Skip Navigation

Unternehmensmeldungen, 18.09.2014, 13:00

Testturm: Städtebaulicher Vertrag unterzeichnet

ThyssenKrupp und die Stadt Rottweil haben Rahmenbedingungen zum geplanten Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in einem städtebaulichen Vertrag festgelegt. Das Vertragswerk ergänzt die zum Bau des Turms notwendige Bebauungsplanänderung, über die der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 1. Oktober entscheiden wird.

Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß und Alexander Keller, Europachef von ThyssenKrupp Elevator, unterzeichneten den Vertrag heute Vormittag im Ratssaal des Alten Rathauses. Zuvor hatte der Gemeinderat der Stadt Rottweil in seiner Sitzung am Mittwoch, 17. September, den Vertrag mit großer Mehrheit beschlossen.
Der Vertrag beinhaltet verschiedene Regelungen zum Bau und Betrieb des geplanten Testturms, die aus rechtlichen Gründen nicht Gegenstand des Bebauungsplans sein können, wie beispielsweise die Architektur des Testturmes und dessen Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit.

„Mit dem Vertrag sichern wir die städtebaulich attraktive Architektur des Büros Jahn/Sobek und die von der Bevölkerung gewünschte öffentliche Zugänglichkeit rechtlich ab. Damit hat das Projekt eine weitere entscheidende Hürde genommen“, freut sich Oberbürgermeister Broß und ergänzt: „ThyssenKrupp hat das Projekt im intensiven Dialog mit der Rottweiler Bürgerschaft entwickelt. Eine breite Mehrheit in unserer Stadt unterstützt den Testturm, weil er uns neue Chancen im Tourismus eröffnen und ein ganz entscheidender Impuls für die gesamte Wirtschaftsregion Schwarzwald-Baar-Heuberg sein wird.“ Die Bereitschaft von ThyssenKrupp, im Inland umfangreich zu investieren sei das richtige Signal in einer Zeit, in der viele Unternehmen den Schwerpunkt ihrer Investitionen ins Ausland verlagern. „Dies verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung.“

„Mit unserem Testturm sind wir in der Lage, zukünftige Innovationen hier vor Ort zu testen. Das stärkt den Wirtschaftsstandort und sichert Arbeitsplätze“, so Alexander Keller, Europachef von ThyssenKrupp Elevator. „Die Stadt Rottweil setzt ein mutiges Zeichen: Sie ist innovativ, fortschrittlich und weltoffen. Wir haben diesen Zuspruch von Anfang an gespürt und freuen uns jetzt auf den gemeinsamen Weg.“ Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 40 Millionen Euro unterstreiche ThyssenKrupp die besondere Bedeutung der Region: „Zusammen mit dem Aufzugswerk in Neuhausen auf den Fildern, das derzeit umfangreich zu einem Technologiepark umgebaut wird, sowie der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Pliezhausen bildet Rottweil mit dem Testturm eine hochmoderne Innovationsschmiede für Aufzugstechnik,“ so Keller.

Der Testturm wird laut Vertrag die städtebaulichen, funktionalen, gestalterischen, technischen und wirtschaftlichen Anforderungen in einem schlanken Turm aus Stahlbeton vereinen. Der Turmschaft wird mit einer Membranfassade aus Glasfasergewebe mit von unten nach oben ansteigender Transparenz umhüllt. Dabei wird das Gewebe den Turmschaft spiralförmig einhüllen (siehe Anlage). Der Turm kann von innen heraus beleuchtet werden. Hierfür wurde ein spezielles Beleuchtungskonzept erarbeitet, das die besonderen artenschutzrechtlichen Bedingungen insbesondere zum Vogelschutz berücksichtigt. Entsprechend ist die Beleuchtung in den tiefen Nachtstunden, bei schlechter Sicht und in den Hauptzeiten des Vogelzugs abzuschalten beziehungsweise zu reduzieren.

ThyssenKrupp verpflichtet sich außerdem, eine Besucherterrasse auf der obersten Turmebene zu realisieren und diese über einen gesonderten Aufzugsschacht für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen. Die Kosten hierfür trägt das Unternehmen. Der Turm wird zunächst Freitag, Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen geöffnet sein. Nach einer Testphase wird ThyssenKrupp in Abstimmung mit der Stadt entscheiden, ob eine Ausdehnung der Öffnungszeiten sinnvoll ist. Die Eintrittspreise werden sich an Besucherterrassen vergleichbarer Türme orientieren.

Finanzielle Rahmenbedingungen unter anderem der anstehenden Ausgleichsmaßnahmen auf Kosten des Bauherrn und Bestimmungen über die zu errichtenden Parkplätze für die Besucherplattform runden das Vertragswerk ab.

Nachdem der Gemeinderat am Mittwoch in einer Vorberatung zudem mit großer Mehrheit seine Zustimmung zum erforderlichen Bebauungsplan signalisiert hat, wird die Stadt Rottweil ThyssenKrupp eine Teilbaufreigabe erteilen. Diese gibt ThyssenKrupp die Sicherheit, mit vorbereitenden Baumaßnahmen, wie ersten Vermessungsarbeiten und der Baustelleneinrichtung, beginnen zu können.


Der Gemeinderat entscheidet abschließend in seiner Sitzung am 1. Oktober über den Bebauungsplan „Industriegebiet Berner Feld“ (Abwägungs- und Satzungsbeschluss), der die planungsrechtliche Grundlage für dieses Bauvorhaben darstellt. Danach kann die Baugenehmigung erteilt werden. „Wir wollen den Schwung jetzt mitnehmen und den Turm so schnell wie möglich errichten“ so Keller. „Wenn alles gut läuft, steht der Turm in zwei Jahren. Dann genießen wir gemeinsam die Aussicht von der Besucherplattform!“ Ein feierlicher erster Spatenstich ist anschließend im Oktober geplant.

nach oben