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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 02.03.2001, 01:00

Erfreuliche Entwicklung im ersten Quartal 2000/2001 - Erste Abschwächungen werden sichtbar: Dennoch Ergebnis auf Vorjahresniveau angestrebt

Der ThyssenKrupp Konzern hat auf seiner heutigen Hauptversammlung auch zur Geschäftsentwicklung im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 und zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr Stellung genommen. ThyssenKrupp hat in den ersten drei Monaten (Oktober bis Dezember 2000) den Auftragseingang um 6 % auf 9,5 Mrd Euro gesteigert. Der Umsatz nahm um 13 % auf 9,2 Mrd Euro zu. Das Ergebnis vor Ertragsteuern beläuft sich auf rund 0,3 Mrd Euro und liegt damit um rund 0,2 Mrd Euro deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres. Zu diesem Ergebnis haben alle Segmente beigetragen. Es enthält auch den Ertrag aus der Veräußerung der Krupp Werner & Pfleiderer-Gruppe. Im Vergleich zum Vorquartal - es waren die Monate Juli bis September 2000 - hat sich die erfreuliche Entwicklung zunächst fortgesetzt, nun werden aber erste Abschwächungen sichtbar.

Die einzelnen Segmente in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres:

- Bei Steel erhöhte sich der Umsatz um 12 % auf 3,1 Mrd Euro. Der Auftragseingang ging um 9 % auf 3 Mrd Euro zurück.

- Bei Automotive stiegen Auftragseingang und Umsatz um rund 10 % auf 1,6 bzw. 1,5 Mrd Euro gegenüber den Vorjahreswerten.

- Elevators erzielte eine Umsatzverbesserung um 24 % auf 0,8 Mrd Euro. Der Auftragseingang nahm um 16 % auf 0,9 Mrd Euro zu.

- Das neu gebildete Segment Technologies erwirtschaftete einen Umsatz von 1,3 Mrd Euro, das sind 8 % mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Auftragseingang erhöhte sich um 14 % auf 1,5 Mrd Euro.

- Materials verbesserte den Umsatz um 11 % auf 2,6 Mrd Euro, der Auftragseingang von knapp 2,6 Mrd Euro lag um 9 % über dem Vorjahreswert.

- Den prozentual größten Umsatzzuwachs auf 0,6 Mrd Euro erzielte mit 59 % das Segment Serv. Hier wirkten sich die Unternehmenserwerbe des vergangenen Geschäftsjahres aus. Der Auftragseingang verzeichnete ein Plus von 36 % auf 0,6 Mrd Euro.

Über die weitere konjunkturelle Entwicklung im laufenden Jahr häufen sich zurzeit die negativen Meldungen - sowohl für einzelne Regionen als auch Branchen. Auch wenn die konjunkturellen Vorzeichen insgesamt noch auf Grün stehen, verliert die Entwicklung weiter an Dynamik. Nach 4,2 % im Vorjahr rechnen die Auguren für das Jahr 2001 mit bis zu 3 % Weltwirtschaftswachstum. Die höchsten Wachstumsraten werden in den aufstrebenden Märkten Südostasiens und Lateinamerikas erwartet. In Japan zeichnet sich bisher keine durchgreifende Erholung ab. In Euroland bleiben die konjunkturellen Rahmenbedingungen insgesamt noch günstig, auch wenn das Tempo hier ebenfalls nachlässt. Die Wachstumsprognosen für Deutschland liegen zwischen den optimistischen 2,8 % der Bundesregierung und den vorsichtigeren 2,4 % der Wirtschaftsforscher. In den USA kühlt die Konjunktur dagegen ab, und die Spekulationen über eine "harte Landung" nehmen eher zu. Entscheidend ist, dass in den USA die produzierende Wirtschaft negativ gesehen wird und das Wachstum in erster Linie aus den Dienstleistungsbereichen kommt. Konjunkturell werden also viele Erwartungen in diesem Jahr nicht erfüllt werden können. Nach der gedämpften Entwicklung im ersten Halbjahr hoffen viele, dass sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr 2001 wieder beschleunigt, insbesondere in den USA.

Nach einem guten Start im ersten Quartal ist ThyssenKrupp wie alle anderen Unternehmen von der weltwirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere beim Stahl und im Automobilbereich, negativ betroffen. Die derzeitige Einschätzung der weiteren Entwicklung der Stahlpreise sowie die negativen Tendenzen in der Automobilindustrie, vor allem in den USA, wirken sich auch bei ThyssenKrupp - insbesondere in den Segmenten Steel, Automotive und Materials - in gewissen Ergebniseinbußen gegenüber dem Vorjahr aus. Durch positive Effekte, vor allem bei Production Systems und Corporate, dürfte teilweise eine Kompensation möglich sein. Auch aus der weiteren Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro können sich nicht unerhebliche Ergebnisauswirkungen ergeben. Vor diesem Hintergrund kann der Konzern heute nicht mehr davon ausgehen, das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr zu steigern. Diese Entwicklung hat sich bereits in den letzten Wochen zunehmend abgezeichnet und dürfte auch im Kursniveau Berücksichtigung gefunden haben. ThyssenKrupp wird jedoch alle Anstrengungen unternehmen, trotz der sich verschlechternden konjunkturellen Rahmenbedingungen wieder ein gutes Ergebnis zu erzielen, wobei ThyssenKrupp an das Vorjahresniveau anknüpfen will.

Detaillierte Aussagen zum aktuellen Geschäftsverlauf werden am 30. Mai erfolgen, wenn der Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2000/2001 und mit ihm auch weitere Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht werden. Der Bericht über das dritte Quartal und die ersten neun Monate des Jahres wird am 28. August 2001 veröffentlicht. Mit dieser Quartalsberichterstattung realisiert ThyssenKrupp einen weiteren Schritt zu mehr Transparenz und mehr Offenheit in der Finanzkommunikation. Nach der Umstellung auf US-GAAP und der Erweiterung der Segment-informationen wird die Berichterstattung weiter den internationalen Standards angepasst.

Rede Prof. Dr. Schulz / Dr. Cromme

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