Skip Navigation

Produkte und Lösungen, 20.03.2000, 01:00

Segment Steel: Krupp VDM GmbH investiert in innovative Umschmelztechnologie

Die Krupp VDM GmbH investiert rund 15 Millionen Mark in innovative Verfahren zur Produktion hochreiner Metalle. Am Standort Unna, wo die Schmelz- und Gießaktivitäten des Unternehmens konzentriert sind, wird eine ESR-Anlage (Electro-Slag Remelting) und eine VAR-Anlage (Vacuum-Arc Remelting) installiert. Beide Öfen haben eine Jahreskapazität von jeweils rund 4.000 Tonnen. Die Bauarbeiten sind bereits im vollen Gange. Die ESR-Anlage soll im Juni des laufenden Jahres in Betrieb gehen, die Inbetriebnahme der VAR-Anlage ist für das erste Quartal des kommenden Jahres geplant. Die Krupp VDM GmbH zielt mit diesen Investitionen auf neue Märkte insbesondere in den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie in der Elektronikindustrie.

In den beiden neuen Anlagen werden im Elektroofen erschmolzene Legierungen noch einmal umgeschmolzen, um nichtmetallische Einschlüsse wie zum Beispiel Rückstände von Desoxidationsprozessen zu entfernen und eine extrem gleichförmige metallische Matrix zu erzeugen. Auf Bauteile aus solchen hochreinen Metallen ist unter anderem die Luftfahrtindustrie angewiesen, damit Qualitätsschwankungen bei sicherheitsrelevanten Teilen ausgeschlossen werden können. Auch Werkstoffe mit besonders hohen Magnetwerten beispielsweise für die Elektronik-Industrie lassen sich mit den beiden neuen Anlagen von Krupp VDM herstellen.

Beim ESR-Verfahren geschieht dies, indem die Legierung durch eine spezielle Schlacke geleitet und von dieser gereinigt wird. Hierzu wird zunächst eine Elektrode aus der umzuschmelzenden Legierung gegossen und in die Schlacke getaucht. Die Elektrode wird unter Strom gesetzt, wodurch sich die Schlacke erwärmt und die Elektrode kontrolliert abschmilzt. Das gereinigte Metall erstarrt unterhalb der Schlacke zu einem Block. Der Prozess findet in einer geschlossenen Atmosphäre statt. Als Schutzgas wird Argon benutzt.

Auch beim VAR-Verfahren wird zunächst eine Elektrode gegossen, die dann jedoch durch einen in einem Vakuum brennenden Lichtbogen geschmolzen wird. Die nichtmetallischen Einschlüsse werden dabei zum Teil durch die hohen Schmelztemperaturen zersetzt. Der Rest lagert sich an den Oberflächen der Blöcke ab, zu denen die Schmelze erstarrt und wird in den nachfolgenden Prozessschritten abgeschliffen. Die neue VAR-Anlage bei Krupp VDM wird die weltweit größte Anlage dieser Art sein.

Die Errichtung der beiden neuen Umschmelzöfen ist der Abschluss eines umfangreichen Investitionsprogramms, mit dem die Leistungsfähigkeit des Schmelzwerks Unna weiter gesteigert wird. Bereits zuvor war die Produktivität des Werks durch Umgestaltung und Rationalisierung des Blockgussbetriebs um 20 Prozent erhöht worden.

nach oben