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Unternehmensmeldungen, 16.12.2014, 15:01

Feierliche Grundsteinlegung: Startschuss für den Bau des Testturms in Rottweil

Mit der symbolischen Grundsteinlegung beginnt ThyssenKrupp am Dienstagnachmittag die Bauarbeiten für das Fundament des Testturms. Ende 2016 soll die von den renommierten Architekten Helmut Jahn und Werner Sobek entworfene Forschungseinrichtung für Aufzugsinnovationen fertiggestellt sein.

Kurz nach der Vorstellung des innovativen MULTI-Aufzugssystems von ThyssenKrupp legt das Unternehmen nun den Grundstein für den Testturm in Rottweil. Im Turm wird die Innovation ab 2016 zur Marktreife entwickelt. Der Testturm wird damit zu einem wesentlichen Baustein für die globale Forschungs- und Entwicklungsstrategie von ThyssenKrupp Elevator.

Der erste Stein wurde am Dienstagnachmittag von Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Elevator AG, Alexander Keller, Europachef von ThyssenKrupp Elevator und Ralf Broß, Oberbürgermeister der Stadt Rottweil sowie von Helmut Jahn und Werner Sobek, den Architekten des Testturms, gelegt. Seine endgültige Höhe erreicht die Forschungseinrichtung in relativ kurzer Zeit: Bereits im Sommer 2015 soll das Bauwerk die finale Höhe erreicht haben. Von den aufwändigen Innenarbeiten ist dann – von außen betrachtet – nur wenig zu sehen. Kurz vor Ende der Bauarbeiten wird der Turm seine auffällige Verkleidung erhalten – wie von den Architekten vorgesehen.

Insgesamt neun Testschächte stehen den Forschern und Entwicklern von ThyssenKrupp für künftige Aufzugsinnovationen zur Verfügung. Drei von diesen Schächten, jeweils 100 Meter hoch, sind für das MULTI-System vorgesehen. Das Ende November vorgestellte MULTI-Aufzugssystem ist eine völlig neue und effiziente Beförderungslösung für Gebäude mittlerer und großer Höhe. Der lang gehegte Traum von mehreren, unabhängig voneinander fahrenden Kabinen im gleichen Aufzugsschacht wird durch den Antrieb per Linearmotor nun Realität. Ähnlich wie im Paternoster können mit MULTI mehrere selbstfahrende Aufzugskabinen pro Schacht in einem Umlaufsystem betrieben werden. Dadurch erhöht sich die Beförderungskapazität in einem Schacht um bis zu 50 % und der Platzbedarf des Aufzugs in einem Gebäude kann um die gleiche Größe reduziert werden.

„Um dieses bahnbrechende Produkt auf dem Markt zu bringen, bietet unser neuer Testturm in Rottweil perfekte Bedingungen für die Erprobung und Zertifizierung in der Praxis. Der Turm wird bis Ende 2016 fertiggestellt sein, und bis dahin werden wir einen Prototypen des MULTI bereit zum Einsatz haben“, so ThyssenKrupp Elevator-Chef Andreas Schierenbeck.

Der Testturm erhält in Kürze sein Fundament auf rund 32 Meter Tiefe. Insgesamt wurde für den Turm rund 30.000 Kubikmeter Aushub bewegt, das entspricht dem Wasserinhalt von rund 70 durchschnittlichen 25-Meter Schwimmbecken. Die Bodenplatte wird rund 2 Meter stark, besteht aus 680 Kubikmeter Beton und 100 Tonnen Stahl. Insgesamt wird der Turm bei seiner Fertigstellung gut 50.000 Tonnen wiegen, also ungefähr genauso viel wie rund 250 ausgewachsene Blauwale. Auf 232 Meter Höhe erhält der Turm eine gläserne Aussichtsplattform. Dieses öffentliche Panoramadeck ermöglicht eine 360° Sicht auf die Region rund um Rottweil und soll zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Touristen in Baden-Württemberg werden. Somit ist der Testturm mehr als nur ein funktionales Gebäude zur Forschung und Entwicklung: Unter nachhaltigen und ressourcenschonenden Gesichtspunkten entworfen, repräsentiert er ThyssenKrupps Ingenieurkunst und zitiert in seiner Form die mittelalterlichen Kirch- und Wehrtürme von Rottweil.

Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 40 Millionen Euro unterstreicht der Technologiekonzern die besondere Bedeutung der Region: Zusammen mit dem Aufzugswerk in Neuhausen auf den Fildern, das derzeit umfangreich zu einem Technologiepark umgebaut wird, sowie der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Pliezhausen bildet Rottweil mit dem geplanten Testturm eine hochmoderne Innovationsschmiede für Aufzugstechnik mit insgesamt über 1.500 Mitarbeitern. Die Nähe zu den angrenzenden Universitäten und Fachhochschulen in und um Stuttgart und Konstanz in Deutschland sowie St. Gallen, Zürich und Winterthur in der Schweiz mit rund 10.000 Studenten der Ingenieurswissenschaften bietet für ThyssenKrupp eine exzellente Ausgangsbasis für die Rekrutierung von hochqualifizierten Nachwuchskräften.

„Innovation hat in der ältesten Stadt Baden-Württembergs Tradition“, so Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß. Die Römerzeit, das Mittelalter, die Industrialisierung hinterließen Spuren, die von Erfindergeist und fortschrittlichem Denken in allen Epoche zeugen. „Die Menschen in Rottweil freuen sich daher auf den Turm. Er ist eine große Chance für unsere Stadt“, unterstreicht Broß. Von Anfang arbeiteten ThyssenKrupp und die Stadtverwaltung eng zusammen und setzten auf einen breit angelegten Informations- und Beteiligungsprozess. „Der Turm wird ein Magnet für weitere innovationsfreudige Unternehmen aber auch für Touristen sein, die von der Besucherplattform einen Blick auf Schwäbische Alb, Schwarzwald und Alpen genießen können. Das hat Bürgerschaft und Gemeinderat gleichermaßen überzeugt“, erklärt Broß die große Zustimmung zum Projekt. „Die Architektur von Helmut Jahn und Werner Sobek begegnet unserer alten Stadt mit Respekt und beweist, dass Industriearchitektur höchsten Ansprüchen genügen kann.“ Rottweil positioniere sich Dank der Investition von ThyssenKrupp auf der Innovationsachse Stuttgart-Zürich und erhalte mit dem Testturm ein neues Wahrzeichen, das als Symbol für die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und den dynamischen Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg insgesamt werben werde.

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