals ein Dach mit Edelstahlplatten von Nirosta versehen, die bis heute wie am ersten Tag glänzen. Und auch für die Fassade des derzeit höchsten Gebäudes der Welt, dem 2010 eröffneten „Burj Kalifa“ in Dubai wurde Edelstahl verwendet.

Insbesondere seit den 1950er Jahren wird nichtrostender Stahl als Blech oder Band überall dort eingesetzt, wo es auf hohe Zuverlässigkeit, Funktionalität und Hygiene ankommt. Heute gibt es etwa 120 Edelstahl-Sorten mit einer Vielzahl von Oberflächen und unterschiedlichen Abmessungen. Diese je nach Anwendungsgebiet höchst unterschiedlich zusammengesetzten Werkstoffe kommen im Bauwesen, Fahrzeugbau, in der Medizin und Pharmazie, der Lebensmittelgewinnung und -verarbeitung, der Energieerzeugung und chemischen Industrie sowie der Umwelt- und Meerestechnik zum Einsatz. Insgesamt verzehnfachte sich die weltweite jährliche Nachfrage nach Edelstahl vom Jahr 1970 bis 2010 von drei auf 30 Millionen Tonnen. Dazu ist Edelstahl ein sehr nachhaltiger Werkstoff, denn er kann zu 100 % recycelt werden. Und auch in der Zukunft ist der Werkstoff Edelstahl nicht wegzudenken.

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