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Unternehmensmeldungen, 01.07.2011, 08:02

ThyssenKrupp Marine Systems – Restrukturierung weitestgehend abgeschlossen / Zukunftskonzept durch U-Boot-Auftrag Türkei bestätigt

<u>U-Boot-Strategie der ThyssenKrupp Marine Systems Gruppe bestätigt</u>

Der von der Türkischen Republik an ThyssenKrupp Marine Systems erteilte Auftrag über sechs U-Boot-Materialpakete vom Typ U 214 im Wert von rd. 2,0 Mrd. € ist mit dem Eingang der Anzahlung in Kraft getreten. Als langjähriger Partner und Lieferant der Türkischen Marine kann ThyssenKrupp Marine Systems jetzt mit der Ausführung dieses Auftrages beginnen. Dieser Auftrag wird bei HDW in Kiel, aber auch bei vielen Unterlieferanten in Deutschland und in der Türkei für die nächsten zehn Jahre zur Beschäftigung beitragen.

Auch die im Oktober 2010 erreichte umfassende Lösung für die Hellenic Shipyards, bei der die Privinvest Shipbuilding, ein Hauptanteilseigner der Abu Dhabi MAR, von uns 75,1 % der Anteile erworben hat, ist als ein Meilenstein für die ThyssenKrupp Marine Systems Gruppe zu betrachten. ThyssenKrupp Marine Systems konnte erreichen, dass das erste U-214-Boot für die griechische Marine abgenommen und alte Schulden bezahlt wurden. Als Teil dieser Einigung wurde eine Option für den Auftrag über zwei weitere U-Boote bei Hellenic Shipyards/HDW erteilt. Unter der Voraussetzung, dass die griechischen Behörden das zugesagte starke Engagement auch zeigen, sind alle Beteiligten gewillt, diesen Auftrag erfolgreich in Kraft zu setzen.

<u>Marine-Überwassergeschäft erstmals seit vielen Jahren wieder kurz vor einem Exporterfolg</u>

Das Marine-Überwassergeschäft unter dem Markennamen MEKO wurde in der in diesem Jahr gegründeten Blohm+Voss Naval GmbH mit den beiden Standorten Hamburg und Emden neu strukturiert. Die Blohm+Voss Naval GmbH, eine leistungsstarke Einheit mit rund 500 Mitarbeitern, die darauf spezialisiert ist, Engineering, Einkauf und Projektmanagement für komplexe Überwasser-Marineschiffe zu liefern, und zwar im Zusammenwirken mit unterschiedlichen Fertigungsstätten im In- oder Ausland. Dies entspricht den Erwartungen vieler Exportkunden: Engineering aus Deutschland, Fertigung im Bestellerland.

Mit den vier Schiffen des F 125 Programms für die Deutsche Marine verfügt dieser Bereich über eine solide Grundauslastung; ein erster Exporterfolg ist vermutlich schon bald zu erwarten.

<u>In der notwendigen Trennung vom zivilen Schiffbau wurden bedeutende Schritte umgesetzt</u>

Die Finanzkrise begründete gerade im Bereich des zivilen Schiffbaus durchgreifenden Handlungsbedarf: Kapazitäten im Handelsschiffbau mussten reduziert, der Export gestärkt und das Problem in Griechenland gelöst werden.

Im März 2010 wurde der größte Teil der Emder Nordseewerke im Zuge eines für die Küste einmaligen industriellen Transformationsprozesses an die SIAG-Gruppe übergeben, die dort Groß-Komponenten für Offshore Windparks in der Nordsee fertigt und schon mehrere entsprechende Aufträge erhalten hat.

Als ein weiteres Element der neuen Strategie war der geplante Verkauf des zivilen Schiffbau-Geschäftes von Blohm+Voss und HDW an die Abu Dhabi MAR-Gruppe geplant (verbunden mit einem Joint Venture bei Blohm+Voss Naval für den Bereich des militärischen Überwasser-Schiffbaus). Nach zwei Jahren freundschaftlicher Gespräche und Verhandlungen sind beide Seiten, ThyssenKrupp Marine Systems und Abu Dhabi MAR, übereingekommen, ihre Bemühungen zur Schaffung der beabsichtigten Partnerschaft im Naval-Bereich sowie im nicht-militärischen Schiffbau einzustellen. Beide Seiten gehen davon aus, dass sich die kommerziellen Anreize für die Transaktion in einer Weise abgeschwächt haben, dass nunmehr anfänglich erwartete Geschäftschancen so nicht mehr tragfähig erscheinen.

Der Umfang der Transaktion zwischen beiden Seiten wird sich jetzt ausschließlich auf den zivilen Teil der HDW-Gaarden in Kiel beziehen. Die zugehörigen Verträge wurden mit Zustimmung der Aufsichtsgremien abgeschlossen; lediglich die formalen gesetzlichen Genehmigungserfordernisse müssen noch erfüllt werden.

Für die zivilen Bereiche von Blohm+Voss wird unverzüglich an Lösungen gearbeitet mit dem Ziel, diese Gesellschaften mittelfristig ebenfalls auf neue Eigentümer zu überführen, die auf das Geschäft dieser Gesellschaften einen stärkeren strategischen Fokus legen können als ThyssenKrupp.

Entsprechend der am 13. Mai beschlossenen strategischen Weiterentwicklung wird sich die ThyssenKrupp Marine Systems in Zukunft auf den militärischen Schiffbau konzentrieren. Dabei handelt es sich um die technologisch hochwertigen Kapazitäten zur Systemintegration von U-Booten bei HDW in Kiel und bei Kockums in Schweden sowie um die Fähigkeit zum Design, zur Ausrüstung und zur Abwicklung komplexer Vorhaben im militärischen Überwasserschiffbau bei Blohm+Voss Naval in Hamburg.

Insgesamt sieht sich ThyssenKrupp Marine Systems in einer guten Position. Als kompakt aufgestellter, auf Hochtechnologie spezialisierter Systemintegrator im weltweiten Wettbewerb des militärischen Schiffbaus wird sich ThyssenKrupp Marine Systems gut behaupten und damit in Zukunft wieder zum Ergebnis von ThyssenKrupp angemessen beitragen können. Auch die Beschäftigung für die Mitarbeiter der Gruppe wird nachhaltig gesichert.

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