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Produkte und Lösungen, 21.09.2009, 11:26

Kollege PaketRoboter fasst kräftig mit an: System aus Bremen entlädt Überseecontainer

Was einzeln und manuell in Übersee in die Container gepackt wird, erfordert auch hierzulande bei seiner Ankunft im Wareneingang mühsame Handarbeit. So ist es heute auch in hochmodernen Großlagern noch Standard – außer in dem der MGL METRO Group Logistics in Unna. Dort arbeitet seit März dieses Jahres ein Roboter-System von ThyssenKrupp Krause, das loses Stückgut aus Überseecontainern autonom entladen und palettieren kann.

Das Bremer Unternehmen liefert weltweit schlüsselfertige Montage- und Testsysteme zur Herstellung von Motoren, Getriebe und Achsen für die Automobil- und Automobilzuliefererindustrie und Montageanlagen und Testsysteme für die Luftfahrtindustrie. Mit dem System PaketRoboter erschließt ThyssenKrupp Krause sich nun auch ein neues Geschäftsfeld im Bereich der roboterintegrierten Logistik. Mit der MGL METRO Group Logistics hat das Unternehmen einen bedeutenden Kunden für das innovative System, und Anfragen aus ganz Europa und Nordamerika bestätigen das große Interesse des Marktes an dem Produkt.
Gleichgültig ob Toaster, Videorekorder oder Mikrowellen: Bis zu 360 verladene Pakete pro Stunde entlädt die 6-achs Kinematik. Auf einem lenkbaren Fahrgestell fährt das System in den Container hinein, nimmt die Kartons auf und legt sie auf einem Förderband ab, an dessen Ende die vollautomatische Palettierung erfolgt.
Was zunächst recht simpel anmutet, birgt viel innovative Technik und jahrelange Entwicklungsarbeit, in die auch zahlreiche Erkenntnisse aus der Luftfahrtforschung eingeflossen sind. Zum Beispiel bei der Bilderkennung. Ein 3D-Laserscanner scannt die Paketlagen im Container-Innenraum, das Bild wird an einen Rechner übertragen, der mithilfe einer Software die Koordinaten und Maße der Pakete ermittelt. So kann der Roboter gezielt verfahren und greifen.
„Die Kantenlänge der Pakete darf 80 Zentimeter nicht über- und 20 Zentimeter nicht unterschreiten“, erklärt Dipl.-Ing. Carsten Rasch, verantwortlich für den Bereich Robotic Logistics bei ThyssenKrupp Krause. Auch beim Gewicht gibt es eine Grenze: Erlaubt ist alles, was leichter als 31,5 Kilogramm ist.
Rund 30 Millionen Pakete passieren jährlich das Metro-Lager in Unna. Davon 3,5 Millionen Pakete Non-Food-Importware – von Kleinmöbeln bis zu Elektronikartikeln ist alles dabei. Sie kommen zu einem Drittel aus Europa, der Rest aus China und anderen NON-EU-Ländern. Angeliefert werden sie in 20 und 40 Fuß-Überseecontainern, werden entladen von der Anlage, automatisch palettiert und dann im Hochregallager verstaut. Von hier aus beliefert das Handelsunternehmen die Metro Cash & Carry-Märkte in ganz Deutschland.
In dem Lager ist viel Bewegung, und das meiste läuft automatisch ab. Dennoch: Knapp 300 Menschen arbeiten im Metrolager in Unna. Mit dem PaketRoboter haben sie nun einen tatkräftigen, neuen Kollegen. „Das System wurde positiv von der Arbeitnehmervertretung und auch von der Berufsgenossenschaft aufgenommen“, berichtet Hubert Braunshausen, Betriebsleiter des MGL-Standortes in Unna. Das Entladen von Containern sei eine harte und körperlich belastende Tätigkeit, insbesondere im Sommer, wenn die Arbeit auch noch durch die Hitze in den Containern erschwert werde. Sein Ziel ist es, diese Prozesse weiter zu automatisieren.
Herkömmlich eingesetzte Robotersysteme konnten bis dato entweder Container entladen oder die entladenen Einheiten palettieren. „In Unna ist es uns erstmalig gelungen, beide Prozesse miteinander zu kombinieren“, so Hubert Braunshausen. Bei ThyssenKrupp Krause wird das System PaketRoboter nicht nur gefertigt, der Sondermaschinenbauer integriert es auch in die bestehenden Wareneingangssysteme. „Dabei haben wir die ganze Logistikkette im Blick“, sagt Rasch. „Mit unseren Entwicklungen werden wir dazu beitragen, den Lückenschluss zu vollziehen.“

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